80-Jähriger lebte im Franz-Jordan-Haus – Keine weiteren Fälle bekannt
Erstes Corona-Opfer in Warburg

Warburg (WB/vah). In Warburg hat die Corona-Pandemie ein erstes Opfer gefordert. Ein 80-jähriger Bewohner des Warburger Seniorenzentrums St. Johannes ist nach kurzer Krankenhausbehandlung am Mittwoch verstorben, berichtete Geschäftsführer Thomas Berens am späten Mittwochabend. Er ist damit auch der erste Corona-Tote im Kreis Höxter.

Donnerstag, 02.04.2020, 07:59 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 08:01 Uhr
Ein 80-jähriger Bewohner der Pflegeeinrichtung „Franz-Jordan-Haus“ in Warburg ist am Mittwoch an den Folgen der Lungenkrankheit Covid 19 gestorben, die durch das neuartige Coronavirus ausgelöst wird. Der Mann hatte zahlreiche Vorerkrankungen. Foto: Ralf Benner

Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Bewohner der Pflegeeinrichtung „Franz-Jordan-Haus“, der verschiedene Vorerkrankungen hatte und zuletzt positiv auf das Virus getestet worden war. „All unsere Mühen und auch die eingeleiteten Schutzmaßnahmen haben ein Eindringen des Virus in unsere Pflegeeinrichtung nicht verhindern können“, berichtet Geschäftsführer Berens. „Wir haben das Gesundheitsamt, aber auch alle Bewohner, Angehörigen und Beschäftigten unverzüglich informiert!“

Strikte Maßnahmen im Vorfeld

Das Seniorenzentrum hatte bereits vor Wochen als eine der ersten Einrichtungen in der Region mit einem eingeschränkten Besuchsverbot reagiert, das später sogar in ein striktes Besuchsverbot umgewandelt wurde.

Die Pflegeeinrichtung steht bereits seit Wochen und besonders jetzt in engem Kontakt mit den Hausärzten sowie dem Gesundheitsamt des Kreises Höxter. Weitere Bewohner mit signifikanten Symptomen gebe es aktuell nicht, sagt Berens. Zusätzliche Schutzausrüstung sei kurzfristig durch den Krisenstab des Kreises Höxter zur Verfügung gestellt worden. Die getrennte Wohngruppenform sowie die Bauweise des Franz-Jordan-Hauses biete zudem gute Voraussetzungen, die betroffene Wohngruppe von den anderen Wohnbereichen zu trennen, um so eine Ausbreitung auf die anderen Wohngruppen bestmöglich zu verhindern, berichtet Thomas Berens.

Schutzmaterialien fehlen

Es sei weiterhin schwierig – fast unmöglich –, notwendige Schutzmaterialien im gebotenen Umfang zu beschaffen, um vorbeugend alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auskömmlich mit Hilfsmitteln auszustatten, so die Geschäftsführung. Bereits bestellte und zugesagte Lieferungen blieben bisweilen aus.

Augenblicklich unterstützt der Krisenstab des Kreises Höxter die Pflegeeinrichtung mit den nötigen Schutzmaterialien für den betroffenen Wohnbereich. Die Pflegeeinrichtung hat nun auch weitergehende Schutzmaßnahmen eingeleitet und eine Vielzahl ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt.

Tägliches Monitoring

„Unsere Bewohnerinnen und Bewohner werden wir weiterhin einem täglichen Monitoring unterziehen, um bei Symptomen schnell handeln zu können. Hier finden unter anderem wiederholt täglich Fiebermessungen statt“, berichtet Berens. „Wir haben bis zuletzt gehofft und alles getan, um genau dieses Szenario zu verhindern.“

Das Warburger Seniorenzentrum an der Landfurt versorgt in seinen Pflegeeinrichtungen 147 Bewohner sowie 75 zu Hause lebende Pflegebedürftige mit seinem ambulanten Pflegedienst

Kommentare

Gregor Pischke  wrote: 02.04.2020 10:47
Danke
Ein herzliches Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die trotz der manchmal widrigen Pflegebedingungen (fehlende Schutzausrüstung) sich so gut um die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses kümmern!
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