Corona-Diagnosezentrum seit Montag in Brakel in Betrieb – 48 Tests pro Tag möglich Abstrich im Auto

Brakel (WB). Im Kreis Höxter hat es am Montag keine weiteren bestätigten Coronafälle gegeben – es wird aber laut Kreisverwaltung kaum bei 21 bleiben: Denn am selben Tag ist das neue Diagnosezentrum in Brakel eröffnet worden. In der Straße Lütkerlinde 4 können ab sofort täglich 48 Menschen aus dem Auto heraus getestet werden – jedoch nur nach Anmeldung und vorheriger Absprache mit dem Hausarzt.

Von Dennis Pape
Am Montag ist das Diagnosezentrum des Kreises Höxter in Brakel in Betrieb genommen worden. Bereits am ersten Tag wurde die maximale Anzahl an Tests vorgenommen – 48. Für den Abstrich muss lediglich das Autofenster geöffnet werden.
Am Montag ist das Diagnosezentrum des Kreises Höxter in Brakel in Betrieb genommen worden. Bereits am ersten Tag wurde die maximale Anzahl an Tests vorgenommen – 48. Für den Abstrich muss lediglich das Autofenster geöffnet werden. Foto: Dennis Pape

Einweiser in Schutzkleidung leiten Autos durchs System

Im Stadtteil- und Kulturzen­trum Lütkerlinde fahren die entsprechenden Personen mit dem Auto auf das Testgelände – sie müssten zwingend im Auto sitzen bleiben. „Sie werden von unseren Mitarbeitern empfangen und angeleitet“, erläutert Christian Schormann von der Abteilung Bevölkerungsschutz des Kreises Höxter. „Unsere

Einweiser tragen Schutzkleidung und leiten die Autos durch ein System, das mit Pylonen abgesteckt ist – das führt einmal über den Parkplatz zum hinteren Eingang eines großen und durchfahrbaren Zeltes.

Es ist eine so genannte Drive-In-Lösung“, führte Stefan Fickert von der Abteilung Bauen und Planen des Kreises aus. Angesichts dessen, das lediglich Personen mit Terminen zugelassen seien, käme es auch nicht zu Staus.

Lediglich das Fenster muss geöffnet werden

Laut Thomas Krämer (Leiter Bevölkerungsschutz) müsste anschließend im Zelt lediglich das Fenster geöffnet werden, um einen Abstrich machen lassen zu können. Im Zelt befinden sich zu diesem Zeitpunkt eine Ärztin oder ein Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe sowie medizinische Fachangestellte. „Der Bevölkerungsschutz stellt darüber hinaus das Personal rund um das Zelt“, so Krämer. Zum medizinischen Fachpersonal, das in zwei Schichten (je 24 Tests) arbeitet, gehörte am Montagnachmittag die Brakeler Ärztin Barbara Passmann. Sie verwies auf die drei Fälle, in denen sich Menschen testen lassen können: 1. Bei Rückkehr aus einem Risikogebiet. 2. Bei Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen und eigenen Symptomen. 3. Bei sich verschlechternden Atemwegsinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bei Personen in gefährdeten Berufen – zum Beispiel Verkäufer.

Niemand darf unangemeldet zum Test kommen

Extrem wichtig sei es, dass niemand unangemeldet zum Test im Diagnosezentrum kommen dürfe – das betonen die Verantwortlichen immer wieder. Gerhard Handermann, Leiter des Krisenstabes im Kreis Höxter dazu: „Bei einem Verdacht muss zunächst der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden. Der wiederum kümmert sich um die Überweisung und erteilt auch Auskunft darüber, unter welcher Nummer man sich für einen Termin im Diagnosezentrum anmelden kann.“

Laut Handermann sind im Kreis Höxter vom 17. bis zum 20. März 91 Personen mit dem mobilen Diagnosedienst getestet worden – bislang gebe es für diese Möglichkeit weitere 24 angemeldete Termine. Im Diagnosezentrum in Brakel wurde darüber hinaus bereits am ersten Tag die Kapazität von 48 Tests voll ausgeschöpft. „Die Abstriche werden dann in einem Labor in Paderborn analysiert. Je nach Kapazitäten dauert das zwei bis drei Tage“, erläutert der Leiter des Krisenstabes.

Keine Gefahr für Bewohner des benachbarten Seniorenzentrums

„Wir sind sehr froh, dass wir so schnell zusätzlich zum mobilen Diagnosedienst eine weitere Möglichkeit für Tests einrichten konnten. Dafür müssen wir uns auch bei den Eigentümern des Geländes – einer Immobilienfirma aus Köln – sowie bei der Stadt Brakel bedanken“, betonte Kreisdirektor Klaus Schumacher beim Pressegespräch. Angesichts dessen, dass das Diagnosezentrum in der Nähe eines Seniorenheims errichtet wurde, habe es laut Brakels Bürgermeister Temme auch Nachrichten von besorgten Bürgern gegeben: „Wir können alle beruhigen. Die Menschen, die sich hier untersuchen lassen, müssen lediglich zwei Mal kurz das Autofenster öffnen – davon geht keinerlei Gefahr aus“, sagte er.

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