Warburger Ortsgruppe baut sich ihr Führungsfahrzeug selbst – Viele Spender helfen
Neuer DLRG-Sprinter ist fast fertig

Warburg (WB). Das Blaulicht funktioniert, die Beklebung ist fast fertig, der TÜV hat schon grünes Licht gegeben: Der neue Mercedes Sprinter der DLRG-Ortsgruppe Warburg ist bald einsatzbereit. Er ersetzt einen mehr als 25 Jahre alten Wagen. Den Wechsel haben viele Spender möglich gemacht.

Freitag, 06.03.2020, 07:00 Uhr
Bald ist das neue Führungsfahrzeug der DLRG Warburg einsatzbereit. Niklas Kluge, Vorsitzender der Ortsgruppe, zeigt den Mercedes. Um den Wagen umrüsten zu können, hatte die Feuerwehr Warburg den Helfern einen Garagenplatz zur Verfügung gestellt. Foto: Daniel Lüns

DLRGler müssen alles selbst bezahlen

Denn die DLRGler müssen alles, was sie besitzen, selbst bezahlen. Dazu zählen auch Einsatzfahrzeuge. »Anders als etwa die Feuerwehr oder das THW bekommen wir nichts bezahlt«, erklärt Niklas Kluge, Vorsitzender der Warburger Ortsgruppe der DLRG. Daher hatten sich die Helfer im Dezember 2018 an die Öffentlichkeit gewandt und Unterstützer gesucht. Mit Erfolg.

Insgesamt sei eine fünfstellige Spendensumme zusammenbekommen, freut sich Kluge. Allein bei einer Crowdfunding-Aktion der Vereinigten Volksbank kamen etwa 6500 Euro zusammen. Gemeinsam mit den Ersparnissen der Ortsgruppe konnte der 50.000-Euro-Wagen gekauft und im Dezember 2019 abgeholt werden. Seitdem bauen die DLRGler den Sprinter in Eigenregie um.

Denn für den Dienst als Sonderkraftfahrzeug für den Zivil- und Katastrophenschutz reicht die Werksversion nicht aus. Auch wenn die Retter extra eine höhergelegte Version bestellt haben, um in unwegsamem Gelände besser arbeiten zu können. Eine Blaulichtanlage mit Frontblitzern musste her, ebenso ein Martinshorn samt Durchsage-Funktion.

Ausbau erfolgt in Eigenregie

Am Dach werden weiße Leuchten installiert. Sie sollen Einsätze in der Dunkelheit erleichtern. Für Lagebesprechungen im Innenraum könnte ein variabler Tisch gebaut werden. „Im Katastrophenfall kann der Wagen ja auch als Kommandowagen dienen.“ Hinzu kommen unter anderem noch eine 230-Volt-Außensteckdose, zudem ist eine Aufbewahrungsbox im Heck angedacht.

Viele Teile also, die eingebaut und angeschlossen werden müssen. Allein für die ganze Elektrik haben die Helfer im Auto hunderte Meter Kabel verlegt. Dabei konnten die Helfer auf fachliche Unterstützung zurückgreifen, erklärt Kluge.

„Einer von uns ist studierter Maschinenbauer. Ein anderer ist ITler, der gerne schraubt. Den Rest haben wir uns angelesen. Dann mussten wir entscheiden: Was muss wo hin? Und was ergibt wo Sinn?“, sagt der Vorsitzende der Ortsgruppe. Beim Umbau griff auch die Feuerwehr Warburg der der DLRG unter die Arme.

Bis April muss der Wagen fertig sein

„Die haben uns angeboten, den Wagen vorübergehend in der Feuerwache unterzustellen“, sagt Niklas Kluge. Dort stehe der neue Sprinter seitdem in einem beheizten Raum mit angrenzender Werkstatt – während der Umbauphase ideal. Auch beim Aufbringen der Beklebung des Wagens ­hätten die Kollegen der Feuerwehr die DLRGler unterstützt.

Im April läuft der TÜV des bisherigen Einsatzfahrzeuges ab. Bis dahin muss der neue Wagen fertig sein. Was mit dem alten Fahrzeug geschieht, das steht noch nicht fest. Mercedes-Benz Transporter in Kassel-Lohfelden, dort haben die Rettungsschwimmer in Zusammenarbeit mit dem Warburger Händler Mercedes Mensch den Wagen gekauft, habe der Gruppe ein Angebot gemacht.

Das neue Fahrzeug soll den Mitgliedern der DLRG-Ortsgruppe Warburg bei der nächsten Mitgliederversammlung näher vorgestellt werden. Die Versammlung beginnt am Samstag, 7. März, um 18 Uhr im Vereinsheim in Menne.

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