Kriminalitätsstatistik 2019: Wohnungseinbrüche auf historischem Tief
Kreis Höxter wird immer sicherer

Höxter (WB). „Auch wenn jede Straftat eine zu viel ist, belegt die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2019 doch eindrucksvoll, dass man im Kreis Höxter sicher leben kann.“ Das sagte Landrat Friedhelm Spieker bei der Präsentation am Montag in der Kreispolizeibehörde Höxter. Bester Beleg: 2019 ist die Zahl der Straftaten um 415 auf insgesamt 5484 gesunken.

Dienstag, 03.03.2020, 08:50 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 09:00 Uhr
Im vergangenen Jahr gab es im Kreisgebiet 38 Wohnungseinbrüche – 2016 waren es noch 185. Foto: dpa

Hohe Aufklärungsquote

„Die Zahl der erfassten Straftaten ist die niedrigste seit mehr als zehn Jahren. Hatten wir bereits im vergangenen Jahr eine historisch niedrige Zahl, so ist der Wert noch einmal um sieben Prozent gesunken“, so Spieker. Und auch im landesweiten Vergleich stünde der Kreis Höxter sehr gut da: Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) ist von 4167 (2018) auf 3899 gesunken.

Der Durchschnitt in OWL liegt bei 4708, im Land NRW bei 6847. 3446 Fälle mit 2747 tatverdächtigen Personen sind im Jahr 2019 aufgeklärt worden – das entspricht einer Quote von 62,84 Prozent. „Das ist ein leichtes Minus von 1,19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wichtig ist jedoch, dass der langfristige Wert sehr positiv zu bewerten ist“, betonte Christian Koutsky (Direktionsleiter Kriminalität).

38 Einbrüche

Apropos positiv: So sind auch die Zahlen im Bereich Wohnungseinbruchdiebstahl anzusehen. Gab es im Jahr 2016 noch 185 und 2017 164 Einbrüche, so ist die Zahl aus dem Rekordjahr 2018 (56) noch einmal auf 38 gesunken. „Vor drei Jahren war die Bevölkerung verständlicher Weise elektrisiert – wir haben uns der Sache gemeinschaftlich angenommen und verzeichnen jetzt große Erfolge“, so Spieker.

Haben die Kriminalitätsstatistik vorgestellt (von links): Abteilungsleiter Christian Brenski, Landrat Friedhelm Spieker, Direktionsleiter Karsten Koutsky, Karlheinz Schröder (Leiter Kriminalkommissariat) und Guido Oelmann (Leiter Führungsstelle).

Haben die Kriminalitätsstatistik vorgestellt (von links): Abteilungsleiter Christian Brenski, Landrat Friedhelm Spieker, Direktionsleiter Karsten Koutsky, Karlheinz Schröder (Leiter Kriminalkommissariat) und Guido Oelmann (Leiter Führungsstelle). Foto: Dennis Pape

„Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Wohnungseinbrüche zu bekämpfen – damit sind wir sehr zufrieden. Wir arbeiten in diesem Bereich eng mit anderen Behörden zusammen, denn Einbrecher machen vor der Kreisgrenze nicht Halt“, sagte auch Christian Brenski (Abteilungsleiter Polizei).

„Die Polizei informiert über Maßnahmen, wie man sein Haus besser sichern kann – das trägt Früchte. Außerdem ist das Strafmaß für Wohnungseinbrüche höher als noch vor ein paar Jahren“, erläuterte Koutsky. Auch die Aufklärungsquote ist von 21 auf 34 Prozent gestiegen. Insgesamt sind die Diebstahlsfälle im Kreis Höxter im Vergleich zu 2018 von 1701 auf 1467 gesunken. 44 Prozent der Tatverdächtigen beim Diebstahl sind Kinder, Jugendliche und Heranwachsende bis 21 Jahre.

Gewaltkriminalität

Leicht angestiegen, von 1057 auf 1096, sind die so genannten Rohheitsdelikte. Der Anteil dieser an den Gesamtstraftaten lag bei 20 Prozent. Die Anzahl der Delikte der Gewaltkriminalität fiel dagegen von 212 auf 196 – und die Aufklärungsquote beträgt 86 Prozent. Unter 21-Jährige machen 38 Prozent der Tatverdächtigen bei Raub und räuberischer Erpressung aus.

1197 Personen sind insgesamt Opfer von Rohheitsdelikten geworden, mehr als die Hälfte hatte eine Vorbeziehung zum Tatverdächtigen. Die Zahl der Körperverletzungen ist mit 796 relativ konstant. Außerdem wurden 2019 150 Fälle häuslicher Gewalt registriert (2018 waren es 123).

Kameras am Körper

Der Widerstand gegen Amtspersonen wie Polizei und Sanitäter ist von 42 auf 64 registrierte Fälle angestiegen – bei 13 Prozent dieser Fälle sind Amtspersonen auch verletzt worden. „Hier haben wir 90 Prozent deutsche Täter, 70 Prozent standen unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen. Beleidigungen fließen in diese Statistik nicht mit ein“, so Koutsky. Die Polizisten werden nun nach und nach mit Körperkameras ausgestattet. Das soll deeskalierend wirken.

Sexualstraftaten

Die Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind um 28 auf 102 Fälle gestiegen. Massiv gestiegen ist der sexuelle Missbrauch von 25 auf 41 Fälle und Kinderpornografie von drei auf 21 Fälle. Die Aufklärungsquote bewegt sich im Bereich über 90 Prozent.

„Die Anzeigebereitschaft wird auch durch den Fall Lügde größer. Wir arbeiten außerdem eng mit dem Jugendamt und dem BKA zusammen. Kinder sollen keine Opfer bleiben, weitere mögliche Taten müssen unterbunden werden – dafür nehmen wir noch mehr Personal in Anspruch“, erläuterte Karsten Koutsky.

Rauschgift

Der Anteil der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in der Gesamtkriminalität ist von 10,3 (2018) auf 6,5 Prozent gesunken. Seit 2013 gab es im Kreis Höxter auch keinen Todesfall im Zusammenhang mit Drogen. Es wurden 121 Verkehrsteilnehmer unter Rauschgifteinwirkung festgestellt (146 im Vorjahr).

Personengruppen

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen ist im vergangenen Jahr erneut von 19,7 auf 17,8 Prozent gesunken. Von den insgesamt im Kreisgebiet ermittelten Tatverdächtigen waren 77,25 Prozent Männer, 76 Prozent hatten ihren Wohnsitz im Kreis. 2039 ermittelte Tatverdächtige waren im Erwachsenenalter, 332 waren Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren.

Außerdem gab es 263 Tatverdächtige im Heranwachsendenalter zwischen 18 und 21 Jahren und 108 im Alter zwischen acht und 14 Jahren. Drei Tatverdächtige waren unter acht Jahre alt. 27,5 Prozent waren Wiederholungstäter.

Kommentare

Jürgen Falke  wrote: 04.03.2020 10:08
Einbrüche im Kreis Höxter rückläufig
Selbst die Einbrecher haben schon gemerkt, dass im Kreis Höxter nichts mehr zu holen ist.
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