„Baum- und Strauchschnitt in großem Umfang nicht fachgerecht“
Warburger Grüne fordern Pflegekataster

Warburg (WB). Bündnis 90/Die Grünen wollen, dass in Warburg ein Pflegekonzept für Bäume, Grünflächen, Hecken und Wegeränder aufgestellt wird. Dieses Konzept soll dafür sorgen, dass das Grün in Zukunft ökologischer und nach nachvollziehbareren Regeln bewirtschaftet wird, wie es in dem Antrag an den Rat heißt.

Sonntag, 01.03.2020, 07:01 Uhr aktualisiert: 01.03.2020, 07:10 Uhr
Die Grünen bemängeln, dass der Baum- und Strauchschnitt in Warburg oft nicht „sach- und fachgerecht“ ausgeführt wird.

Die Fraktion bemängelt, dass die Pflege des Grüns derzeit „in großem Umfang nicht fachgerecht ausgeführt“ wird. Zudem fehlt der Fraktion die finanzielle Transparenz. Für die Anlage und Pflege von Grün- und Biotopflächen würden in der Stadt jedes Jahr 1,2 Millionen Euro ausgegeben. Es gebe aber keine Aufteilung des Geldes nach sinnvollen Posten wie „innerstädtische Grünpflege“, „geförderte Biotoppflege“, „Baumpflege“ oder „Heckenpflege“. Das sei aber sinnvoll, weil nur so Fördermittel eingeworben werden könnten. In Warburg sei „somit die Wirtschaftlichkeit und Sinnhaftigkeit der einzelnen Maßnahmen nicht nachvollziehbar“, macht Ratsfrau Doris Hauck in dem Antrag deutlich.

Einsparpotentiale bei der Pflege

Konkret fordern die Grünen nun ein detailliertes Pflegekonzept auf plausiblen ökonomischen und ökologischen Grundlagen sowie ein Kataster, in dem die Pflegeflächen aufgeführt werden. Darin sollte dann auch die Art des Biotops und der Pflege aufgeschlüsselt werden. So sei es möglich, einen jährlichen Pflegeplan zu erstellen, mit dem auch Fördermöglichkeiten voll ausgeschöpft werden könnten. Am Ende, so begründen die Grünen weiter, gebe es große Einsparpotentiale bei der Pflege und fachgerechtere Arbeitsergebnisse.

Unterfüttert wird der Antrag der Bündnisgrünen nach einem Pflegekonzept und Kataster mit Beispielen aus dem Warburger Land. In Scherfede seien Kopfweiden zuletzt so „unsachgemäß zerfleddert“ worden, dass Fäulnis drohe. Kopfweiden müssten nach dem fachmännischen Beschnitt zehn Jahre ruhen, der hier offenbar vorliegende einjährige Schnittrhythmus sei viel zu hoch.

16 etwa 80 Jahre alte Apfelbäume gefällt

In Ossendorf seien zuletzt 16 etwa 80 Jahre alte Apfelbäume widerrechtlich gefällt worden. Das sei auch ökonomischer Unsinn gewesen, denn ein rechtzeitiger Pflegeschnitt hätte nicht nur die ökologisch wertvollen Bäume gerettet, sondern die Kosten wären auch zu 100 Prozent förderfähig gewesen. Die Ersatzpflanzung von Apfel-Hochstämmen in Ossendorf sei dann wiederum nicht sachgerecht erfolgt. Die jungen Bäume seien nicht vor Verbiss durch Rehe und Hasen geschützt worden, mittlerweile gebe es große Rindenschäden. Auch für die unsachgemäße Pflege von Obstbäumen (versäumter Schnitt) haben die Grünen Beispiele gesammelt.

Im Haushalt 2020 kein Geld eingeplant

Mit dem Antrag der Grünen beschäftigt sich der Warburger Rat in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 3. März, von 17 Uhr an in der Vereinigten Volksbank. Ob die anderen Fraktionen dem Vorschlag der Bündnisgrünen dort schon folgen, ist fraglich. Zum Einen könne ein solches Pflegekonzept und Kataster nicht von städtischen Mitarbeitern, sondern nur von einem externen Fachbüro aufgestellt werden. Zum Anderen sei für eine Beauftragung einer solchen Firma im Haushalt 2020 kein Geld eingeplant, macht Bürgermeister Michael Stickeln in einer ersten Stellungnahme deutlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7300996?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Köln-Tickets: Arminia ändert Vergabemodus
Am Samstag empfängt der DSC Arminia in der Schüco-Arena den 1. FC Köln – dann auch wieder vor Zuschauern. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker