Haus am Kuhlemühler Weg steht schon lange leer
Stadt will die Austermühle verkaufen

Warburg (WB). In der Warburger Politik und Verwaltung gibt es Überlegungen, die alte Austermühle am Kuhlemühler Weg zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eines der ältesten Gebäude der Stadt. Das 1304 fertiggestellt Haus befindet sich allerdings in einem desolaten Zustand.

Donnerstag, 06.02.2020, 07:01 Uhr aktualisiert: 06.02.2020, 07:30 Uhr
Die Austermühle an der Diemel steht seit Jahren leer. Jetzt will die Stadt das Gebäude offenbar verkaufen. Foto: Jürgen Vahle

Die Austermühle und ein daran angebauter neuer Trakt dienten bis September 2015 als Obdachlosen- und Asylantenunterkunft. 2017 wurde der Anbau zum Preis von 60.000 Euro abgerissen, nachdem es dort wiederholt gebrannt hatte. Wegen dieser Schäden war eine Renovierung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar, teilte die Verwaltung damals mit. Zudem ist mit dem Bau der Asylbewerberunterkunft an der Bahnhofstraße Ersatz geschaffen worden.

Gebäude soll Denkmalschutz bekommen

Bestehen blieb am Kuhlemühler Weg der rückwärtig ans Gebäude angrenzende ehemalige Mühlentrakt, der in die Schriftenreihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland“ eingetragen ist und zu jenen Gebäuden in Warburg gehört, die in naher Zukunft unter Denkmalschutz gestellt werden sollen. Es ist seither ungenutzt und die Stadt hat auch keine Verwendung mehr für das Haus. Daher gibt es nun Pläne, das Gebäude zu veräußern.

Ein möglicher Käufer hat sich auch schon gemeldet: der in Erfurt lebende Architekt Elmar Nolte, der auch das Pennig-Haus erwerben möchte. Er ist nach eigenen Angaben bei der Verwaltung zu einem Gespräch vorstellig geworden. Nolte hat sich auf die Sanierung denkmalgeschützter Häuser spezialisiert, kommt aus Warburg und gehört zu den Gründungsmitgliedern des kürzlich ins Leben gerufenen Geschichts- und Denkmalschutzvereins.

Standort sei „nicht ganz einfach“

Ohne Weiteres an ihn verkauft werden könne das Gebäude aber nicht, macht Bürgermeister Michael Stickeln deutlich. Der Verkauf müsse an ein transparentes Verfahren geknüpft sein, damit auch andere Interessierte eine Chance hätten. Zudem möchte die Stadt gerne vor dem Verkauf wissen, was der neue Besitzer mit der alten Mühle plant. Darüber hinaus sei der Standort „nicht ganz einfach“, wie Michael Stickeln berichtet. Der neue Besitzer müsse sich darüber im Klaren sein, dass sich das Gebäude in direkter Nachbarschaft zum Wäscherei-Großbetriebs „CWS“ befindet, der im Schichtbetrieb arbeite.

Wann mit einer Entscheidung in Sachen Austermühle zu rechnen ist, steht noch nicht fest. In Eile ist die Stadt aber offenbar nicht: „Das Haus ist in seinem Bestand gesichert worden“, berichtet Michael Stickeln.

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