Mehr als 500 Feuerwehrleute erweisen in Warburg Heinrich Mantel die letzte Ehre
„Ein guter Kamerad und Freund“

Warburg (WB). Alles im Leben hat seine Zeit. Es gibt Zeiten der Freude, der Liebe, des Leids. Und es gibt Zeiten der Trauer. So wie am Samstag. Heinrich Mantel, der am 16. Januar völlig überraschend im Alter von 66 Jahren verstorben war, wurde zu Grabe getragen. Es war eine der größten Beerdigungen, die die Stadt in den vergangenen Jahren erlebt hat.

Sonntag, 02.02.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2020, 12:28 Uhr

Hunderte Teilnehmer an der Trauerfeier

Allein 350 Feuerwehrleute aus dem Kreis Höxter, den Nachbarkreisen und Warburger Partnerstädten sowie 150 Teilnehmer aus der Jugendfeuerwehr erwiesen dem Ehrenkreisjugendfeuerwehrwart und Träger des Bundesverdienstkreuzes die letzte Ehre. Hunderte Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und allen Teilen des sozialen Lebens nahmen an der Trauerfeier teil.

Große Anteilnahme im gesamten Kreis Höxter

Heinrich Mantel war ein Feuerwehrmann durch und durch. Das wurde bei dem von Pastor Johannes Insel und Feuerwehrseelsorger Pater Thomas Wunram zele­brierten Trauerfeier in der Neustadtkirche deutlich. Allein 21 Jugendfeuerwehr-Einheiten aus dem Kreis Höxter nahmen mit ihren Fahnen an dem Gottesdienst teil, auch der Löschzug Warburg und die Gesamtwehr waren mit Standarten vertreten. Viele Parkplätze in der Innenstadt waren bereits am frühen Morgen für Einsatzfahrzeuge gesperrt worden. Die Kirche war so gut besucht, dass die Trauergäste weit in den Gänge standen und sogar im Chorraum Platz nahmen.

Mit einem Foto wurde in der Kirche an ihn erinnert

Mit einem Foto wurde in der Kirche an ihn erinnert Foto: Jürgen Vahle

Feuerwehrleute tragen ihn zu Grabe

Im Anschluss an den Gottesdienst zog die Gemeinde zu Fuß und bei strömendem Regen vom Neustadtmarktplatz zum Friedhof am Stiepenweg. „Lassen sie auf dem Weg noch einmal ihre persönlichen Erinnerungen an ihn Revue passieren“, sagte Pastor Insel. Die Familie des Verstorbenen wurde in einem Einsatzfahrzeug gefahren. Polizei und Feuerwehr sicherten den Zug, sperrte kurzzeitig das Paderborner Tor bis hoch zur Hüffert. Dort wurde die Urne mit der Asche des Verstorbenen von Feuerwehrleuten zu Grabe getragen und beigesetzt.

„Offen, herzlich, liebenswert, humorvoll, unverwüstlich, mit Ecken und Kanten“, so beschrieb Pastor Johannes Insel den Verstorbenen auch aus vielen eigenen Erfahrungen. Mit Blick auf die Feuerwehrleute und die übervolle Neustadtkirche sagte Pastor Insel: „Gut, dass ihr alle da seid und in Freud und Leid zusammensteht.“

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Warburgs Feuerwehrchef Jürgen Rabbe hielt seine Trauerrede ebenfalls in der Kirche. Er bezeichnete Heinrich Mantel als „guten Kameraden und guten Freund“, der weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und beliebt gewesen sei. Er habe unzählige Kinder und Jugendliche motiviert, der Feuerwehr beizutreten – Rabbe selber übrigens auch. Sichtlich bewegt zählte der Leiter der Warburger Wehr noch einmal Heinrich Mantels Stationen in der Feuerwehr auf und wies auf die vielen Auszeichnungen hin, die er bekommen hatte – vor wenigen Monaten erst das Bundesverdienstkreuz. „Wir konnten uns immer auf dich verlassen. Danke!“

44 Jahre bei der Stadt Warburg beschäftigt

1972 war der Verstorbene der Freiwilligen Feuerwehr Warburg beigetreten. 1984 hatte er das Amt des Jugendfeuerwehrwartes in Warburg übernommen. 1995 wurde er auch stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart und 2003 dann Kreisjugendfeuerwehrwart. Im Jahr 2017 gab er diesen Posten an seinen Sohn Florian weiter. Auch sein Sohn Christian ist aktiver Feuerwehrmann. Seine Frau Birgit engagiert sich ebenfalls in der Einheit. „Eine Familienleidenschaft“, wie auch Pastor Insel feststellte. Erst im vergangenen Jahr war Heinrich Mantel von Bürgermeister Michael Stickeln in den Ruhestand verabschiedet worden. 44 Jahre lang war der Verstorbene bei der Stadt Warburg beschäftigt.

Sein Foto hat einen festen Platz im Feuerwehrhaus

Seit seinem Tod am 16. Januar waren alle Warburger Feuerwehrfahrzeuge mit Trauerflor unterwegs. Die werden jetzt nach der Beerdigung wieder abgenommen. Im Herzen der Einsatzkräfte und im Warburger Feuerwehrhaus am Florianweg hat er aber weiter seinen festen Platz. An prominenter Stelle hängt mittlerweile ein Bild des Verstorbenen.

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