Der Neue Chor Warburg singt vor ausverkauftem Haus
Die Poesie der Stille

Warburg (WB). Einen Ansturm auf die Abendkasse erlebten am Samstag die Kassiererinnen des Konzerts „Days of Beauty“, das der Neue Chor Warburg in der Aula des Gymnasiums Marianum gab. Weit über 200 Gäste kamen, um das Ensemble unter der Leitung von Annette Schmidt-Höngen zu hören.

Sonntag, 02.02.2020, 21:35 Uhr aktualisiert: 02.02.2020, 21:40 Uhr
„May it be” von Mark Brymer war eines der ersten Lieder, das der Neue Chor Warburg unter der Leitung von Annette Schmidt-Höngen in der Aula des Marianums intonierte. Am Steinway begleitete sie Michael Schmidt. Foto: Verena Schäfers-Michels

40 Stimmen intonierten das indianische Lied „Evening Rise“. Auf der Orgel und in der Aula konnte das Publikum die Töne a capella hören, aber nicht sehen. Singend zog der Neue Chor in die Aula ein, und jeder nahm seinen Platz auf der Bühne ein. Am Steinway-Flügel wurden sie von Michael Schmidt begleitet.

Moderator bittet um späten Applaus

Moderator und Sänger Clemens Baumeister bat darum, den Applaus ganz bis zum Schluss aufzusparen, damit sich die entstehende Stille zwischen den Darbietungen entfalten könne. Insgesamt verbreitete das Konzertprogramm eine Stimmung zwischen Meditation und Entspannung. Die Zuhörer konnten genießen, sich fallen lassen.

Das ausgewählte Repertoire an diesem Abend beruhte zu einem großen Teil auf Vertonungen lyrischer Werke. Einige Gedichte aus dem Werk „Die Rosen“ von Rainer Maria Rilke hatte der Komponist Morten Lauridsen arrangiert. Darunter „Dirait-on“, das vom Neuen Chor sehr berührend und intensiv wiedergegeben wurde.

Überraschend kam „The Lake“ von Jay Althouse daher. Das Stück beruht auf einem Gedicht von Edgar Allen Poe. Der schnelle, zackige Rhythmus wirkte aufwühlend.

Musikerin nutzt vier Schlägel gleichzeitig

Neue Energie sammeln konnte der Chor bei den drei Auftritten von Yoana Varbanova, die die Gesangsparts ablöste. Sie spielte die Prelude No. 1 von Ney Posauro an der Marimba. Die studierte Musikerin überzeugte als Solistin und als Mitglied zahlreicher Orchester- und Kammermusikformationen in ganz Deutschland. An der Hochschule für Musik in Detmold ist sie Lehrbeauftragte für Schlagwerkspiel.

Den Prozess des Trauerns und des Schmerzes gab sie in den „Six Elegies für Marimba“ wieder, der von energisch, über wütend zu wehmütig führt. Dabei benutzt die Musikerin vier Schlägel gleichzeitig, wobei sie zwischen verschiedenfarbigen Schlägeln wechselnd, um den Klang zu variieren.

Namensgeberin des Konzerts war die Komposition „Days of Beauty“ des 41-jährigen Norwegers Ola Gjeilo. Eine Abschlussbotschaft gab der 1989 gegründete Chor seinen Gästen mit dem finalen Song „Dance today with joy“ mit auf den Weg: Tanzt heute mit Freude.

  • Der Neue Chor probt dienstags von 20 bis 22 Uhr im Corvinushaus. Ansprechpartnerin ist Annette Schmidt-Höngen, Telefon 05231/88628.

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