Zwölf Kinder erhalten in Warburg-Ossendorf eine Absage Engpass bei Betreuungsplätzen

Warburg (WB). Im Warburger Stadtgebiet gibt es noch zu wenige Kindergartenplätze, insbesondere bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren. In Warburg- Ossendorf ist die Situation besonders schlimm. Nach Angaben des dortigen Bezirksverwaltungsstellenleiters Walter Güntermann wird die aktuelle Nachfrage nach Plätzen durch das vorhandene Angebot im Kindergarten „Heinturmwichtel“ nicht abgedeckt.

Von Ralf Benner
Insgesamt zwölf Kinder aus Ossendorf und Nörde bekommen im Kindergarten „Heinturmwichtel“ in Ossendorf keinen Betreuungsplatz. Für Bezirksverwaltungsstellenleiter Walter Güntermann „eine unbefriedigende Situation“. Er hofft auf Abhilfe.
Insgesamt zwölf Kinder aus Ossendorf und Nörde bekommen im Kindergarten „Heinturmwichtel“ in Ossendorf keinen Betreuungsplatz. Für Bezirksverwaltungsstellenleiter Walter Güntermann „eine unbefriedigende Situation“. Er hofft auf Abhilfe. Foto: Ralf Benner

Insgesamt zwölf Kinder aus Ossendorf und Nörde konnten dort nicht aufgenommen werden, weder in der vorhandenen U3-Gruppe (12 Plätze) noch in den zwei Ü3-Regelgruppen (45 Plätze). Die betroffenen Eltern sind verärgert. Sie äußern große Besorgnis.

„Auch für eine unbefriedigende Situation.“

Walter Güntermann zeigt Verständnis für ihre Sorgen, spricht von einer „auch für mich sehr unbefriedigenden Situation“. Güntermann hofft auf Abhilfe, allerdings seien dafür noch einige Hürden zu nehmen, wie er sagt: „Ich selbst bin leider nicht Herr des Verfahrens und habe keinerlei Befugnis.“

Es sei absehbar gewesen, dass es aufgrund gestiegener Geburtenzahlen und einer wachsenden Nachfrage nach Betreuungsplätzen zu diesem Engpass kommen werde. Darauf habe er auch hingewiesen. Sowohl Bürgermeister Michael Stickeln als auch der CDU-Bürgermeisterkandidat Tobias Scherf hätten ihm ihre Unterstützung in dieser Sache zugesagt.

Stadtverwaltung möchte mit Kreis reden

Doch auch die Stadt Warburg sei nur der Träger des städtischen Kindergartens in Ossendorf. „Es ist aber Aufgabe des Kreisjugendamtes, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zu ermöglichen und umzusetzen“, sagt Güntermann. Im städtischen Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2020, der im Rat noch verabschiedet werden muss, seien Planungskosten für eventuelle An- und Umbauten des Ossendorfer Kindergartens bereits berücksichtigt worden.

Die Stadt werde kurzfristig Gespräche mit dem Kreisjugend- sowie dem Landesjugendamt führen, um eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung anbieten zu können, teilt Güntermann mit. „Es muss eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, eine ausreichende und geeignete Anzahl an Kindergartenplätzen zu schaffen und zur Verfügung zu stellen, damit die Kinder hier in Ossendorf betreut werden können und beispielsweise nicht nach Daseburg gefahren werden müssen.“

Ein Kommentar von Ralf Benner

Die Nachfrage an Betreuungsplätzen im U3-Bereich ist rasant gestiegen. Insbesondere die Zahl der Kinder, die über Mittag betreut werden müssen, weil etwa beide Elternteile berufstätig sind, ist stetig gewachsen. Durch den dadurch entstandenen höheren Betreuungsaufwand und -schlüssel wirkt sich dieser Engpass mittlerweile bis in die Ü3-Regelgruppen aus.

Und Kinder, die älter als drei Jahre sind, können auch nicht mehr vorübergehend bei der Tagesmutter „geparkt“ werden, bis ein Kita-Platz frei geworden ist. War diese Entwicklung absehbar? Vermutlich ja. Fakt ist, dass die vom Kreis jährlich ermittelten Planungszahlen für die Kindertagesstätten aktuell nicht mit dem tatsächlich Bedarf in einigen Einrichtungen im Stadtgebiet Warburg übereinstimmen. Zum Leidwesen der Eltern, die das jetzt ausbaden müssen. Gefragt sind nun schnelle Lösungen.

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