Hochwasserrückhaltebecken bietet keinen ausreichenden Schutz mehr Stadt lässt Neubau prüfen

Warburg (WB). Die Frage, ob das Hochwasserrückhaltebecken in Warburg-Welda, das im Westen der Ortslage bei starken Regenfällen den Hörler Bach bändigt, ganz beseitigt oder durch einen Neubau ersetzt wird, ist weiter offen. Mit einer Entscheidung dürfte frühestens Ende des Jahres zu rechnen sein.

Von Ralf Benner
Die Frage, ob das Hochwasserrückhaltebecken in Welda gänzlich beseitigt oder durch einen Neubau ersetzt werden soll, wird in Welda seit Monaten heiß diskutiert. Anlass war ein Gutachten, das den Rückbau des Bauwerkes empfiehlt.
Die Frage, ob das Hochwasserrückhaltebecken in Welda gänzlich beseitigt oder durch einen Neubau ersetzt werden soll, wird in Welda seit Monaten heiß diskutiert. Anlass war ein Gutachten, das den Rückbau des Bauwerkes empfiehlt. Foto: Ralf Benner

Angst vor Hochwasser sitzt tief

Die Angst, dass die Ortschaft Welda ohne Rückhaltebecken wieder Opfer eines Hochwassers werden könnte, sitzt bei vielen Weldaern noch sehr tief. Sie fürchten um ihr Hab und Gut und haben die Katastrophen, von denen das Dorf in der Vergangenheit getroffen wurde, nicht vergessen.

Um den Sorgen der Weldaer Rechnung zu tragen, hat die Stadt Warburg mittlerweile das Sachverständigenbüro Prof. Dr.-Ing. W. Hartung und Partner aus Hannover damit beauftragt, Pläne für einen möglichen Neubau des Rückhaltebeckens inklusive Fischtreppe zu prüfen. Dieser dürfte nach den Worten von Hubertus Kuhaupt, Ortsvorsteher von Welda, schätzungsweise zwischen 1,7 und 2 Millionen Euro kosten.

Eigentlich sollte diese Planung bereits Mitte November 2019 vorgestellt werden. Sie wird nun voraussichtlich erst im Frühjahr/Frühsommer dieses Jahres vorliegen. „Die Auftragsvergabe durch die Stadt erfolgte bereits im Sommer unmittelbar nach der ersten Bürgerversammlung. Der zeitliche Verzug wurde mir mit den personellen Veränderungen im beauftragten Planungsbüro erläutert“, sagt der Ortsvorsteher.

Planung ist Diskussionsgrundlage für weitere Bürgerversammlung

„Diese Planung ist zunächst einmal Diskussionsgrundlage für eine weitere Bürgerversammlung. Selbstverständlich muss das Ergebnis – mit finanziellen Auswirkungen – dann noch politisch besprochen und beschlossen werden“, erklärt Hubertus Kuhaupt.

Anlass für die Diskussion um das Hochwasserrückhaltebecken in Welda war ein Gutachten, das zu dem Ergebnis kam, dass das Bauwerk an der Hörler Straße keinen ausreichenden Hochwasserschutz mehr für die Ortslage bietet. Eine Sanierung würde sich zudem wirtschaftlich nicht rechnen. Der Gutachter empfiehlt der Stadt daher einen Rückbau sowie die Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Baches (siehe dazu auch den Infokasten).

Ausschachtungsarbeiten an der Twiste

Es werde weiter mit Hochdruck die beste Lösung für das Dorf gesucht. „Da ist Dampf auf dem Kessel“, versichert Kuhaupt. Als begleitende Maßnahme hat Kuhaupt für den städtischen Haushalt 2020, der am 21. Januar in den Rat eingebracht wird, beantragt, Mittel für Ausschachtungsarbeiten an der Twiste im Bereich des Kulturbahnhofes (Kuba) bereitzustellen. Dort sei die Gefahr immer besonders groß, dass der Bach über die Ufer tritt.

Zudem habe er das Bauamt darum gebeten, Mittel aus dem Etat für Hochwasserschutz zur Verfügung zu stellen, um das Bett oberhalb der Ortslage, im Bereich der Mühle zu reinigen und von Müll zu befreien, damit sich der Hörler Bach dort nicht aufstauen kann.

Bereits im vergangenen Jahr war ein Unternehmen damit beauftragt worden, für die Durchgängigkeit des Gewässers und eine entsprechende Fließgeschwindigkeit von fünf Kubikmetern pro Sekunde im Ortskern zu sorgen. Der einbetonierte Bachlauf im Ort war auf einer Länge von 1,5 Kilometern von Schlamm und Totholz gereinigt worden, damit sich das Gewässer bei starken Regenfällen nicht aufstaut und ein Hochwasser verursacht. 15.000 Euro waren dafür 2019 in den Haushalt eingestellt worden.

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