Goldschmiede Raschka schließt – Handwerksmeisterin hat neue Pläne
Heimatliebe als Schmuckstück

Warburg (WB). Angela Raschka macht einen lang gehegten Traum wahr: Ende Mai schließt sie ihre Goldschmiede mit Verkaufsladen und Werkstatt in Warburg. Sie will ihr Leben ändern und plant ein offenes Atelier in ihrer Heimat, in Mengeringhausen. Von dort aus will die 52-Jährige unter anderem ihre eigene Schmuck-Kollektion unter dem Titel „Heimat to go“ weiter voranbringen.

Donnerstag, 09.01.2020, 11:00 Uhr
Angela Raschka schließt Ende Mai ihre Goldschmiede in Warburg. Sie plant ein offenes Atelier in ihrer Heimat, in Mengeringhausen. Von dort aus will die 52-Jährige unter anderem ihre eigene Schmuck­Kollektion weiter voranbringen. Foto: Silvia Schonheim

„Ich muss das Geschäft nicht schließen. Es läuft gut. Aufträge sind da. Ich habe einfach Lust, etwas anderes zu machen. Wenn ich den Schritt jetzt nicht wage, wann dann?“, fragt die Goldschmiedemeisterin. Das Hin und Her zwischen Werkstatt und Verkaufsladen sei auf Dauer sehr anstrengend. Geeignetes Personal für Werkstatt oder Verkauf zu finden, sei schwierig, erklärt Angela Raschka die Hintergründe der Schließung. „Der Mietvertrag läuft Ende Juni aus, deshalb bietet sich der Schritt genau jetzt an“, sagt sie.

Geschäft von den Eltern übernommen

Das Geschäft hatte Angela Raschka 2009 von ihren Eltern übernommen. Kurt (79) und Bärbel (75) Raschka hatten 1966 ihr erstes Juweliergeschäft in Mengeringhausen eröffnet. 1978 übernahmen der Goldschmiedemeister und die Kauffrau das in Warburg bestehende Juweliergeschäft Beule in der Hauptstraße 41. Seit September 2013 ist die Goldschmiede der Familie Raschka in der Hauptstraße 85 zu finden.

Wenn der Räumungsverkauf Ende Mai abgeschlossen ist, dreht Angela Raschka mit einem lachenden und einem weinenden Auge den Schlüssel um: „Warburg und die Kunden sind mir ans Herz gewachsen. Warburg ist meine zweite Heimat. Auch meine Eltern sind traurig, nicht mehr den täglichen Bezug nach Warburg haben zu können. Das Geschäft war ja auch ihr Leben. Trotzdem freue ich mich darauf, mich in Zukunft in Mengeringhausen ganz auf die Werkstatt-Arbeit konzentrieren zu können.“ Wo sie genau ihr Atelier eröffnen wird, steht allerdings noch nicht fest.

Eigene Schmuck-Kollektion als festes Standbein

Wie sie ihre Arbeit in Zukunft gestalten will, weiß die Goldschmiedemeisterin aber schon genau. Ein festes Standbein wird ihre eigene Schmuck-Kollektion sein. Unter dem Titel „Heimat to go“ kreiert die 52-Jährige Schmuck rund ums Waldecker Land. Die Ringe, Anhänger, Ohrstecker, Armreifen und -bänder seien allesamt Unikate. Der achtzackige Waldecker Stern ziert die Schmuckstücke genauso wie Auszüge aus dem Waldecker Lied oder die Umrisse des Waldecker Landes. „Der Waldecker ist sehr heimatverbunden“, weiß Raschka und ist vom Erfolg ihrer Linie überzeugt. „Die ersten Stücke habe ich erfolgreich auf dem Weihnachtsmarkt 2018 in Landau verkauft. Der Schmuck kam ungeheuer gut an“, sagt sie.

In ihrem offenen Atelier wolle sie zudem Servicearbeiten im Schmuck- und Uhrenbereich sowie Umarbeitungen im Schmuckbereich anbieten. Angela Raschka ist es wichtig, ihre Heimatverbundenheit zu zeigen: „ Ich werde heimisches Gold, Waldecker Gold, verarbeiten.“ Kupfer solle aus Adorf kommen und Silber aus dem Sauerland. „So kann ich die Legierungen selber mischen und mit heimischem Material Schmuck kreieren.“

„Heimat to go“

Angela Raschka ist von ihrer Idee „Heimat to go“ überzeugt: „Waldecker gibt es überall. Ich habe schon Stücke nach Schweden, Kanada oder die USA verkauft. Und je globaler das Leben wird, desto mehr kuscheln die Menschen mit der Heimat.“

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