Schwester Hatune hilft: 340 Patienten erfolgreich an Augen operiert
Kinderkrippe in Jinka geplant

Warburg (WB). In den Tagen vor Weihnachten ist die syrisch-orthodoxe Schwester Hatune Dogan in den Irak aufgebrochen, um syrischen Flüchtlingen warme Decken für den Winter zu bringen. 25.000 Decken hat sie dank der vielen Spenden für dieses Projekt anschaffen können, berichtet sie. Viel Geld kam auch aus dem Warburger Land.

Dienstag, 07.01.2020, 15:05 Uhr aktualisiert: 07.01.2020, 15:10 Uhr
Schwester Hatune Dogan und ihre Begleiterin Lucy Aksal freuen sich über den Bau von fünf neuen Brunnen in Äthiopien, an denen die Kinder sauberes Wasser holen können. Viel Geld für ihre neuen Projekte wurden im Warburger Land gesammelt.

Augenoperations-Projekt besucht

Erst Ende November sei sie aus Äthiopien zurückgekehrt, wo sie gemeinsam mit der ehrenamtlichen Helferin Lucy Aksal das erste eigenständige Augenoperations-Projekt der Hatune-Stiftung in Gondar besucht habe, berichtet Hatune Dogan weiter. „In Deutschland kostet eine solche Operation mehrere tausend Euro, aber in Äthiopien können wir für 100 Euro das Augenlicht retten“, erzählt sie. 340 Menschen seien inzwischen erfolgreich operiert worden – und die Aktion läuft weiter. Denn mehr als 6000 Menschen seien in dieser Gegend an Augenerkrankungen nahezu erblindet.

In Debre Tabor, im Norden des Landes, sei ihr gerade ein Gelände von 150 Hektar Größe zugesprochen. Dort möchte die syrisch-orthodoxe Schwester ein zweites Projektdorf aufbauen, in dem den Bewohnern die Landwirtschaft und Tierhaltung beigebracht wird, damit sie sich selbst versorgen können. Die Kosten dafür würden sich auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen.

Ziel: Eine Babyklappe einrichten

Wichtig ist es Schwester Hatune, eine Babyklappe einzurichten, damit Eltern ihre Neugeborenen nicht töten. „Eine Durchschnittsfamilie hat circa zehn Kinder und Verhütung gibt es keine.“ Etwa 70 Waisenkinder und noch einmal so viele Erzieher und Pfleger sollen ein Zuhause in dem Dorf finden. Es soll einen Kindergarten, eine Schule und eine Berufsschule für die Zweige Landwirt, Gärtner, Klempner, Näherin und Informatiker geben. Auch ein Freizeitzentrum soll nicht fehlen.

Bereits im Frühling wurden ähnliche Pläne für Jinka im Süden Äthiopien angefertigt, wo der Schwester ein neun Hektar großes Gelände überschrieben wurde. Dort soll es zusätzlich noch eine Klinik für Pädiatrie, Gynäkologie, Kardiologie und Chirurgie geben. „Ich möchte dort eine Kinder- und Jugendbildungsstätte einrichten. Diese Menschen wissen nicht, wie man Gemüse und Obst anbaut. Sie kennen nur Papayas, Mango und Weißkohl. Dabei gibt es an diesen beiden Orten genug Wasser.“

3500 Euro für jeden Brunnen

Das ist nicht überall in Äthiopien der Fall. Oft legten die Menschen mit Kanistern beladen eine Strecke von acht Kilometern zurück, um sauberes Wasser zu bekommen. Fünf Brunnen habe die Hatune-Stiftung gebohrt. „Das ist sehr teuer in Afrika, weil alle Maschinen importiert werden müssen. 3500 Euro zahlen wir für jeden Brunnen.“

Die politische Situation in Addis Adeba macht Hatune Dogan große Sorgen: „Inzwischen wurden 78 Kirchen verbrannt. Im Oktober wurden 69 Menschen, darunter mehrere christliche Priester, ermordet.“ Im Land herrsche Bürgerkrieg. Eine Synode, an der sie als Rednerin teilnehmen wollte, sei aufgrund der Unruhen abgebrochen worden und die syrisch-orthodoxen Bischöfe seien auf die Straßen gegangen, um zu demonstrieren.

„Dafür danke ich allen Unterstützern“

Positiv blickt sie dagegen auf den Verlauf der jüngsten Projekte: „Ich jubele darüber, dass dank der Unterstützung so vieler Spender 340 Menschen ihr Augenlicht wiedergewonnen haben. Dafür danke ich allen Unterstützern“, freut sich Hatune Dogan.

Derzeit sammelt sie Sommerkleider für die Frauen der Naturvölker in Jinka, die keine oder nur unzureichende Kleidung besitzen. Gebrauchte Kleider von guter Qualität nimmt sie dankbar entgegen. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.hatunefoundation.de .

Kommentare

Richard Gerlach  wrote: 08.01.2020 08:17
Gibt es auch unabhängige Quellen?
Dogans Einsatz in Ehren, aber gibt es eigentlich auch unabhängige Quellen für die eindrucksvollen Statistiken, die sie unentwegt über Ihre eigenen Projekte verbreitet? 340 Augen-OPs? Innerhalb welchen Zeitraumes? Welche Ärzte haben die durchgeführt? Direkt von der Stiftung oder arbeitet Dogan z. B. mit Ärzte ohne Grenzen zusammen? Würde mich mal interessieren...
Total 1 comments
Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7175103?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Arminia und der Karten-Ärger – Hacker-Angriff?
Zu 20 Prozent darf die Schüco-Arena am Samstag ausgelastet werden. Die Registrierung für die etwa 5400 Karten sorgt für Probleme. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker