Landrat Spieker dankt Helfern: Neujahrsempfang für die Feuerwehren aus allen Städten des Kreises Höxter
„Die mutigste Bürgerinitiative“

Kreis Höxter/Marienmünster (WB). Auf ihre Feuerwehren können sich die Bürger im Kreis Höxter verlassen – das hat auch die Zahl von 2063 Einsätzen im abgelaufenen Jahr 2019 deutlich gemacht. Vor allem extreme Wettersituationen sorgten für das hohe Einsatzaufkommen, das nur wenig unter dem des Vorjahres (2295 Einsätze) lag.

Montag, 06.01.2020, 21:15 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 21:20 Uhr
Zum Neujahrsempfang kamen in Marienmünster- Vörden die Wehrführungen aus den zehn Städten des Kreises mit Vertreten der Ordnungsbehörden sowie Gästen zusammen. Foto: Heinz Wilfert

Landrat Friedhelm Spieker dankte in der Grundschule Vörden beim Neujahrsempfang der Feuerwehren aus allen zehn Städten des Kreises für deren Tatkraft, den Mut und den Einsatz zum Wohle der Menschen. Kreisbrandmeister Rudolf Lüke aus Brakel wies auf die vielen Lehrgänge hin, an denen Feuerwehrleute teilgenommen haben und die den hohen Ausbildungsstand sichern.

2020 bekomme Brakel ein neues Fahrzeug und 2022 Bad Driburg, das in das ABC-Konzept eingebunden werde. Für beide Anschaffungen komme das Land auf. Für den 11. Februar kündigte Lüke ein Treffen mit der Unfallkasse an, wo neue Regelungen erörtert werden sollen. Der diesjährige Kreisverbandstag findet in Borgentreich statt. Am 19. Januar ist zu einem Gottesdienst für Einsatzkräfte nach Neuenheerse eingeladen. Geplant sei auch ein Besuch im Landtag in Düsseldorf.

Spieker würdigte die Feuerwehr als lebendigste und mutigste Bürgerinitiative, deren Einsätze zum Brandschutz, zum Rettungswesen und bei der Katastrophenhilfe höchste Anerkennung verdienten. „Die Feuerwehrleute opfern ihre Freizeit, um Menschen Sicherheit zu geben und in Not zu helfen.“ Das hätten sie auch während der Weihnachtsfeiertage bewiesen: beim Gasaustritt in einem Druckbehälter in Scherfede und bei einem Großbrand in Erwitzen, wo in der Silvesternacht eine Scheune niederbrannte.

Unglücksnacht im Oktober

Der Landrat begrüßte in Vörden auch die zahlreichen Vertreter der Hilfsorganisationen, der Polizei und der Bundeswehr. Der Neujahrsempfang zähle immer zu den besonderen Terminen in seinem Jahreskalender. „Ich habe während meiner zehnjährigen Amtszeit keinen ausgelassen,“ so der Landrat, der im Herbst nicht wie-der antritt. Spieker erinnerte an eine besondere Einsatzlage, als am 16. Oktober in einer einzigen Unglücksnacht 20.000 Liter Wasser pro Sekunde durch die Dörfer um Brakel schossen und vor allem in Beller, Erkeln und Hembsen schwere Verwüstungen anrichteten. Weitere Großschadensfälle im vergangenen Jahr waren der Brand eines Stalls in Natzungen, das „Sturmtief Eberhard“ und ein Wohnungsbrand in Herstelle, bei dem eine Frau starb. Drei Menschen seien bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, weil gerade auf Landstraßen immer noch zu schnell gefahren werde.

Wichtige Weichenstellungen seien für den Bevölkerungsschutz im Kreis Höxter unternommen worden – unter anderem mit der Übung „Wesersturm“ mit 700 Einsatzkräften und 100 Fahrzeugen von Feuerwehr und Hilfsorganisationen aus den Kreisen Höxter, Paderborn und Herford. Ziel der Übung sei es gewesen, die überörtliche Zusammenarbeit und die Katastrophenschutzkonzepte von Kreis und Land in der Praxis zu erproben.

Ein neues Löschgruppenfahrzeug für den Katastrophenschutz wurde in Dienst gestellt (in Beverungen stationiert) und vom Bund bezahlt. Das Fahrzeug könne jederzeit im Rahmen der örtlichen Gefahrenabwehr als „zusätzliches Löschgruppenfahrzeug“ zum Einsatz kommen. Spieker: „An der Kreisleitstelle in Brakel erfolgen derzeit umfassende Baumaßnahmen mit einem Volumen von 1,5 Millionen Euro. Durch einen Anbau können dann mehr Disponentenplätze für eingehende Notrufe angenommen werden.“

Damit reagiere man auf neue Aufgaben im Bevölkerungsschutz. „Und wir treiben die interkommunale Zusammenarbeit voran,“ so Spieker, der auf einen personellen Wechsel hinwies. Auf Andreas Niggemeyer folgte in der Abteilung Bevölkerungsschutz Thomas Krämer. Auch in den kommenden Jahren werde der Kreis weiter in den Bevölkerungsschutz und das Rettungswesen investieren.

Zu den größten Investitionen zähle die Anschaffung eines Spezialcontainers zum Löschen brennender Autos, die Anschaffung neuer Rettungsfahrzeuge (1,5 Millionen Euro), der Bau der neuen Rettungszentrale (2,44 Millionen Euro) und der Bau einer neuen Rettungswache in Brakel (3,44 Millionen Euro). Schon in den letzten Jahren seien für sieben Millionen Euro die Rettungswachen in Beverungen, Bad Driburg, Peckelsheim und Warburg neu gebaut worden.

Neue Rettungswache in 2021

Der Neubau der Rettungswache Steinheim mit Kosten von drei Millionen Euro sei für 2021 geplant und schließe das Programm ab. Marienmünsters Bürgermeister Robert Klocke hatte die vielen Gäste ebenfalls zum Neujahrsempfang begrüßt, der vor zwei Jahrzehnten unter dem damaligen Kreisbrandmeister Josef Föckel erstmals in Vörden initiiert wurde. Klocke wies darauf hin, dass die Stadt nicht nur in die schulische Bildung investiere, sondern auch in die Feuerwehr.

Dank an Dr. Rolf Schulte

In Bremerberg entstehe ein neue Gerätehaus, für die Löschgruppen Kleinen-/Großenbreden arbeite man an einer Lösung. „Die Feuerwehr ist nicht nur zuständig für den Schutz von Leib und Leben, sondern auch als wesentlicher Bestandteil des Kulturlebens unverzichtbar“, lobte Klocke.

Geehrt wurde im Rahmen der Veranstaltung Dr. Rolf Schule, der sich nach 26 Jahren als „Leitender Notarzt“ von dieser Aufgabe verabschiedete. Er würdigte das gute Zusammenspiel von Feuerwehr und Rettungsdiensten, dankte aber auch der Notfallseelsorge mit Pater Thomas Wunram aus Bad Driburg, die bei der Bewältigung von belastenden Ereignissen eine wichtige Rolle spiele und im vergangenen Jahr 93 Mal in Anspruch genommen wurde.

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