300 Gäste kommen zum 7. Neujahrskonzert des Kulturforums Glamour auf der Bühne

Warburg (WB). Es ist über die Jahre zu einer Tradition geworden: das Neujahrskonzert des Kulturforums Warburg am ersten Samstag im neuen Jahr im Pädagogischen Zentrum (PZ). Bei dieser Gelegenheit konnte nicht nur die erstklassige Musik des „ResiDance Orchesters Cassel“ genossen ­werden. Die etwa 300 Besucher konnten auch die Tanzfläche betreten.

Von Verena Schäfers-Michels
Gute Stimmung verströmten Dirigent Kai-Michael Schirmer und Sopranistin Christiane Winning bei ihrem Duett „Hoch droben auf dem Berg“. Auch die anderen Programmpunkte begeisterten die Gäste im Pädagogischen Zentrum.
Gute Stimmung verströmten Dirigent Kai-Michael Schirmer und Sopranistin Christiane Winning bei ihrem Duett „Hoch droben auf dem Berg“. Auch die anderen Programmpunkte begeisterten die Gäste im Pädagogischen Zentrum. Foto: Verena Schäfers-Michels

In den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts wurde in der Königsstraße in der Stadt Kassel – die bis 1927 mit C geschrieben wurde – im Residenz-Café unter der Leitung von Bernard Etté zum Tanz aufgespielt.

Schwarze Anzüge, glamouröse Roben

Einhundert Jahre später interpretierten die Musiker des „ResiDance Orchesters“ Hits und Klassiker damaliger Sänger und Komponisten nun authentisch neu auf der Bühne des PZ. Die Herren trugen stilecht schwarze Anzüge und die Damen waren in glitzernde glamouröse Roben gekleidet.

„Was werden uns die 20er-Jahre dieses Jahrhunderts bringen?“, richtete sich Lena Volmert vom Kulturforum in der Begrüßung an das Publikum. Seit fast vierzig Jahren organisiert das „Kufo“ mit vielen Ehrenamtlichen über das ganze Jahr verteilt musikalische und kabarettistische Perlen, die das kulturelle Leben der Hansestadt bereichern. Diese Musikveranstaltung, die das Lebensgefühl der 1920er- bis 1950er-Jahre vermittelte, gehört dazu.

19 Stücke aus den Jahren 1926 bis 1956

Mit einem schwungvollen Start eröffnete Tenor Rainer Nentwig das Programm mit „Susi“, einem Foxtrott von 1932. Der Sänger dominierte einige Lieder mit seiner einnehmenden Stimme. Beim orientalischen Foxtrott „Salome“ sorgte er gehörig für Gänsehaut und ließ die Karawanen im Sand lebendig werden.

Gute Stimmung verströmten Dirigent Kai-Michael Schirmer und Sopranistin Christiane Winning bei ihrem Duett „Hoch droben auf dem Berg“. Wie der charmante Moderator und erste Trompeter Florian Pohlmann verriet, stammt das Lied aus dem Film „Rosen in Tirol“ von 1940, in dem es um verbotene Liebschaften geht. Wozu solche Liebeleien führen können, das war im feurigen Tango „Jealousy“ von 1926 zu hören. 19 Stücke aus den Jahren 1926 bis 1956 hatte das Orchester an diesem Abend in sein zweitteiliges Programm aufgenommen.

Gäste klatschen lieber anstatt zu tanzen

In der zweiten Hälfte des Konzertes forderten die 17 Musiker die Gästen zum Tanzen auf. Dafür ging Dirigent Kai-Michael Schirmer selbst zu den Damen und legte mit ihnen eine heiße Sohle auf das Parkett. Insgesamt hielten sich die Besucher jedoch mit dem Tanzen zurück und beschränkten sich auf das Mitklatschen. Einzelne Paare nutzten den Freiraum an der Theke im oberen Bereich, anstatt der Tanzfläche vor der Bühne, wo Rainer Nentwig „Ich tanze mit dir in den Morgen“ intonierte.

Dabei zeigte der „Lambeth Walk“ bei dem Schirmer zehn Paare beziehungsweise 20 Tanzwillige zu sich bat, um ihnen Tanzschritte beizubringen, wie viel Spaß es macht, sich zu Musik zu bewegen. Gerade bei solch authentischer und liebevoller Umsetzung, wie sie dem „ResiDance Orchester Cassel“ gelingt.

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