Schornsteinfegermeister überbringen Neujahrsgrüße in Beverungen
Glücksbringer auf Tour

Beverungen (WB). Premiere und Finale im Beverunger Rathaus: Zum ersten Mal hat Hubertus Grimm als Bürgermeister die Bezirksschornsteinfeger aus dem Kreis Höxter in Beverungen begrüßt – für Landrat Friedhelm Spieker war es der letzte Empfang seiner Amtszeit.

Samstag, 04.01.2020, 10:52 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 11:00 Uhr
Über die Glücksbringer im Beverunger Rathaus freuen sich neben Bürgermeister Hubertus Grimm auch Bundestagsabgeordneter Christian Haase, Stephan Stromberg, zuständiger Sachbearbeiter beim Kreis Höxter, sowie Landrat Friedhelm Spieker. Foto: A. Rüther

„Was gibt es Schöneres in einem Wahljahr, als Schornsteinfegermeister zu begrüßen und damit Glück in Empfang zu nehmen?“, so Hubertus Grimm im Ratssaal. Spieker dagegen sieht dem Wahljahr sehr entspannt entgegen, tritt er doch bekanntermaßen nicht wieder an.

Zum Abschied und als Erinnerung überreicht Dietmar Weber Landrat Friedhelm Spieker einen metallenen Schornsteinfeger.

Zum Abschied und als Erinnerung überreicht Dietmar Weber Landrat Friedhelm Spieker einen metallenen Schornsteinfeger. Foto: Alexandra Rüther

Beverungen begeht in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum als Großgemeinde. In diesen fünf Jahrzehnten habe die Stadt eine Entwicklung durchlaufen, die zunächst steil nach oben verlief, nachdem 1971 das Kernkraftwerk in Würgassen entstanden sei. Neben dem wirtschaftlichen Aufschwung wuchs auch die Bevölkerungszahl – der Höchststand war 1996 mit 16.000 Einwohnern erreicht.

1994 wurde das Kraftwerk stillgelegt, mehr als 500 Arbeitsplätze gingen verloren. Und auch die Möbelindustrie brach Ende der 1990er Jahre weg, die Arbeitslosenquote erreichte nicht geahnte Höhen. „Aber das ist Geschichte“, betonte der Bürgermeister.

Beverungen ist Vorreiter bei regenerativen Energien

Heute sei die Wirtschaft geprägt von gesunden mittelständischen Betrieben. Und neben dem stillgelegten Kraftwerk, das sicher immer noch ortsbildprägend ist, ist Beverungen Vorreiter im Kreis, was den Ausbau regenerativer Energien angeht, wie der Bürgerwindpark, eine Solaranlage und die Biogasanlage zeigen, mit deren Abwärme unter anderem das Beverunger Schulzentrum und das Freibad geheizt werden. Auch über die kulturelle Vielfalt in Beverungen erfuhren die Schornsteinfeger einiges. Im Anschluss an den Empfang besuchten sie zusammen mit ihren Ehefrauen das Korbmachermuseum in Dalhausen.

Neubesetzungen gibt es in den 16 Kehrbezirken des Kreises nicht. Friedhelm Moors sei aber in den Ruhestand verabschiedet worden, berichtete Kreisvorsitzender Dietmar Weber. Nachfolger für den Bezirk Marienmünster ist Heinz-Jörg Heinemann aus Bad Driburg, der zuletzt in Paderborn tätig war und nun in den Kreis Höxter zurückgekommen sei. Beunruhigend sei auch im Schornsteinfegerhandwerk die Ausbildungslage.

Es sei schwierig, geeignete Auszubildende zu finden, sagte Weber. „Zwei Auszubildende haben wir aber dieses Jahr.“ Außerdem seien in zwei Betrieben junge Damen in der Warteschleife, die den Beruf erlernen möchten. Stephan Kunstein steht jetzt vor seiner zweiten Amtszeit im Bezirk Nieheim.

Gerade zu Beginn des Jahres seien Freude und Optimismus wichtig. Und der Schornsteinfeger sei nun einmal der personifizierte Glücksbringer schlechthin, sagte Landrat Friedhelm Spieker, der den Schornsteinfegern für diese „schöne Geste“ dankte. Für Christian Haase sind die Schornsteinfeger auch wichtige Vermittler zwischen den Politikern in Berlin und den Bürgern.

„Niemand hätte vor einem Jahr gedacht, dass der Klimaschutz heute eine so wichtige Rolle spielt.“ Die häuslichen Feuerstellen stünden mit dem verabschiedeten Klimapaket ebenso im Fokus wie der Heizungstausch. „Hier gilt es über die verschiedenen Möglichkeiten aufzuklären“, so Haase. Und dafür seien die Schornsteinfeger wichtige Multiplikatoren.

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