Polizei erklärt, was Beamte im Wach- und Wechseldienst am Körper tragen
Für viele Fälle ausgerüstet

Warburg (WB). Unfälle, Schadenslagen, Verkehrssicherung: Polizisten müssen auf viele Situation reagieren können. Ihre Ausrüstung hilft ihnen dabei. An der Wache in Warburg hat die Polizei erklärt, was Beamte im Wach- und Wechseldienst bei sich tragen.

Freitag, 03.01.2020, 07:00 Uhr
m Dienst trägt ein Polizist viel mit sich herum: Neben der Uniform und der Dienstwaffe gehören allerlei Ausrüstungsgegenstände dazu. Einige davon zeigt und erklärt die Kreispolizeibehörde Höxter in der Wache in Warburg. Foto: Daniel Lüns

Jedes Stück der Ausrüstung zeigt Polizeihauptkommissar Markus Overbeck dabei nicht. Zum einen aus einsatztaktischen Gründen. Zum anderen, weil die Ausstattung variiert. »Das hängt davon ab, was man macht: Arbeitet man etwa im Wach- und Wechseldienst oder in einer Spezialeinheit«, sagt er. Zudem kann die Ausstattung je nach Anlass wechseln.

Schusssichere und stichfeste Schutzweste wird offen getragen

Die schweren schusssicheren und stichfesten Schutzwesten etwa, die im Streifenwagen lagern, werden bei Bedarf angelegt. Das gleiche gilt natürlich auch für Winterparka oder die neongelb leuchtenden Regenjacken. Auch Helme werden nicht immer getragen. Wohl aber gibt es Dinge, die ein Streifenpolizist im Dienst nahezu immer bei sich trägt.

Dazu gehört in erster Linie natürlich seine Uniform. Funktionsstiefel sollen vor Öl und Säure schützen. Durch reflektierende Elemente in Hosen, Pullovern und Mützen sollen die Beamten auch im Dunkeln gut sichtbar sein. Der Gedanke der Sichtbarkeit und des Eigenschutzes zieht sich durch das Ausstattungspaket durch. Seit Neuestem etwa können die Beamten neue Funktionswesten nutzen, die reflektieren und allerlei Stauraum bieten.

»Bisher haben wir die Westen verdeckt getragen, unter der Kleidung. Nun tragen wir sie offen«, erklärt Overbeck. Das habe diverse Vorteile. So könne die Weste in der Wache schnell an- oder ausgezogen werden. Außerdem könne sie ratzfatz bestückt werden. In den Taschen können unter anderem Funkgerät und Taschenlampe Platz finden.

Dienstwaffe hängt an einem Holster am Oberschenkel

Ein sogenannter Einsatzmehrzweckstock (EMS) oder ein Reizgassprühgerät (RSG) sollen der Eigensicherung dienen. Auch Notizbuch, Kugelschreiber, Funkgerät oder Handschellen gehören zur Ausrüstung. An einem Holster, das am Oberschenkel befestigt wird, können die Dienstwaffe, ein Reservemagazin oder Mehrzweckhandschuhe mitgeführt werden. Eine Verbesserung, findet der Polizist: »Früher hatten wir das alles am Gürtel. Je nachdem, was man dabei hatte, wurde das beim Anschnallen im Auto schon kritisch.«

»Die Handschuhe haben einen gewissen Schnittschutz. Den braucht man zum Beispiel an Unfallstellen, wo man es oft mit geborstenen Scheiben zu tun hat«, sagt Overbeck. Für die Durchsuchung von Sachen oder Personen gibt es Einmalhandschuhe. Das habe auch hygienische Gründe: »Im Zweifelsfall muss ich ja auch eine Unterhose oder alte Socken anfassen.«

»Bei der Ausstattung der Polizisten tut sich gerade viel«, erklärt Jörg Niggemann, Sprecher der Kreispolizeibehörde Höxter. »In der nächsten Zeit kommt noch Einiges dazu.« Beamte, die im Streifendienst tätig seien, sollen etwa mit Kameras ausgestattet werden, den Bodycams. Zudem sollen sie Smartphones bekommen.

Polizist trägt im Dienst mehr als fünf Kilogramm mit sich herum

Die Mobiltelefone sollen unter anderem mit der sogenannten SIS-App ausgestattet sein. Diese ermöglicht Polizisten den Zugriff auf die mehr als 70 Millionen Datensätze des Schengener Informationssystems SIS. Dort werden etwa zur Fahndung ausgeschriebene Personen gespeichert. Auch ein Kennzeichenscanner ist an Bord.

Wie viel die Ausrüstung kostet, die ein Polizist bei sich trägt, könne nicht genau beziffert werden. »Für jede Funktion gibt es einen speziellen Ausstattungskatalog«, erklärt Niggemann. Auch würden die Gegenstände über verschiedene Bereiche abgerechnet. »Die Helme etwa sind ja im Wagen.«

Da sich die Ausrüstung je nach Anlass und Einsatz ändert, kann auch ihr Gewicht schwer beziffert werden. Fest steht: Ein Polizist trägt im Wach- und Wechseldienst mehr als fünf Kilogramm mit sich herum. Je nach Anlass können daraus auch 20 Kilo werden.

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