Avacon investiert zwischen Dössel und Daseburg in Strommasten Mit einem Schuss auf 37 Meter

Warburg (WB). Sechs Mann auf einem Mast: Dieses Bild hat sich am Donnerstag den Autofahrern geboten, die auf der Dösseler Straße zwischen Dössel und Daseburg unterwegs waren. Ein Auslegerkran, ein Kranwagen und viele weitere Fahrzeuge komplettierten diese ungewöhnliche Szenerie.

Von Astrid E. Hoffmann
Autofahrer, die auf der Dösseler Straße unterwegs waren, staunten nicht schlecht: Arbeiter sorgten dafür, dass in einen ein 35 Meter hohen Strommasten ein Zwischenstück eingesetzt wurde. Dadurch wird unter anderem die Leitungskapazität erhöht.
Autofahrer, die auf der Dösseler Straße unterwegs waren, staunten nicht schlecht: Arbeiter sorgten dafür, dass in einen ein 35 Meter hohen Strommasten ein Zwischenstück eingesetzt wurde. Dadurch wird unter anderem die Leitungskapazität erhöht. Foto: Astrid E. Hoffmann

40 Kilometer langen Leitung

Der Energieversorger Avacon mit Sitz in Helmstedt ist verantwortlich für diese Baumaßnahme. Der Netzbetreiber nimmt an der 40 Kilometer langen Leitung, die sich von Wolfhagen nach Borgholz erstreckt, Optimierungen vor. Durch die Einspeisung von Strom aus Windkraftanlagen müssen die vorhandenen Leitungen mehr Strom aufnehmen und transportieren. Um dies zu erreichen, werden auf der gesamten Leitungsstrecke, die 1963 gebaut wurde, vier Masten – zwei im hessischen Teil, einer bei Eissen und eben dieser Hochspannungsmast an der Dösseler Straße – um jeweils ein Metallelement, einen sogenannten Schuss, erhöht. Dies bedeutet, wie hier im Fall von Mast 89 geschehen, dass ein Zwischenschuss, der zwei Meter hoch ist, in den bestehenden Masten eingesetzt wird.

Den Landwirten mehr Höhe geben

Zunächst lösten die Arbeiter der Firma Spie an den vier Ständern die Muttern, reinigten die freigelegten Enden und pinselten Farbe darauf. Der Auslegerkranhaken war zuvor an der Mastspitze (genannt Erdseilspitze) eingeklinkt worden. Nachdem der Mast also geteilt worden war, hob der Kran das obere Ende etwa drei Meter an, das neue Teil wurde mit dem kleineren Autokran eingefügt. Die sechs Arbeiter verschraubten den Zwischenschuss, der Haken wurde gelöst und der gesamte Mast ist damit von 35 auf 37 Meter erhöht.

Diese Erhöhung bewirkt, dass die Leitungen nicht so tief durchhängen. „Je mehr Strom durch die Leitung fließt, desto größer ist der Durchhang der Leitung“, erklärt Projektleiter Daniel Alles von der Avacon. Wenn die Leitungen aber zu tief hängen, wird die landwirtschaftliche Bewirtschaftung eingeschränkt.

Kontrolle per Hubschrauber

Die Leitungen werden regelmäßig mit Hubschrauber abgeflogen und dabei mit Laserscannern vermessen. Die vorgeschriebenen Abstände zum Boden, auf einem Acker sind das sechs Meter, müssen eingehalten werden. „Das größte landwirtschaftliche Fahrzeug, dass derzeit berücksichtigt werden muss, ist der Maishäcksler“, erläutert Daniel Alles.

Bevor die Erhöhung des Donaumastes, so die Bezeichnung für dieses Bauwerk mit zwei Traversen (Auslegern), vorgenommen werden konnte, war im Vorfeld bereits das Fundament in der Erde verstärkt worden. Dazu war eine 60 Zentimeter starke Auflastplatte eingebracht worden.

Um einen Donaumast in dieser Form zu erhöhen, ist ein Arbeitstag nötig. „Natürlich ist das Wetter ein wichtiger Faktor. Wenn der Stahl angeeist ist, dann darf da kein Arbeiter herauf“, berichtet der Maßnahmenverantwortliche Bruno Manuel.

2,6 Millionen Euro werden investiert

Um die Witterung geht es auch bei einer noch geplanten Maßnahme. „Es wird ein Sensor angebracht für das Freileitungs-Monitoring. Damit werden die Wetterdaten an der Leitung gemessen und die Übertragungsfähigkeit berechnet“, sagt Michaela Fiedler, Pressesprecherin der Avacon. Bei Kälte kann mehr Strom transportiert werden als bei warmem Wetter. Die maximale Übertragungsfähigkeit vor den Umbauten betrug 68 Megawatt, nach Abschluss der Arbeiten werden es 133 Megawatt sein.

Die Kosten für die Leitungserhöhung betragen etwa 2,6 Millionen Euro, das Freileitungs-Monitoring kostet etwa 800.000 Euro. Ab Frühjahr 2020 sollen diese Masten dann noch einen neuen Anstrich bekommen.

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