Komödie mit bekannten Darstellern sorgt für ausverkauftes Haus Im PZ bricht das Chaos aus

Warburg (WB). Eine Stunde und sechzig Minuten – nicht viel Zeit, um ein Leben komplett umzukrempeln. Doch das probiert der französische Autor Florian Zimmer in seiner amüsanten Komödie »Eine Stunde Ruhe«, die am Dienstag auf der Bühne des Pädagogischen Zentrums (PZ) vor ausverkauftem Haus aufgeführt wurde.

Von Verena Schäfers-Michels
Chaos-Komödie auf der Bühne des PZ: Ausdrucksvoll erklärt Leo (Raphael Grosch, rechts) Wohnungsbesitzer Michel (Timothy Peach, Mitte) und Nachbar Pavel (Reinhard Froboess), welchen Schaden seine Bauarbeiten angerichtet haben.
Chaos-Komödie auf der Bühne des PZ: Ausdrucksvoll erklärt Leo (Raphael Grosch, rechts) Wohnungsbesitzer Michel (Timothy Peach, Mitte) und Nachbar Pavel (Reinhard Froboess), welchen Schaden seine Bauarbeiten angerichtet haben. Foto: Verena Schäfers-Michels

Euphorisch eilt Michel (Timothy Peach) die Treppenstufen des Pädagogischen Zentrums hinab, hebt ein Plattenalbum über den Kopf, auf dem ein Jazzklarinettist zu sehen ist und darauf gedruckt, in dicken, roten Buchstaben, der Titel »Me, Myself and I«. Aufgeregt erzählt er den Besuchern, dass er dieses lang gesuchte Album soeben auf einem Flohmarkt erstanden hat, und fragt alle: »Mögen Sie Jazz? Ich liebe Jazz.«

Keine Szene ohne Michel

So freudestrahlend erreicht der Zahnarzt und Musikliebhaber die Bühne und macht sich daran, die glänzende, schwarze Langspielplatte für einen entspannten Hörgenuss vorzubereiten. Doch in diesem Moment betritt seine Ehefrau Nathalie (Nicola Tiggeler) die Bühne, läutet das Ende der freudigen Stimmung und das Chaos ein.

Im Fokus des Stückes steht Michel, den der Zuschauer als ersten und letzten Darsteller zu sehen bekommt. Keine Szene kommt ohne ihn aus, der an diesem geplanten Tag der Ruhe – »Es ist doch Samstag!« – von einer Katastrophe in die nächste schlittert.

Der erste Schein trügt

In einer Stunde will sein bester Freund Pierre (Benjamin Kernen) vorbeikommen, und so lange hat er Zeit, in Ruhe dem Jazz zu lauschen. Einen Strich durch die Rechnung machen ihm seine Familie, ein polnisch-portugiesischer Klempner (Raphael Grosch), der anstrengende Nachbar Pavel (Reinhard Froboess) und seine Geliebte (Saskia Valencia).

Dargestellt wird der französische Zahnarzt von dem britisch-deutschen Schauspieler Timothy Peach, der es mit seiner sympathischen Art sofort schafft, den Zuschauer für sich einzunehmen und das, obwohl sich im Verlauf der Geschichte herausstellt, dass der positiv aufgelegte Familienvater und Musikliebhaber ganz und gar nicht so nett ist, wie der erste Schein es glauben machen wollte.

Komödie wurde auch verfilmt

Als seine Mutter aus dem Altenheim anruft, legt er einfach den Hörer daneben und lässt sie in den leeren Raum erzählen, seine Frau Nathalie betrügt er seit Monaten mit ihrer besten Freundin Elsa (Saskia Valencia) und sein Sohn Sébastien, der sich als Musiker versucht, ein Dutzend Flüchtlinge auf dem Dachboden untergebracht hat und Kakerlaken isst, ist ihm nur peinlich.

Der französischen Unterhaltungstradition verschrieb sich Drehbuchautor Florian Zeller im Jahr 2000 mit 21 Jahren, als er sich in das Theater verliebte. Seitdem hat er sich sowohl als Romancier einen Namen gemacht und gehört zur Spitze der französischen Dramatiker. Die Chaos-Komödie »Une heure tranqullité« (Eine Stunde Ruhe) veröffentlichte er 2013. Ein Jahr später folgte die Verfilmung mit Christian Clavier in der Hauptrolle.

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