Mitmach-Aktion in Calenberg: 500 Freiwillige bringen 1300 junge Bäume in den Boden Helfer pflanzen den Wald von morgen

Warburg (WB). Mit Spaten und Gummistiefeln haben sich am Samstag Freiwillige auf in den Calenberger Wald gemacht. Etwa 500 Helfer haben innerhalb von wenigen Stunden 1300 neue Bäume angepflanzt. »Das ist der Wald von morgen«, freuten sich Waldbesitzer Hans-Hugo Schuchard und Florian Bitter, Förster vom Regionalforstamt Hochstift, über den Erfolg der öffentlichen Aktion.

Von Silvia Schonheim
Kurt Diesterheft und seine Frau Annette Hahne haben bei der Bürgerpflanzaktion zum Spaten gegriffen. Eine kleine Baumscheibe erinnert die beiden Dösseler in den nächsten Monaten daran, welche Bäume sie selbst im Calenberger Wald angepflanzt haben.
Kurt Diesterheft und seine Frau Annette Hahne haben bei der Bürgerpflanzaktion zum Spaten gegriffen. Eine kleine Baumscheibe erinnert die beiden Dösseler in den nächsten Monaten daran, welche Bäume sie selbst im Calenberger Wald angepflanzt haben. Foto: Silvia Schonheim

Sieben verschiedene Baumarten brachten die Helfer, angeleitet von zwölf Mitarbeitern des Regionalforstamtes und dem Team von Waldbesitzer Schuchard, auf der 0,6 Hektar großen Fläche in den Boden.

»Bis zum Sturm Friederike im Januar 2018 haben hier 60 Jahre alte Fichten gestanden. 50 Prozent sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Die andere Hälfte der geschwächten Bäume hat sich der Borkenkäfer geholt«, erklärte Florian Bitter vor Ort. Jetzt sind andere Baumarten in den Boden gekommen. »Für Fichten«, so Förster Bitter, »ist der Boden hier nichts – zu tonhaltig. Die flachen Wurzeln finden keinen Halt.«

Sieben neue Baumarten

Traubeneiche, Vogelkirsche, Hainbuche, Walnuss, Baumhasel, Elsbeere und Wildbirne sollen den neuen Wald bilden. Für diese Baummischung sei der Standort ideal – wie sich auf benachbarten Flächen gezeigt habe.

Florian Bitter (links) als betreuender Förster vom Regionalforstamt Hochstift und Waldbesitzer Hans-Hugo Schuchard sind begeistert vom Verlauf der Pflanzaktion. Sieben verschiedene Baumarten sind auf der 0,6 Hektar großen Fläche angepflanzt worden. Foto: Silvia Schonheim

»Das ist keine Akkordpflanzung hier«, betonte Waldbesitzer Hans-Hugo Schuchard, »wir wollen auch miteinander sprechen.« Und das Ziel haben die Veranstalter der Bürgerpflanzaktion erreicht.

Mit Spaten und Setzling in der Hand fanden die Helfer unkompliziert zueinander. An den Informationsständen des Kreises Höxter, des Forstbetriebes Stefani und des Regionaforstamtes Hochstift konnten sich die Freiwilligen mit Experten austauschen.

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»Bei dem Wetter macht das doch Spaß – besser als jedes Fitness-Studio.«

Helfer Marcel Lappe

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Marcel Lappe (25) reiste als Helfer eigens für die Aktion von Paderborn-Wewer an: »Ich habe auf Facebook davon gelesen und hatte Zeit. Bei dem Wetter macht das doch Spaß – besser als jedes Fitness-Studio«, sagte er und griff zum Spaten. Bäume pflanze er sonst nur im Garten. »Aber ich hätte gerne selbst einen eigenen Wald«, verriet er. »Und weil ich den nicht habe, bin ich hier. Wald bedeutet für mich Erholung.«

Helfer lernen sich bei der Arbeit kennen

Alleine blieb der Paderborner nicht lange. Mit den Warburgern Dieter Volmert, Franz-Josef Stollburges und Andreas Dierkes machte die Arbeit im Wald noch mehr Spaß. »In zwei Jahren gucken wir mal, wie es hier aussieht«, meinte Andreas Dierkes.

Ob Kurt Diesterheft und seine Frau Annette aus Dössel »ihre« Bäume nach dieser Zeit wiederfinden, ist unwahrscheinlich. Aber zumindest in den nächsten paar Monaten erinnert eine kleine Baumscheibe mit persönlicher Note sie und andere Helfer daran, Teil der Aktion gewesen zu sein.

Baumscheibe mit persönlicher Note

André Sander aus Ossendorf machte sich gleich samt Verwandten und Freunden auf nach Calenberg: » Wenn man sich die kaputten Wälder anguckt, weiß man, dass das hier eine gute Idee ist.« Wie die jungen Bäume optimal eingepflanzt werden, zeigten den jungen Leuten Falk Röling und Bernhard Meier vom Regionalforstamt. »Wer bei mir in der Lehre war, weiß am Ende, wie das geht«, meinte Meier lachend. 25 bis 30 Zentimeter tief müssten die Bäume in den Boden.

Für alle Helfer gab es am Ende ein Geschenk. Martina Krog, Klimaschutzbeauftragte des Kreises Höxter, verteilte Buchen- und Eichensetzlinge an die Helfer.

Hungern musste an diesem Tag niemand. Die Calenberger Landfrauen und Grillmeister Klaus Seewald kümmerten sich um die Verpflegung vor Ort.

Die Landfrauen Rita Schuchard, Ute Schnückel und Doris Mantel (von links) haben mit Grillmeister Klaus Seewald für die Verpflegung der fleißigen Waldarbeiter gesorgt. Foto: Silvia Schonheim

Von insgesamt 2075 jungen Bäumen wurden 1300 am Samstag in den Boden gebracht. Florian Bitter vom Regionalforstamt Hochstift: »Die restlichen Bäume pflanzen wir in den nächsten Tag gemeinsam mit Mitarbeitern des Hammerhofes.«

Er und Waldbesitzer Hans-Hugo Schuchard hoffen dann auf ein nasses Frühjahr und einen kühlen Sommer mit Regen: »Dann gehen die Bäume gut an.«

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