Arbeiten der Ruine des ehemaligen Raubritterlagers laufen Holsterburg wird wetterfest

Warburg (WB). Bis vor wenigen Jahren war sie vielen Warburger nahezu unbekannt und von der Wissenschaft überdies kaum beachtet. Mittlerweile ist die Holsterburg bei Warburg-Calenberg so etwas wie der Star unter den Warburger Denkmälern. Die in Nordeuropa einmaligen Ruinen der achteckigen Raubritterburg sollen jetzt für die Nachwelt gesichert und später für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden.

Von Jürgen Vahle und Silvia Schonheim
Jeder Arbeitsschritt zur Sicherung der Holsterburg wird genau besprochen (von links): Markus Engemann (Stadtbauingenieur), Professor Erwin Schwing, Kim Wegener (LWL-Archäologie) und Alexander Ross (Geschäftsführer »Bau-Sanierungstechnik«).
Jeder Arbeitsschritt zur Sicherung der Holsterburg wird genau besprochen (von links): Markus Engemann (Stadtbauingenieur), Professor Erwin Schwing, Kim Wegener (LWL-Archäologie) und Alexander Ross (Geschäftsführer »Bau-Sanierungstechnik«). Foto: Jürgen Vahle

Vor einigen Tagen haben daher Arbeiten an dem Denkmal am Fuße der ehemaligen Warburger Mülldeponie begonnen. Nach den Empfehlungen von Professor Erwin Schwing (Hochschule Karlsruhe) und unter Aufsicht von Grabungsleiter Kim Wegener (LWL-Archäologie für Westfalen) werden die Mauerreste gesichert.

Mauerreste werden verfugt

Aufgabe der Handwerker der Firma »Bau-Sanierungstechnik« (BST) aus Gernsheim am Rhein ist es, die Mauerreste »vor weiterem Verfall zu bewahren oder diesen zumindest stark zu bremsen«, berichtet Professor Schwing.

Die Mauerreste werden daher mit speziellem Mörtel verfugt, loses Gestein abgetragen. Bei den Arbeit dürfen allerdings weder Teile der Burg rekonstruiert noch aufgemauert werden. Wasser soll in Zukunft nicht mehr in die Wände der Ruine eindringen können. Das sei das entscheidende, erklärt Professor Erwin Schwing, der Experte für den Erhalt historischer Bausubstanz ist.

180.000 Euro kosten diese Arbeiten. Doch die Sicherung der Ruine ist nur der erste Schritt. Noch einmal mehr als 200.000 Euro soll in einem zweiten Schritt für die Gestaltung der Außenanlage aufgewendet werden. Hierzu hat das Planungsbüro Frank Laudage auch schon ein Konzept vorgestellt. Über einen etwa 135 Meter langen Rundweg sollen die Besucher um die Holsterburg herumgeführt werden.

Ruine darf nicht betreten werden

Informationstafeln sollen den Weg säumen. Damit auch Autos zur Holsterburg gelangen können, ist eine Zuwegung über den Calenberger Bach nötig, der an dieser Stelle verrohrt werden soll. Am Gelände entstehen Parkplätze für Autos und Stellflächen für Fahrräder.

Die Ruine soll für Besucher erlebbar gemacht werden. Entlang des Rundweges sind daher zwei Aussichtsplattformen vorgesehen. Diese sollen nach Vorstellungen des Planers 2,50 Meter hoch sein, damit Gäste einen Blick in das Burginnere werfen können.

Betreten werden darf die Ruine allerdings auch in Zukunft nicht. Lücken in der Burgmauer werden mit Steinen gefüllt, die deutlich als nachträgliche Sicherung zu erkennen sind.

Ausgrabungen endeten Ende 2017

Ende 2017 sind die archäologischen Ausgrabungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) an der Holsterburg nach acht Jahren mit vielen neuen und teils erstaunlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Ende gegangen.

Der Rat der Stadt Warburg hatte daraufhin im Mai 2018 entschieden, die Ruine zukünftig der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und in das touristische Konzept der Stadt einzubinden.

Alternativen zu dieser Lösung wären das komplette oder teilweise Abdecken der Achteckburg mit Erde gewesen. »Das wäre die beste Konservierung gewesen«, sagt Professor Schwing. Doch der Warburger Rat war sich einig: Wer einen solchen archäologischen Schatz hat, der muss ihn zeigen und für den Tourismus nutzen.

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