Bessere Versorgung für entlegene Orte – Fahrzeug soll etwa 12.000 Liter Wasser fassen
Feuerwehr setzt auf großen Tankwagen

Warburg (WB). Wälder, entlegene Orte oder kleine Dörfer haben eines gemeinsam: Im Brandfall ist es dort oft schwer, schnell viel Löschwasser zu bekommen. Für diese Fälle möchte die Warburger Wehr ein Großtanklöschfahrzeug anschaffen – das deutlich mehr Wasser fasst, als die bisherigen Wagen.

Mittwoch, 09.10.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 09.10.2019, 09:48 Uhr
5000 Liter Wasser und 500 Liter Schaummittel fasst das TLF 4000 der Feuerwehr Warburg, das (von links) Jürgen Rabbe (Leiter der Wehr), und Helmut Schmitz und Sebastian Maicher (Stadtwerke Warburg) zeigen. Im Auge haben die Fachleute nun Wagen, die fast drei Mal so viel Wasser transportieren können. Foto: Daniel Lüns

5000 Liter Wasser und 500 Liter Schaummittel passen in das TLF 4000 der Warburger. Damit ist das Tanklöschfahrzeug im Kreis Höxter bereits das Feuerwehrauto, das am meisten Wasser mitführen kann. Es wurde damals vor allem für Einsätze auf der Autobahn angeschafft, bei denen keine Hydranten oder andere Wasserquellen in der Nähe sind.

Mittlerweile ist das Fahrzeug als allgemeiner Wasserträger der Wehr unterwegs, vor allem als Begleitfahrzeug für die Drehleiter. Im Auge haben die Fachleute nun aber Wagen, die etwa 12.000 Liter Wasser transportieren können – fast drei Mal mehr als in das TLF 4000 passt. Dass die Feuerwehr künftig große Tankwagen mitführen möchte, hat mehrere Gründe.

Hydrantennetz stößt an seine Grenzen

»Früher gab es zum Beispiel in jedem Ort Löschwasserteiche. Aber wenn eine Gemeinde immer größer wird, dann reicht das nicht mehr«, erklärt Helmut Schmitz. Der Technische Leiter der Stadtwerke Warburg kümmert sich auch um die Löschwasserversorgung. Städte würden zudem auch immer dichter erschlossen und stärker besiedelt. Das Hydrantennetz, seit Jahrzehnten das Rückgrat der Löschwasserversorgung, stoße dabei an seine Grenzen.

Zumal die Wasserleitungen vor Ort an den Bedarf angepasst seien. Kleinere Stadtteile hätten einen viel geringeren Wasserbedarf als größere Gebiete. Wenn Wasser in der Leitung stehe, könne es verkeimen. Bei geringerem Durchsatz würden daher auch kleinere Leitungen verlegt. Aus hygienischer Sicht ideal, aber eben nicht mit Blick auf die Löschwasserverfügbarkeit.

Große Gewerbebetriebe müssten zwar auch selbst für Löschmittel sorgen. Dennoch brächten sie potenzielle Gefahren mit sich, auf die man vorbereitet sein müsse. Ein weiteres Problem ist die geringere Tagesverfügbarkeit der Feuerwehr, ergänzt Jürgen Rabbe, Leiter der Feuerwehr Warburg.

Mix der verschiedenen Löschwasserquellen

»Man ist früher von viel mehr Personal ausgegangen, das bei einem Einsatz ausrückt«, erklärt Rabbe. Heutzutage sei es eben nicht immer der Fall, dass man genug Kräfte habe, um lange Schlauchleitungen zu einem entfernten Hydranten zu legen. In dem Fall könne man mittels eines Großtanklöschfahrzeuges mit wenig Personal schnell viel Wasser direkt zum Einsatzort befördern – und so den Mix der verschiedenen Löschwasserquellen ergänzen.

In den Niederlanden setzen Feuerwehrleute bereits auf diese Taktik. Auch in deutschen Kommunen sind Großtanklöschfahrzeuge im Einsatz, erklärt Rabbe. Im Münsterland zum Beispiel hätten sich die Wehren der Städte Telgte, Everswinkel und Ostbevern zusammengetan und im Jahr 2013 einen Milchtransporter zu so einem Spezialfahrzeug umgebaut. 2017 sei ein zweites Fahrzeug angeschafft worden. Eine Abordnung aus Warburg hat sich vor Ort bereits über die Wagen und deren Verwendung informiert.

150.000 Euro für einen Neuwagen

Bis Ende dieses Jahres möchte die Feuerwehr Warburg nun klären, welches Fahrzeug angeschafft werden könnte und wie viel Geld es kosten würde. Für einen Neuwagen rechnet Rabbe mit etwa 150.000 Euro, ein Gebrauchtwagen sei etwa 50.000 Euro günstiger. »Jedoch legen gerade diese Fahrzeuge viele Kilometer zurück und haben einen stärkeren Verschleiß«, rechnet der Leiter der Wehr bei einem Gebrauchtkauf mit diversen Folgekosten.

Ob und wann die Wehr ein Großtanklöschfahrzeug bekommt, werden dann im Anschluss die Lokalpolitiker entscheiden.

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