Regierungspräsidentin übergibt Förderbescheid für Projekt »Dorf.Zukunft.Digital«
Ehrenamt gestaltet Zukunft mit

Vörden (WB). Der Kreis Höxter wird digital – und geht dafür jetzt einen weiteren großen Schritt in Richtung Zukunft: Am Montag hat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl in Vörden einen Förderbescheid über 223.000 Euro für das Leader-Projekt »Dorf.Zukunft.Digital« (DZD) übergeben. Die Kofinanzierung in Höhe von 120.000 Euro übernimmt der Kreis Höxter.

Dienstag, 08.10.2019, 03:40 Uhr aktualisiert: 08.10.2019, 08:56 Uhr
Ehrenamtliche und Projektträger blicken optimistisch in die digitale Zukunft. Eine Förderung über 223.000 Euro hat Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (Mitte) jetzt an Dr. Andreas Knoblauch-Flach, Leiter des VHS-Zweckverbandes, übergeben. Das freut unter anderem auch Landrat Friedhelm Spieker. Foto: Dennis Pape

Im Zuge des neuen Projektes sollen 30 Dörfer aus dem Kulturland drei Jahre lang digitale Anwendungen erproben und Dorfentwicklung künftig mit digitalen Werkzeugen gestalten. »Es beeindruckt mich, wie im Kreis Höxter gezielt und strategisch an der Digitalisierung gearbeitet wird. Die Bereitschaft, an diesem Wandel mitzuarbeiten, ist bei den Bürgern bemerkenswert groß«, sagte Marianne Thomann-Stahl bei der Übergabe des Förderbescheids seitens der Bezirksregierung Detmold.

»Smart-Country-Side« großer Erfolg

Projektträger ist der VHS-Zweckverband Diemel-Egge-Weser, der zusammen mit der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GfW) bis Juli noch das »Smart-Country-Side«-Projekt »Digitale Kompetenz für Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum« durchgeführt hat – mit großem Erfolg, wie am Montag im Haus des Gastes noch einmal verdeutlicht worden ist. Der Ort zur Übergabe des Förderbescheides wurde bewusst gewählt, denn dort arbeiten die Dorf-Digital-Experten aus Vörden im Rahmen des Projektes »Smart Country Side« (SCS). »Wir sind als Nachrücker erst im Mai 2018 gestartet, konnten aber bereits viel auf die Beine stellen. Für die Zukunft planen wir verschiedene Aktionen für die Bürger zu den Themen Sicherheit im Internet, Onlineshopping, Bildbearbeitung, E-Mail-Einrichtung sowie Probleme mit Computer und Smartphone«, sagte der Vördener Gerhard Niemeier, der einer von 140 Vertretern aus 16 Ortschaften ist, die sich zu Dorf-Digital-Experten bei der Volkshochschule haben ausbilden lassen. Zu ihnen gehört auch Guido Grawe, der für den Bereich Großen- und Kleinenbreden aus der SCS-Zeit resümierte: »Unsere Vereine sind digital bestens vernetzt. Außerdem haben wir es geschafft, dass 99 Prozent aller Haushalte in Kleinenbreden Glasfaseranschlüsse für schnelles Internet direkt ans Haus bekommen – ansonsten wäre der Breitbandausbau an uns vorbeigegangen«, erzählte er. Der Abschluss des SCS-Projektes in den Kreisen Höxter und Lippe ist für Mittwoch 16. Oktober, um 17 Uhr in der Bürgerhalle in Brakelsiek vorgesehen – das Leader-Projekt »Dorf.Zukunft.Digital« soll wiederum direkt daran anknüpfen und die Digital-Strategie im Kreis Höxter weiter verfolgen.

30 Modellorte

In diesem Jahr sollen nach Aussage von DZD-Projektmanagerin Heidrun Wuttke, die bereits das SCS-Projekt geleitet hat, zunächst die 30 Modellorte ausgewählt werden. Bis zum 25. Oktober können sich Dörfer, die Zukunft gestalten wollen, noch bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter mit ihrer Interessensbekundung melden. Alle 16 bisherigen Modelldörfer von »Smart Country Side« werden im besten Fall auch am Leader-Projekt teilnehmen.

2020 geht es um die Erprobung digitaler Dorfplattformen sowie digitaler Lern- und Medienecken, Training von Inhaltsverwaltungssystemen, Schulungen zu Digital-Lotsen, die Vernetzung der Dörfer, Öffentlichkeitsarbeit sowie Kooperationsprojekte mit der Caritas, Diakonie, Bertelsmann und dem Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement. In den Jahren 2021, 2022 wird unter anderem die Etablierung der digitalen Dorfplattformen sowie der Medienecken angestrebt. »Außerdem sollen digitale Dörfer bundesweit vernetzt werden«, so Wuttke.

»So kann es weiter gehen«

Das neue Projekt sei auch aus Sicht der Lokalen Aktionsgruppe Kulturland Kreis Höxter vielversprechend, wie Lia Potthast (Leader-Regionalmanagement) betonte: »Das Vorgängerprojekt hat bereits gezeigt, wie viel möglich ist – so kann es weiter gehen.« Während Josef Suermann, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Marienmünster, an das Engagement der Bürger appellierte, sagte auch Landrat Friedhelm Spieker: »Die ehrenamtlichen Dorf-Digital-Experten sind extrem wichtig auf unserem Weg zu einer kreisweiten Digitalisierungsstrategie. Deshalb gehört zu unserem Konzept auch eine hauptamtliche Ehrenamtsagentur, die fest installiert werden soll. Wir wollen perspektivisch einer von bundesweit sieben Kreisen sein, der sich ›smarte Landregion‹ nennen darf.« Auch Kreisheimatpfleger Hans-Werner Gorzolka legte den Fokus auf das Ehrenamt, das Engagement sei groß. Dr. Andreas Knoblauch-Flach, Leiter des VHS-Zweckverbandes, wiederum sagte: »Es ist extrem wichtig, digitale Teilhabe und Souveränität in den Ortschaften zu ermöglichen. Die Digitalisierung wird immer mehr Teil unseres Alltages.«

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