Schlechtes Wetter: Nur 320.000 Besucher auf Oktoberwoche – 80.000 weniger als 2018
»So schlimm war es in 16 Jahren nicht«

Warburg (WB). »In 16 Jahren als Oktoberwochen-Manager habe ich ein derart schlechtes Wetter noch nicht erlebt.« So hat Norbert Hoffmann im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT nach neun Festtagen Bilanz gezogen. »Das war schlimm für uns und für die Schausteller«, sagt der Oktoberwochen-Organisator.

Montag, 07.10.2019, 16:42 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 16:44 Uhr
Ein farbenfroher Höhepunkt zum Abschluss der 71. Warburger Oktoberwoche: das große Brillant-Höhenfeuerwerk über der Hansestadt, hier im Bild festgehalten von Karl-Heinz Wiemers. Die Pyrotechniker schießen wahre Kunstwerke in den Nachthimmel und begeistern mit wunderschönen bunten Effekten. Foto: Karl-Heinz Wiemers

Die Besucherzahlen sind dementsprechend gegenüber dem Vorjahr deutlich um etwa 20 Prozent zurückgegangen. Das drückt sich auch in der Gesamtzahl aus. 320.000 Menschen, 80.000 weniger als noch 2018, haben nach den Worten von Hoffmann in der 71. Oktoberwoche das Festgelände beziehungsweise eine der rund 50 Einzelveranstaltungen besucht.

Oktoberwoche mit enormer Anziehungskraft

Alles in allem sei diese Resonanz nach den Worten von Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln dennoch »eine nachdrückliche Bestätigung der nach wie vor enormen Wertschätzung und Anziehungskraft der Oktoberwoche«. Auf das Wetter habe man nicht wirklich einen Einfluss. Stickeln: »Wir dürfen uns damit trösten, dass der Natur dieser Regen unheimlich gut getan hat und insofern auch wichtig war.«

Die Attraktivität der Traditionsveranstaltung sei ungebrochen und Ansporn, sich auch weiterhin mit viel Engagement und Eifer für die Festwoche einzusetzen, sagte Stickeln am Sonntagabend, bevor das Brillant-Höhenfeuerwerk den farbenfrohen und krönenden Abschluss der Oktoberwoche bildete.

15.000 Zuschauer beim großen Festumzug am Feiertag

Der große Festumzug am Tag der Deutschen Einheit hatte 15.000 Zuschauer, die Gewerbeausstellung insgesamt 43.000 zahlende Besucher, 5000 weniger als im Vorjahr, bilanziert Oktoberwochen-Manager Norbert Hoffmann. Die zwei stärksten Tage der Gewerbe- und Verkaufsausstellung seien die beiden Sonntage mit 8000 Besuchern zum Auftakt und 9000 zum Abschluss gewesen.

»Es waren wetterbedingt zwar etwa 12 Prozent weniger Gäste im Gewerbezelt, dafür haben sich die Aussteller aber darüber gefreut, dass die Besucher nicht nur geschaut, sondern im Vergleich zum Vorjahr auch viel mehr gekauft haben.«

»Von Mittwoch bis Samstag hatten wir täglich 3500 bis 4500 Besucher im Zelt, das muss man erst einmal schaffen.«

Norbert Hoffmann

Nach Hoffmanns Angaben sei das Bierzelt nicht an jedem Tag gut besucht gewesen. »Dieser Umstand war auch dem Wetter geschuldet«, sagt Hoffmann. Das Abschlusswochenende sei wieder super gelaufen, Festplatz und Zelt seien voll gewesen. Wie bereits berichtet, zogen von den musikalischen Acts auf der Bühne insbesondere die »Höhner« mit etwa 4000 Besuchern sowie »Eine Band namens Wanda« am ersten und »Promise« am zweiten Samstag.

Superstimmung habe von Mittwoch an gleich an vier Abenden im Festzelt geherrscht. »Von Mittwoch bis Samstag hatten wir täglich 3500 bis 4500 Besucher im Zelt, das muss man erst einmal schaffen«, so Hoffmann. Die Erfahrung mit den Höhnern habe gezeigt, dass »wir in Zukunft weiterhin Flagge zeigen und auf einen musikalischen Top-Act setzen müssen.« Das sei für das Image der Oktoberwoche in der Region von großer Bedeutung. »Ob wir aber jedes Jahr einen solchen Stimmungsgaranten wie die Höhner kriegen können, weiß ich allerdings nicht«, sagt Hoffmann.

Festwirt mit Umsatz im Bierzelt zufrieden

Mit dem Umsatz im Bierzelt sei Festwirt Elmar Meilenbrock zufrieden gewesen, erklärt Hoffmann. Es sei so viel Urtyp ausgeschenkt worden wie im Vorjahr, vielleicht sogar etwas mehr, was ihn angesichts des allgemeinen Besucherrückgangs ehrlich überrascht habe, so Hoffmann. »Aber vielleicht haben sich viele im Bierzelt ja das schlechte Wetter schön getrunken«, sagt der Oktoberwochen-Manager schmunzelnd. Er blieb allerdings der Tradition treu, keine Verkaufszahlen oder Literangaben für das beim Fest ausgeschenkte Urtyp zu nennen.

Erste Verträge für 2020 mündlich abgemacht

Glückliche Gesichter über ein sehr auskömmliches Geschäft habe Hoffmann bei den Schaustellern auf dem Rummel zwar nicht gesehen, aber nach einem sehr guten Abschlusswochenende und einem bombigen Feiertag habe sich deren Laune gebessert. Sie seien unter dem Strich durchaus zufrieden gewesen.

Viele von ihnen wollen im nächsten Jahr wiederkommen. »Die ersten Verträge habe ich auf dem Festgelände bereits mündlich abgemacht«, bestätigt Hoffmann den bekannten Grundsatz: »Nach der Oktoberwoche ist vor der Oktoberwoche«.

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