1500 Wunschkennzeichen reserviert – »WAR-HW« für die Hansestadt
Ansturm auf Zulassungsstellen

Warburg (WB). Nachdem der Kreistag am Dienstagabend mit deutlicher Mehrheit die Wiedereinführung des Altkennzeichens WAR im Kreis Höxter beschlossen hat, standen am Mittwochmorgen im Straßenverkehrsamt die Telefone nicht mehr still: Etliche Fahrer wollten sich bereits ihr Wunschkennzeichen reservieren lassen.

Donnerstag, 03.10.2019, 09:36 Uhr aktualisiert: 03.10.2019, 09:46 Uhr
Vor und während der Sitzung des Höxteraner Kreistages im Pädagogischen Zentrum in Warburg haben die WAR-Befürworter Flagge gezeigt und an die Kreispolitiker appelliert, das Kennzeichen des Altkreises Warburg wieder einzuführen. Foto: Daniel Lüns

Weil die Online-Reservierung über die Homepage des Kreises Höxter (www.kreis-hoexter.de) zunächst nicht funktionierte, griffen die WAR-Befürworter zum Hörer. Die Folge: Insbesondere in der Warburger Zulassungsstelle glühten die Drähte heiß. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten im Internet funktionierte die Reservierung dann auch online. Viele Menschen aus dem Altkreis Warburg posteten ihre Nummmernschilder auch in den sozialen Netzwerken.

Aktuell gibt es 323 WAR-Kennzeichen

Nach Angaben der Kreisverwaltung sind am Mittwoch 1500 Wunschkennzeichen reserviert worden, davon telefonisch 866, online 600. Viele hätten sich sogar zehn bis 20 Schilder auf ihren Namen reservieren lassen. Aktuell sind 323 Fahrzeuge von insgesamt 132.000 mit WAR zugelassen.

Reservieren bis zum 31. Dezember 2019

»Ich freu mich riesig, dass ich nun mein Wunschkennzeichen bereits in Händen halten kann«, sagt Melanie Eichert aus Nörde. Die 41-Jährige hat am Mittwochvormittag die Warburger Zulassungsstelle aufgesucht und sich ihr Nummernschild bis zum 31. Dezember 2019 reservieren lassen. »Online lief es nicht, da bin ich gleich selbst vorbei gekommen.« Das zukünftige Schild für ihr Motorrad – WAR ME 1 – ließ sie sich in der Nebenstelle des Kreises Höxter im Behördenhaus an der Bahnhofstraße gleich prägen.

»WAR-HX 1« geht an Rudi Ryll

»Ist doch klar, dass ich als Ziffer die 1 gewählt habe«, sagt sie. Das Siegel für die erfolgte Zulassung fehlt natürlich noch: »Jetzt haben wir so viele Jahre auf WAR warten müssen, da kommt es auf zwei, drei Monate auch nicht mehr an.«

Melanie Eichert ist Ortsverbandsvorsitzende der Warburger FDP und gehört zu den Mitbegründern der Pro-WAR-Bürgerinitiative. Sie hat vor Jahren auch den Aufkleber »Mein Kennzeichen lügt« organisiert, der auch heute noch auf vielen Autos prangt, die durch das Warburger Land fahren.

Viele folgten im Laufe des Mittwochs noch Eicherts Beispiel und ließen sich »die Platte« stanzen, wie Hans-Gerd Sander von der Pro-WAR-Initiative es formuliert. Sein Wunschkennzeichen ließ er sich auch prägen: WAR-ZS 111. Mit dem Nummernschild, das sich Warburgs Bezirksschornsteinfeger Rudi Ryll reservieren ließ, setzte das FDP-Stadtratsmitglied ganz bewusst ein Zeichen für die Einheit des einen Kreises – aber mit zwei Kennzeichen: WAR-HX 1.

»WAR-HW« für die Hansestadt reserviert

»Ich bin glücklich, dass die Bürger nun die Wahlmöglichkeit haben, sich zwischen HX und WAR entscheiden zu können«, sagt Bürgermeister Michael Stickeln. Er kündigt an, dass die Verwaltung die Dienstfahrzeuge im Fuhrpark der Stadt nun sukzessive mit dem Wunschkennzeichen »WAR-HW« – HW steht für Hansestadt Warburg – ausstatten wird. 100 dieser Wunschkennzeichen hat die Hansestadt bereits reserviert. Eine Umkennzeichnung, auch die seines eigenen Dienstfahrzeuges, werde es aber auch aus Kostengründen nicht geben. Alle Neufahrzeuge sollen jedoch WAR tragen. »Wir stellen nach und nach alles auf E-Mobilität um«, sagt das Stadtoberhaupt. »Die E-Autos, die wir uns in Kürze zulegen wollen, werden bereits das WAR-Kennzeichen bekommen«, erklärt Stickeln.

Froh über die Entscheidung des Kreistages ist auch Borgentreichs Bürgermeister Rainer Rauch. Für die Dienstwagen der Orgelstadt werde es aber keine Umkennzeichnungsaktion geben. Denkbar sei, Neufahrzeuge mit WAR zu versehen. Eine klare Haltung in der Kennzeichenfrage zeigt Willebadessens Bürgermeister Hans Hermann Bluhm. »Ob WAR oder HX, das ist mir völlig wurscht«, sagt Bluhm. »Ich bin grundsätzlich gegen Schilder, weil sie das Autodesign stören«, erklärt Bluhm.

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