Warburger Rat lehnt Antrag der Grünen mehrheitlich ab
Steingärten bleiben erlaubt

Warburg (WB/vah). Steingärten bleiben im Warburger Stadtgebiet weiter erlaubt – auch wenn sie nur wenige gerne sehen. Der Rat hat am Dienstagabend mit den Stimmen der CDU, Bürger Union und der FDP einen entsprechenden Verbotsantrag der Grünen abgelehnt.

Dienstag, 03.09.2019, 21:19 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 21:22 Uhr
Solche Steingärten sind zwar für die meisten Bürger nicht schön, aber weiter in Warburg erlaubt. Foto: Bernhard Pierel

In diesem Antrag hatte Grünen-Sprecherin Doris Hauck deutlich gemacht, dass in Zukunft nicht überbaubare Flächen in Baugebieten gärtnerisch angelegt und unterhalten werden sollten. Kies, Wasserbausteine oder Kunststoffe sollten nur noch für Wege und Zufahrten verwendet werden dürfen. Ein Passus solle in alle neuen und geänderten Bebauungspläne aufgenommen werden.

»Gängelung der Bürger«

Diesen Vorstoß lehnte vor allem die CDU als Gängelung der Bürger strikt ab. »Gut gemeint, aber nicht in dieser Form«, machte Fraktionschef Willi Vonde deutlich. Die CDU wolle dem Bürger nichts aufoktroyieren. »Natürlich sind naturnahe Gärten wichtig, aber nicht als Zwang«, sagte Willi Vonde: »Wir wollen den Bürger überzeugen, nicht zwingen.« Zudem sei ein solches Verbot mit dem zur Verfügung stehenden Personal in der Verwaltung kaum kontrollierbar.

»Erheblicher Eingriff«

Für Hubertus Kuhaupt (CDU) bringen Verbote ebenfalls nichts, denn das müsste beispielsweise auch für Mähroboter gelten. Er regte an, Bauherren einen Leitfaden mit an die Hand zu geben, wie ein naturnah gestalteter Garten auszusehen hat. »Die Leute haben das schon gemerkt und wollen etwas für die Umwelt tun.«

Auch Wolfgang Gumm (Bürger Union) wertete den Antrag der Grünen als »erheblichen Eingriff«. Zumindest müsste eine Zahl festgelegt werden, wie viel Fläche naturnah gestaltet werden müsse.

»Wir sind nicht die Verbotspartei«

Allein auf die Vernunft der Bürger zu setzen, reichte den Grünen aber nicht. »Wir sind nicht die Verbotspartei. Aber Klimaschutz tut eben auch ein kleines bisschen weh. Bei unserem Vorschlag ist der Schmerz jedoch sehr erträglich«, führte Hilla Zavelberg-Simon aus. Und Julia Nitzbon (SPD) pflichtete den Grünen bei: »Es sind auch die kleinen Dinge wichtig für den Klimaschutz!«

Durchsetzen konnten sich Grüne und SPD mit ihrer Meinung nicht: Deutlich lehnte der Rat mit 23 zu 9 Stimmen den Verbotsantrag ab.

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