Seltenes Jubiläum bei Lödige Industries: Erwin Wiemers ausgezeichnet
50 Jahre im selben Unternehmen

Warburg (WB). Das war eine ganz besondere Feierstunde bei der Firma Lödige Industries: Erwin Wiemers ist seit 50 Jahren im Unternehmen aus Warburg-Scherfede tätig. »Ein weiteres goldenes Jubiläum werden wir nicht mehr feiern. Erwin war sehr jung, als er die Lehre bei uns begonnen hat«, sagte Dr. Rudolf Lödige in der Ansprache.

Freitag, 09.08.2019, 08:00 Uhr
Sein goldenes Betriebsjubiläum feierte Erwin Wiemers (Mitte) bei der Firma Lödige Industries in Scherfede. Es gratulierten herzlich (von links) der ehemalige Fertigungsleiter Bernhard Leonhard, CEO Philippe De Backer, Geschäftsführer Ralf Gapp, CPO Dr. Gerald Kalisch, Beiratsvorsitzender Dr. Rudolf Lödige und der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Markus Floren. Foto: Astrid E. Hoffmann

50 Jahre – wenn ein Ehepaar so lange zusammen lebt, würden sich beide immer ähnlicher, auch bei einem Mitarbeiter und einer Firma gebe es diese Annäherung, führte der Beiratsvorsitzende weiter aus. Die 1948 gegründete Firma Dipl.-Ing. A. Lödige Maschinenbau war ein einfacher Maschinenhersteller und ist nun als Lödige Industries GmbH unter ander anderem Weltmarktführer im Bereich Cargo Handling Terminals (Flughafenlogistik).

»Lehrling Erwin« wurde im Maschinenbau groß

So sei auch der »Lehrling Erwin« – damals hieß das noch so – im Maschinenbau groß geworden. Er lernte das Handwerk des Maschinenschlossers (heute: Indus­triemechaniker). Bald leitete er kleine Arbeitsgruppen. Schließlich ging es für die Firma in die Welt. »Erwin und die Firma haben sich gleichermaßen weiterentwickelt und das sehr erfolgreich«, lobte Rudolf Lödige.

CPO Dr. Gerhard Kalisch beleuchtete den Werdegang des Jubilars. Mit 14 Jahren begann der Bonenburger Erwin Wiemers am 1. August 1969 seine Lehre. Im ersten Lehrjahr bekam er 125 DM. Im vierten Lehrjahr waren es 220 DM. »Da war Lödige schon führend, wir haben in der Berufsschule natürlich über unseren Lohn gesprochen«, warf Erwin Wiemers ein.

Im Januar 1973 hatte Wiemers seine Prüfungen bestanden und bald seinen ersten Auslandseinsatz. Zwei Lastwagen-Heber für die österreichische Nationalbank in Wien waren sein erstes großes Projekt. »Die sind noch in Betrieb, ich habe sie mir vergangenes Jahr angeschaut«, berichtete der Jubilar, der selbst im Urlaub nicht ganz vom Handwerk lassen kann.

Arbeitseinsätze im Ausland

Über die Jahre folgten mehrere Arbeitseinsätze in China, Tel Aviv, Singapur, London. Kalisch zitierte aus einem Zwischenzeugnis für den Mitarbeiter: »Er ist gewissenhaft und selbstständig.« Das Zeugnis spricht davon, dass er auch einmal über eine Veränderung nachgedacht hatte. Als Sohn und Enkel von Eisenbahnern wäre auch eine andere Karriere möglich gewesen, erklärte er.

1993 wurde er Abteilungsleiter der Serienfertigung. Da passierte es auch, dass mit dem Pausenbrot in der Hand mit den Kollegen auf einem Pappdeckel an Lösungen gefeilt wurde. 2009 wechselte Wiemers in die Qualitätssicherung. Dort ist er noch heute tätig. 1996 und 2008 wurde er zum Mitarbeiter des Jahres gekürt. Auch dies ist ein Novum, zweimal hat das noch niemand geschafft. »Man muss vernünftig mit den Menschen umgehen«, erklärte der Geehrte dazu in seiner ruhigen und sachlichen Art.

Vorstellungsgespräch mit Vater und Sohn

Der ehemalige Fertigungsleiter der Lödige Machine Warburg, Bernhard Leonhard, erinnerte sich noch an das Vorstellungsgespräch vor 50 Jahren, als Vater und Sohn Wiemers vorstellig wurden. »Erwin war gerade 14 Jahre, dass fiel ja noch unter Kinderarbeit, aber wir haben es gemacht und den Schritt nie bereut«, berichtete Bernhard Leonhard. Erwin Wiemers und die Firma Lödige, dies sei eine Erfolgsgeschichte. Beste Wünsche übermittelte auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Markus Floren.

»Bei Lödige ist mir die Zeit nie schwer gefallen. Es gab immer neue Aufgaben und eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Kollegen«, dankte der 64-jährige Jubilar den Rednern. Er sei noch mit den Begriffen Deutsche Wertarbeit und Berufsehre groß geworden und das prägt. »Mit diesem Leitfaden und Ehrlichkeit zu sich selbst, der Firma und den Kunden wirst du immer und überall mit Handschlag begrüßt«, schloss der Gold-Mitarbeiter. In den Ruhestand will der Bonenburger noch nicht. »Es wäre ja auch noch ein diamantenes Jubiläum möglich«, merkte daraufhin Rudolf Lödige an.

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