Geschäftsführerin Heike Ritgen will Ladenlokal in der Hauptstraße nun vermieten
Wilke Moden schließt Ende März 2020

Warburg (WB). Nach mehr als 66 Jahren schließt das Traditionsgeschäft Wilke Moden in der Hauptstraße 60 am 31. März 2020 seine Pforten. Die Herrenabteilung mit einer Verkaufsfläche von 170 Qua­dratmetern, die es seit 2011 gibt, macht schon im Oktober dieses Jahres zu.

Mittwoch, 07.08.2019, 21:32 Uhr aktualisiert: 07.08.2019, 21:40 Uhr
Nach mehr als 66 Jahren ist Schluss: Aus betriebswirtschaftlichen Gründen will Geschäftsführerin Heike Ritgen ihr Geschäft Wilke Moden zum 31. März 2020 schließen. Aus dem Modegeschäft soll in der Übergangsphase bis zur Schließung ein Markenoutlet werden. Die Räumlichkeiten sollen später vermietet werden. Foto: Ralf Benner

»Betriebswirtschaftliche Gründe« führt Geschäftsführerin Heike Ritgen als Grund für die Schließung des Familienunternehmens an. Ein so großes Ladenlokal mit einer Verkaufsfläche von 660 Quadratmetern rechne sich betriebswirtschaftlich einfach nicht mehr, bedauert Ritgen. »Ich hätte den Betrieb gerne weitergeführt, da hängt schließlich auch mein Herz dran«, sagt die 46-Jährige.

1953 von Großvater Manfred Wilke gegründet

Geschäftsführerin Heike Ritgen

Geschäftsführerin Heike Ritgen

Heike Ritgen hatte das Modegeschäft, dass im Jahr 1953 von ihrem Großvater Manfred Wilke (94) gegründet und Schritt für Schritt – an wechselnden Standorten in der Innenstadt – vergrößert worden war, im Jahr 1999 übernommen. Die gelernte Handelsfachwirtin leitet den Betrieb also seit nunmehr zwei Jahrzehnten.

Im Jahr 1991 hatte ihr Großvater das Ladenlokal im Erdgeschoss des Hauses in der Hauptstraße 60 auch gekauft. Bis zum Jahr 2011 zählte auch ein benachbartes Ladenlokal in der Hauptstraße 56 zum Familienbetrieb.

Verkaufsfläche von 660 Quadratmetern

»Es ist mir wichtig, dass in der Warburger Innenstadt mit dem Ende von Wilke Moden kein weiterer Leerstand entsteht und wir die Räumlichkeiten vermieten können«, sagt Heike Ritgen. »Ich würde mich freuen, wenn jemand eine Idee hat, wie die Verkaufsfläche von 660 Quadratmetern in Zukunft sinnvoll genutzt werden kann, etwa mit einem Concept-Store oder mit einem gastronomischen Angebot«, führt sie aus.

Heike Ritgen sorgt sich auch um das Wohlergehen ihrer derzeit fünf Beschäftigten, allesamt sehr gut ausgebildete Fachverkäufer. »Gutes Fachpersonal wird immer gesucht«, ist sie zuversichtlich, dass ihre Mitarbeiter eine neue Anstellung finden werden. Sie werde alles in ihrer Macht stehende tun, um ihnen dabei zu helfen. »Ich habe bereits mit anderen Geschäftsleuten Kontakt aufgenommen, die als Arbeitgeber in Frage kommen«, berichtet sie.

Geschäft wird bis 2020 zum Markenoutlet

Am Dienstag hat bei Wilke Moden bereits der große Räumungsverkauf begonnen. »Unsere Kunden erhalten nun Markenmode, die bis zu 70 Prozent reduziert ist«, sagt Heike Ritgen. Nach und nach, in einem »schleichenden Prozess«, wie die Geschäftsführerin erläutert, werde Wilke Moden nun in ein Markenoutlet umgewandelt, den es bis zur endgültigen Schließung im Frühjahr 2020 geben werde.

»Wir bekommen alle zwei Wochen aus Überhängen unserer Lieferanten frische Markenware, die wir dann zu Outletpreisen in unserem Geschäft verkaufen«, erklärt sie das Konzept für die Übergangsphase bis zum Ende am 31. März.

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