Ausstellung über drei Jahrzehnte BI– Großer Markt in der Sternstraße
30 Jahre Einsatz für die Region

Warburg (WB/ben). Im Warburger Museum im »Stern« wird am Samstag, 3. August, um 16 Uhr die Ausstellung »30 Jahre Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal – 30 Jahre Engagement für die Region« eröffnet.

Donnerstag, 01.08.2019, 09:00 Uhr
Josef Jacobi (links) und Rainer Mues, beide im Vorstand der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland und Diemeltal, präsentieren die Ausstellung zum 30-jährigen Bestehen der BI im Warburger Museum im »Stern«. Diese wird am Samstag eröffnet. Foto: Ralf Benner

Damit verbunden sind eine Fotoausstellung über das von der BI veranstaltete Kulturfest »Buntes Warburg« in der Galerie des Museums und ein großer Markt in der Sternstraße, der auch als Treffpunkt für alle Helfer und Unterstützer der Aktion »Buntes Warburg« zum Austauschen dient.

Sternstraße ist am Samstag gesperrt

Die Sternstraße ist an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrt.

Aus dem Widerstand gegen eine geplante Sondermülldeponie im Jahr 1989 wuchs die BI zu einem breiten Bündnis mit mehr als 3000 Mitgliedern an, quer durch alle Berufe, parteipolitische Ausrichtungen, Konfessionen und Ländergrenzen.

Großer Widerstand gegen geplante Sondermülldeponie

Der Protest in der Region war mit zahlreichen Plakaten an Scheunen und Hauswänden sichtbar. Mahnkreuze wurden an möglichen Standorten aufgestellt.

Die vielen Infoveranstaltungen der Bürgerinitiative stießen auf enormes Interesse, die Hallen waren regelmäßig zum Bersten gefüllt. Der Widerstand gipfelte in einem Protestzug durch die Detmolder Innenstadt. Mehr als 7000 Teilnehmer zogen am 6. Dezember 1993 zum Verwaltungssitz der Bezirksregierung – die größte Demonstration, die Ostwestfalen bis dahin erlebt hatte.

1994 gibt die Landesregierung die Standortsuche auf

Der Widerstand hatte Erfolg. Im Februar 1994 gab die Düsseldorfer Landesregierung die Einstellung des Standortsuchverfahrens für eine Sondermülldeponie bekannt.

Der erfolgreiche gemeinsame Widerstand hätte sicher auch zu einer Auflösung des Vereins führen können, doch die BI ging einen anderen Weg.

Viele aktive Mitglieder wollten das vorhandene hohe Engagement nun nutzen, um ihr Lebensumfeld lebenswert zu gestalten. Die Ideen wurden in dem Konzept »Eine Region denkt um« zusammengefasst und ein bunter Strauß an Aktivitäten entwickelt.

BI initiiert Erzeugergemeinschaft

Mit der Zielsetzung, Angebote für eine umweltgerechte Produktion und kurze Transportwege zu schaffen, initiierte die BI etwa Ende der 90er-Jahre die Erzeugergemeinschaft »Bördeland und Diemeltal«. Die ersten Aktivitäten der Erzeugergemeinschaft bestanden darin, biologisch angebaute Produkte im Lebensmitteleinzelhandel in selbst gefertigten Ladenregalen anzubieten.

Die Erzeugergemeinschaft existiert auch heute noch und baut Braugerste für die Warburger Brauerei an.

Bunte Regionalmärkte wurden ebenfalls organisiert. Aktuell knüpft die BI an diese früheren Regionalmärkte an und organisiert Feierabendmärkte in Warburg. 1999 wurde der Tag der Regionen als dezentraler bundesweiter Aktionstag ins Leben gerufen, der seitdem zu Erntedank im Herbst stattfindet.

Geschäftsstelle fungiert mit als Motor des Tags der Regionen

Im Frühjahr 2005 wurde der Bundesverband der Regionalbewegung gegründet, um zukünftig auch auf politischer Ebene zu agieren. Seitdem fungiert die Geschäftsstelle in Borgentreich mit als Motor des Tags der Regionen und des Bundesverbandes der Regionalbewegung.

Als eines der erfolgreichsten Projekte mit BI-Beteiligung kann die Renovierung des »Steinernen Hauses« in Borgentreich, um 1300 erbaut, gesehen werden, die ab 1998 erfolgte. Es wurde 2002 als Bundessieger des Wettbewerbs »Energie sparen in Baudenkmälern« geehrt.

Seit Januar 2019 werden Hauptamtliche in der Borgentreicher Geschäftsstelle auch auf Basis einer institutionellen Förderung des Bundes beschäftigt – ein weiteres Indiz für die Ausdauer, Beharrlichkeit und letztlich Verstetigung der BI-Anliegen.

Ausstellungseröffnung und Markt

Die Gäste der Ausstellungseröffnung wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins Warburg, begrüßen. Josef Jacobi übernimmt die Einführung. Michael Kuhaupt sorgt für die musikalische Umrahmung. Die Ausstellung ist bis zum 15. September jeden Tag außer montags von 14.30 bis 17.00 Uhr zu sehen.

Der Markt auf der Sternstraße beginnt ebenfalls um 16 Uhr und endet gegen 19 Uhr. Die Diakonie sorgt für Kaffee und Kuchen, die Warburger Brauerei stellt ihre Produkte vor, ebenso der Biolandbetrieb Engemann aus Eissen, der Finnenberghof Nörde und der Biohof Jacobi mit der Hofkäserei.

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