16 Stunden Musik und Kabarett auf vier Bühnen in Warburg – mit Video Es klingt an allen Ecken und Enden

Warburg (WB). Da war für jeden etwas dabei: Das Musik- und Kabarett-Programm beim »Bunten Warburg«-Fest hat hunderte Besucher angelockt. Besonders voll war der Marktplatz am frühen Samstagabend, der den Kabarettisten vorbehalten war.

Von Jürgen Vahle
Ein Mann, eine Gitarre, eine grandiose Stimme – Stefan Stoppok ­bekam viel Applaus. Der 63-Jährige zeigte sich volksnah und feierte im Anschluss an seinen Auftritt beim bunten Fest mit den Warburgern einfach weiter.
Ein Mann, eine Gitarre, eine grandiose Stimme – Stefan Stoppok ­bekam viel Applaus. Der 63-Jährige zeigte sich volksnah und feierte im Anschluss an seinen Auftritt beim bunten Fest mit den Warburgern einfach weiter. Foto: Ralf Benner

Gespannt waren die Warburger auf Sarah Hakenberg. Die Kabarettistin, die seit vier Jahren in Warburg lebt und arbeitet, hatte ihr inzwischen bekanntes Warburg-Lied so umgedichtet, dass die AfD ordentlich ihr Fett abbekam. Eigentlich nimmt sie darin auf liebevolle Weise die Eigenarten des Warburger Landes aufs Korn. Die zweifache Mutter (40), die zwischenzeitlich auch durchs Programm führte, erhielt natürlich besonders viel Applaus.

Gleiches galt auch für den vielfach ausgezeichneten Max Uthoff (»Die Anstalt«), der mit seiner Kritik an den Pegida-Demonstranten für viel Aufsehen in Deutschland gesorgt hatte.

Rockmusiker mit Stil

Timm Beckmann aus Essen verband bissige Satire mit grandiosem Klavierspiel. Sein Auftritt war gespickt mit Seitenhieben gegen alles, was extremistisch ist. Auch Gerburg Jahnke hatte die Warburger schnell auf ihrer Seite: »Früher bin ich immer an Warburg vorbeigefahren. Das passiert mir jetzt nicht mehr«, machte sie gleich zu Beginn deutlich, ehe sie sich über die kleinen Unterschiede zwischen Mann und Frau hermachte. Die Musik von Stefan Stoppok muss man nicht mögen. Aber der Folk- und Rockmusiker hat Stil. Das wurde spätestens bei seinem Song »Dumpfbacke« deutlich – eine direkte Anspielung auf die Neonazis. Stoppok hatte das Publikum schnell im Griff, machte Pause, um die Glocken der Neustadtkirche ausläuten zu lassen und lobte nach einem tiefen Schluck das Warburger Bier. Auch nach seinem Auftritt feierte der 63-Jährige mit den Warburgern weiter.

Warburger Bands dabei

Die Bühne gehörte aber auch den Warburger Bands – beispielsweise »Framework«. Die Musiker um Winnie Volmert (Gesang), Steve Helg und Martin Hollenstein traten sogar zur besten Sendezeit um 20 Uhr auf. »Zweiheit« (akustische Gitarrenmusik) um Sänger Thorsten Poppke gab es am Sonntagnachmittag live zu hören.

Aber nicht nur auf der Hauptbühne am Neustadtmarkt wurde viel Musik geboten. Am Gebrüder-Warburg-Platz am Pfeffermintz legten die DJs aus dem Kuba auf. Das locke vor allem das junge Publikum an.

Die Bühne an der Kalandstraße vor der ehemaligen Hirsch-Apotheke entwickelte sich zum Treffpunkt für Freunde der alternativen Musik. »Scunk« spielten beispielsweise Punkmusik und »Major Erd« Metal.

Alle Künstler ohne Gage

Alle Künstler traten ohne Gage auf. Die Organisatoren von der Bürgerinitiative Lebenswertes Bördeland mussten allerdings die Kosten für die Bühnen und die Technik schultern. Auf etwa 12.000 Euro schätzte Rainer Mues, Leiter der Lenkungsgruppe, die Kosten für das Fest, die aber durch eingehende Spenden gedeckt werden konnten.

Videointerview: Rainer Mues zieht eine erste Bilanz

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