Stadt Warburg führt als erste im Kreis Höxter neuen Service ein
Parkschein per Handy bezahlen

Warburg (WB). In Warburg können die Tickets für die 140 kostenpflichtigen Parkplätze jetzt mit dem Handy bezahlt werden. Die Stadt und das Unternehmen »Easypark« bieten den Service gemeinsam an. Am Donnerstag ist er online gegangen. Das WESTFALEN-BLATT beantwortet die wichtigsten Fragen zu dem Angebot.

Donnerstag, 04.07.2019, 18:10 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 18:12 Uhr
»Easypark«-Manager Odo Veuskens (Mitte) aus Hannover hat am Donnerstag das neue Bezahlsystem an 14 Warburger Parkscheinautomaten vorgestellt. Warburg ist die erste Stadt im Kreis Höxter, die es einführt. Höxter selbst soll in Kürze folgen. Wirtschaftsförderer Sören Spönlein und Wolfgang Voss (zuständig für Verkehrsangelegenheiten der Stadt) Foto: Jürgen Vahle

Wie funktioniert das Handy-Parken?

Wer es nutzen will, muss sich ein kleines Programm, eine App, auf sein Smartphone laden. In dieser App müssen einmalig der Name, das Autokennzeichen und die Art hinterlegt werden, mit der die Parktickets in Zukunft bezahlt werden sollen. Bei Zahlungsmitteln wie PayPal wird direkt abgebucht, bei einer Lastschrift vom Konto gibt es dann eine detaillierte Monatsabrechnung mit einer Liste aller Parkzeiten. Zahlungsmittel sind neben Lastschrift und PayPal auch die Kreditkarte und ApplePay. Am Parkplatz gibt man dann die Nummer des Automaten oder den Standort über eine digitale Karte ein. Dann wählt man die Parkdauer – in Warburg sind höchstens zwei Stunden möglich – aus. Fertig!

Wie wird kontrolliert, ob ich überhaupt bezahlt habe?

Die beiden Politessen im Dienst der Stadt Warburg nutzen schon heute ein Handy, um Parksünder zu registrieren. Auf diese Handys ist ein Programm aufgespielt worden, das zeigt, ob ein Autokennzeichen eingeloggt ist und somit bezahlt wurde. Ist das nicht der Fall, gibt es wie bisher einen blauen Zettel und einen Brief nach Hause.

Welche Vorteile hat das Handy-Parken?

Einige. Die Parkzeit kann zum Beispiel im Zwölf-Minuten-Takt genau abgerechnet werden. Bin ich also früher zurück an meinem Auto, kann ich mich ausloggen und zahle auch nicht mehr. Bei einem Papier-Parkschein ist das Geld bekanntlich weg. 15 Minuten vor Ablauf der Parkzeit gibt es einen Warnhinweis. Dann kann das Ticket über das Smartphone verlängert werden, sollte ein Termin beim Arzt oder der Einkauf etwa länger dauern. Streng genommen müsste das Auto nach zwei Stunden zwar bewegt werden, aber das wird in Warburg derzeit nicht kontrolliert. Sollte das Auto vom Parkplatz gefahren werden, bevor die Parkzeit abgelaufen ist (weil man sich nicht ausgeloggt hat oder das Fahrzeug gerade gestohlen wird) gibt es ebenfalls einen Warnhinweis.

Was kostet der Service?

Neben den regulären Warburger Parkgebühren werden noch 15 Prozent der Summe (aber mindestens 20 Cent) Transaktionskosten fällig. Das Geld erhält der Anbieter »Easypark«. Die Stadt bekommt aber weiter die vollen Parkgebühren.

Welche Parkplätze sind an das System angeschlossen?

In Warburg sind das alle 140 kostenpflichtigen Stellplätze, die sich allesamt in der Innenstadt befinden. Aufkleber auf den 14 Automaten zeigen an, dass diese Stellflächen für das Handy-Parken vorgesehen sind. Außerdem wird noch einmal erklärt, wie es genau geht.

Aus welchen Gründen hat sich die Stadt dem System angeschlossen?

Für Bürgermeister Michael Stickeln steht fest, dass ein solches Bezahlsystem die Attraktivität der Innenstadt erhöht – zumal »Easypark« bereits in 180 deutschen Städten einwandfrei funktioniert. Genutzt werden kann es beispielsweise auch in Paderborn, Bielefeld, Detmold oder Lemgo. Nicht allerdings in Kassel. In vielen europäischen Ländern, vor allem in Skandinavien, ist das digitale Bezahlen von Parktickets sogar schon Standard. »Easypark« ist auch dort am Markt vertreten.

Gibt es auch Risiken für die Stadt?

Möglicherweise gehen die Einnahmen der Stadt durch Parkgebühren und Knöllchen (etwa 180.000 Euro pro Jahr) zurück. »Aber die Einnahmen sind für uns ohnehin nicht das entscheidende«, sagt der Bürgermeister. Die Stadt wolle mit Hilfe der Gebühren den Verkehr ordnen und die Frequenz in der Stadt erhöhen.

Was passiert mit meinen Daten?

»Easypark« erfasst nach eigenen Angaben personenbezogene Daten des Kunden hauptsächlich, um sicherzustellen, dass seine Service-Leistungen zufriedenstellend funktionieren. Personenbezogene Daten würden aber auch zu Analysen und zur Verbesserung der Service-Leistungen erhoben. Darüber hinaus nutze das Unternehmen die Daten, um wichtigen Informationen über die Funktionalität der Serviceleistungen regelmäßig auf dem Laufenden zu halten.

Wie viele Parkkunden nutzen den Service in anderen Städten?

Da gibt es eher spärliche Angaben. Betriebsgeheimnis. Immerhin ist zu entlocken, dass es im niedrigen zweistelligen Prozentbereich liegt. In Bayreuth etwas mehr als 20 Prozent.

Kann ich am Parkscheinautomaten auch weiter mit Bargeld bezahlen?

Selbstverständlich. Nach wie vor können die Automaten auch mit Kleingeld gefüttert und ein Zettel ausgedruckt werden, der dann hinter der Windschutzscheibe liegt.

Welches Potential hat die App?

Womöglich kann in Warburg in Zukunft auch noch angezeigt werden, wo freie Parkplätze sind. Auch sind Bonussysteme von Geschäften denkbar. Wer in der City kauft, bekommt die gesamten oder einen Teil der Parkkosten über einen Bonuscode auf sein Konto zurückgebucht.

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