Am Gymnasium Marianum bestehen 71 Schüler das Abitur
Auf Wiedersehen, Amigos

Warburg (WB). Alle 71 Schüler des aktuellen Jahrgangs haben am Gymnasium Marianum ihr Abitur bestanden. Schulleiter Frank Scholle hat die Abiturientia 2019 in bewegenden Worten verabschiedet.

Mittwoch, 03.07.2019, 14:00 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 08:22 Uhr
Die beiden Jahrgangsstufenleiterinnen Petra Hülsebusch (stehend rechts) und Alexandra Dittmeier (sitzend links) haben die Abiturientia 2019 verabschiedet. Alle 71 Schüler haben in diesem Jahr am Gymnasium Marianum ihre Abiturprüfung bestanden.

»Es heißt heute ›Abschied nehmen‹ von euch als Persönlichkeiten, mit denen wir jahrelang zusammen gearbeitet haben«, sagte Scholle. Das Amt des Schulleiters beinhalte viele angenehme, aber auch weniger angenehme Pflichten. Scholle: »Eine auf jeden Fall angenehme Pflicht, vielleicht sogar die angenehmste des Jahres, darf ich mit der feierlichen Entlassung unserer Abiturienten vornehmen. Wir entlassen unsere Ältesten ins richtige Leben, wir blicken zurück auf acht Jahre pädagogischer Arbeit, und wir sehen 71 mit Erreichen des Abiturs schulisch höchst erfolgreiche junge Erwachsene.« Mit der Übergabe der Abiturzeugnisse endete die Schulzeit der Marianer jetzt offiziell.

Abi-Motto »Abios amigos«

Mit ihrem Abi-Motto »Abios amigos« verabschiedeten sich die Abiturienten zwar freundlich von ihrer Schule und auch untereinander. Scholle: »Aber was steht als nächster Schritt an?« Diese Frage sei für über die Hälfte des Jahrgangs offenbar noch gar nicht beantwortet.

Scholle: »Das Scheitern von G8 wurde noch nie so offenbar wie in eurem Jahrgang.« Durch eine verlängerte Berufsfindungs- und individuelle Reifungsphase würde das eine Jahr, um das die Schulzeit verkürzt worden sei, wieder verloren gehen. Scholle betonte: »Dies gilt nicht als Vorwurf an euch, sondern an das System. Aber für nachfolgende Generationen gilt ja zum Glück: Abios G8.«

Bereits in Kurzgesprächen mit den Schülern habe er betont: »Zeit, die man zur aktiven und zielgerichteten individuellen Reife nutzt, ist nie verloren – auch wenn man in dieser noch nicht viel oder gar kein Geld verdient.« Frank Scholle empfahl den Abiturienten im Zweifelsfall das Berufsfeld zu wählen, welches sie interessiert und motiviert. Ausruhen und Durchschnaufen gelte nur temporär. »Irgendwann«, so Scholle,  »seid ihr genötigt, den nächsten, vollkommen neuen Lebensabschnitt zu beschreiten.«

Grundausbildung für alle Lebenslagen

Die Gesellschaft ermögliche nach dem Abitur eine fast unendliche Vielzahl an Lebensgestaltungskonzepten. »Das ist einerseits sicherlich gut, da man die größtmögliche Freiheit genießen kann, anderseits aber auch anstrengend, da man von der Vielschichtigkeit der Freiheit oftmals erschlagen scheint«, so der Schulleiter bei der Entlassungsfeier.

Frank Scholle versicherte den Abiturienten, dass sie für all ihre Lebenswege – sofort und zielorientiert startend oder auch mit etwas Verzögerung – eine Marianum-Grundbildung erhalten hätten. » Ihr seid Persönlichkeiten geworden, die sich ohne Zweifel im weiteren Leben außerhalb von Schule behaupten und ihren Weg gehen werden«, sagte er.

In einer Bilderschau blickten die Abiturienten, Eltern und Lehrer bei der Feier auf die Schulzeit des Jahrgangs zurück. »Ihr habt es geschafft. Glückwunsch an euch alle, gleichgültig, welche Zahl nun vor oder nach dem Komma steht. Ihr habt alle das bestmögliche aus euch rausgeholt«, lobte der Schulleiter.

Abnabelung von Schule und Elternhaus

Neben den Spitzenkandidaten galten seine besonderen Glückwünsche noch zwei anderen Gruppen: den ehemaligen Realschülern und denen, die bis zuletzt zittern mussten und das Abitur dann doch noch geschafft haben.

»Behaltet eure Schule nach eurem Abios nicht nur in freundschaftlicher Erinnerung, sondern bleibt ihr auch freundschaftlich verbunden«, rief Frank Scholle die Abiturienten auf. »Kommt nach der wichtigen Zeit der Abnabelung von Schule und Elternhaus, wann immer ihr könnt, immer wieder einmal vorbei in euer Marianum. Dementsprechend sage ich euch bewusst ›auf Wiedersehen‹. Abios Amigos!«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6744403?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Polizei: Kaum mehr Hoffnung für vermisste 26-Jährige
Der Schluchtensteig: Hier war die Bad Lippspringerin wandern. Foto: Schluchtensteig Schwarzwald
Nachrichten-Ticker