Eltern von zukünftigen Erstklässlern müssen Betreuung bis zur Einschulung organisieren
Wenn die Ferien zum Problem werden

Warburg/Borgentreich/Willebadessen (WB). Die Vorschulkinder im Kreis Höxter freuen sich auf ihre Ferien und ihre Einschulung. Einige Eltern blicken aber mit Kopfweh auf die Zeit, die sie zwischen dem offiziellen Ende des Kindergartenjahres am 31. Juli und dem Ende der Sommerferien am 27. August überbrücken müssen. Die Betreuungslücke ist in diesem Jahr besonders groß, weil die Ferien in Nordrhein-Westfalen recht spät beginnen.

Donnerstag, 06.06.2019, 08:00 Uhr
Vorschulkinder wie Pauline, Mattheo, Liam und Mira (von rechts) aus dem Warburger Familienzentrum St. Martin freuen sich auf ihre Sommerferien und auf ihre Einschulung. Einige Eltern blicken allerdings besorgt auf die Ferienzeit. Denn in diesem Jahr umfasst die Betreuungslücke zwischen dem Ende des Kita-Jahres und dem Schulstart fast den gesamten August. Foto: Silvia Schonheim

Der Landeselternbeirat der Kindertageseinrichtungen (LEB) in Nordrhein-Westfalen fordert eine bessere Abstimmung des Endes der Kita-Zeit mit dem Beginn des ersten Schuljahres. Die Betreuungslücke, die in diesem Jahr fast den gesamten August umfasst, entsteht, weil das Kita-Jahr starr am 31. Juli jeden Jahres endet, der Termin der Einschulung aber abhängig von den Sommerferien variiert. Der abzüglich anderer zu überbrückender Zeitabschnitte noch zur Verfügung stehende Jahresurlaub vieler Eltern reiche für einen so langen Zeitraum oft nicht aus, sagt die LEB-Vorsitzende Katja Wegner-Hens. »Mitunter müssen Eltern ihren Jahresurlaub einzeln einbringen, um die Wochen zu überbrücken. Für Alleinerziehende wird es besonders kompliziert.«

In Einzelfällen werden Ausnahmen gemacht

»Bei dringendem Betreuungsbedarf helfen wir in Einzelfällen weiter«, versichert Wilhelm-Josef Finger. Er ist stellvertretender Geschäftsführer der Katholischen Kindertageseinrichtungen Hochstift gem. GmbH, unter deren Dach 39 Kindergärten im Kreis Höxter stehen. »Auch wenn der Vertrag am 31. Juli endet, können Vorschulkinder in Einzelfällen als Gastkinder betreut werden. Wir stoßen aber in einigen Einrichtungen auch schnell an Kapazitätsgrenzen, denn am 1. August kommen auch die neuen Kinder in die Einrichtungen und müssen sich eingewöhnen«, sagt Wilhelm-Josef Finger.

Im Familienzentrum St. Martin in Warburg sind es in diesem Jahr beispielsweise zwei von 13 Vorschulkindern, die über das Ende der Kita-Zeit hinaus für zwei Wochen betreut werden. »Das sind aber Einzelfalllösungen«, betont Leiterin Petra Engemann-Ludwig.

Schnuppern in der Grundschule

»Die zukünftigen Erstklässler können auch bereits das Ferienangebot ihrer künftigen Offenen Ganztags-Grundschule nutzen, wenn sie dort angemeldet sind«, weiß Wilhelm-Josef Finger.

Diese Möglichkeit gibt es etwa vom 14. bis 27. August in der OGS der Falkschule in Warburg. »Die Ferienbetreuung ist zum Ankommen für die neuen Kinder super. Alles läuft ohne Druck, es gibt keine Hausaufgaben. Der Tagesablauf ist ganz entspannt. Wir unternehmen Ausflüge und haben ein buntes Programm«, sagt Andrea Labudda von der OGS der Falkschule.

Auch die OGS der Katholischen Grundschule Borgentreich bietet in den ersten drei Ferienwochen eine Betreuung an. Regina Fögen leitet die OGS Borgentreich: »Die Verträge für die zukünftige Erstklässler beginnen am 1. August. Aufgrund unserer eigenen Urlaubszeit haben Eltern von Erstklässlern also nur an zwei Tagen die Möglichkeit die Ferienbetreuung zu nutzen, am 1. und 2. August.« Zwei Kinder würden in diesem Jahr wohl das Angebot in Anspruch nehmen. »Oft handelt es sich um Kinder, deren älteren Geschwister die OGS besuchen«, erklärt Regina Fögen.

Landeselternbeirat kritisiert Lücke

In den Offenen Ganztags-Grundschulen (OGS) in Peckelsheim und Willebadessen kann keine Ferienbetreuung für künftige Erstklässler angeboten werden. »Unsere zweiwöchige Ferienbetreuung findet in den ersten beiden Ferienwochen statt – also außerhalb der Betreuungslücke«, sagt Stefanie Siewert von der OGS der Sankt-Nikolaus-Grundschule Peckelsheim. Zudem sei es aus ihrer Sicht keine optimale Lösung für die Kinder, wenn sie vor der Einschulung ohne Eingewöhnung in die OGS geschickt würden.

Dies sieht der Landeselternbeirat der Kindertageseinrichtungen genauso. »Die Betreuungsformen für die Übergangswochen sind in der Regel nicht optimal«, sagt Katja Wegner-Hens. Der Landeselternbeirat fordert eine Lösung, die das Wohl der Kinder ins Zentrum rückt. LEB-Vorsitzende: »Es ist am besten, wenn gar keine Lücke entsteht, für die Behelfslösungen gefunden werden müssen.« Zwei Lösungen schlägt der LEB vor: Entweder könnte das Kita-Jahr flexibel mit dem Schuljahr beginnen und enden, oder das Kita-Jahr könnte erst am 31. August enden und im September beginnen.

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