Projekt von Brauerei und Braugerste-Anbauern
Landebahnen für Feldlerchen

Warburg (WB). Landebahnen für Feldlerchen werden zurzeit in Warburg und Umgebung angelegt. 200 bis 250 dieser sogenannten »Lerchenfenster« sind geplant. Die Idee wird von der Warburger Brauerei und einem Dutzend Braugerste-Anbauern umgesetzt.

Samstag, 01.06.2019, 12:00 Uhr
Eine Fläche besuchten (von links) die Geschäftsführer der Warburger Brauerei, Michael und Franz-Axel Kohlschein, Bioland-Anbauberater Stephan Gehrendes, Braugerste-Anbauer Hugo Schuchard, Studentin Sarah Scherf, GfW-Geschäftsführer Michael Stolte und Braugerste-Anbauer Jochen Reitz. Foto: Daniel Lüns

Die Feldlerche ist zum Vogel des Jahres 2019 gekürt worden, weil ihr Bestand seit Jahren zurückgeht. Fressfeinde machen dem Tier zu schaffen, ebenso Folgen der modernen Landwirtschaft. Auf Braugerste-Feldern etwa stehen die Pflanzen dicht beieinander. »Und wenn die Halme groß sind, kommt die Lerche nicht mehr ins Feld«, erklärt Bioland-Anbauberater Stephan Gehrendes.

200 bis 250 Lerchenfenster geplant

Dort helfe ein Lerchenfenster: Bei der Aussaat werde eine Fläche freigelassen, die etwa drei mal sieben Meter groß ist. Diese Schneise solle dem Vogel als Start- und Landebahn dienen. »Die Feldlerche landet dort und brütet im direkten Umfeld in der Gerste«, sagt Gehrendes. So sei sie vor Fressfeinden gut geschützt, ergänzt Franz-Axel Kohlschein, einer der Geschäftsführer der Warburger Brauerei. Pro Hektar Feld sollen bis zu zehn solcher Fenster geschaffen werden. 200 bis 250 sollen es insgesamt werden.

Das Lerchenfenster gehört zum Projekt »Von regionaler Wertschöpfung zu nationaler Exzellenz«, das zum Modellvorhaben »Land(auf)Schwung« des Kreises Höxter gehört. Michael Stolte, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW), erklärt, wie es zu diesem Projekt kam.

Vor etwa zwei Jahren habe die Warburger Brauerei die Idee geäußert, ihre Produktionsqualität und die regionale Wertschöpfung noch weiter zu verbessern. »Wir wollten ein Beispiel geben, wie man durch das Verbessern einer Produktionskette dauerhaft Mehrwerte in der Region schaffen kann«, ergänzt Kohlschein.

Brauerei zahlt in Naturschutz-Fonds ein

Regionale Wertschöpfung müsse aber transparent sein – und verständlich. Auch solle sie auf andere Regionen übertragbar sein. Zudem müsse sie wissenschaftlich begleitet werden. So sei das Naturschutzprojekt Lerchenfenster entstanden. »Die Aussparungen im Feld sind für alle sichtbar.« Schilder am Wegesrand sollten künftig darauf hinweisen.

Zusätzlich hat die Brauerei den »Braugersten-Euro« eingeführt, erklärt Kohlschein: Pro regional gekauften Doppelzentner Gerste zahle das Unternehmen einen Euro in einen Fonds ein, der Naturschutzprojekten zugute komme. Pro Doppelzentner Biogerste seien es zwei Euro. »Das hier soll der Startschuss für ein langfristiges Projekt sein«, betont Kohlschein.

Um die wissenschaftliche Ausarbeitung wird sich Sarah Scherf (25) kümmern. Die Manroderin studiert in Fulda Lebensmitteltechnologie. Über das Projekt »Land(auf)Schwung« wird sie ihre Bachelor-Arbeit schreiben.

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