Bücherei in Ossendorfer Grundschule eröffnet – 3500 Euro gesammelt
Der Lesespaß kann beginnen

Warburg (WB). Seit Wochen haben die Schüler des Teilstandortes Ossendorf der katholischen Graf-Dodiko-Grundschule in Warburg auf diesen Tag gefiebert: Am Dienstag wurde die Schulbücherei eröffnet. Vorher hatte niemand einen Blick in den Raum werfen dürfen.

Donnerstag, 09.05.2019, 14:00 Uhr
Große Spannung bei der Schülern in Ossendorf: Burkhard Sarrazin von der Vereinigten Volksbank durfte die erste Schleife zur Eröffnung der Schulbücherei aufschneiden. Die Volksbank hatte das Projekt mit einer Spende unterstützt. Foto: Verena Schäfers-Michels

Alle vier Klassen, 92 Schüler und ihre Klassenlehrer, hatten sich dazu im Erdgeschoss vor dem ehemaligen Schulleiterbüro versammelt, das in den vergangenen Monaten zu einer Bücherei umgestaltet worden war. Mit dabei waren auch Burkhard Sarrazin von der Vereinigten Volksbank und Dagmar Sinemus vom Förderverein der KGS, die das Projekt mit Spenden unterstützt hatten, sowie Jeannine Goorißen-Zach als Vertretung der Elternschaft.

Früheres Schulleiterbüro umfunktioniert

»In Daseburg und Warburg gibt es seit langem Schulbüchereien«, sagte Schulleiterin Birgitt Vonde, »nur Ossendorf hatte keine. Das wollte Lehrerin Heike Rüther ändern.« Nachdem mit dem unbenutzten früheren Schulleiterbüro der »perfekte Ort« auserkoren war, mussten die Hausmeister Schränke abbauen und kistenweise Ordner nach Warburg bringen. »Die wiederum musste ich sortieren – das war nicht so spannend«, erzählte die Schulleiterin den Kindern schmunzelnd.

Herausgekommen ist ein heller Raum mit weißen Regalen, einer knallroten Couch zum Hinkuscheln und bunten Bodenkissen, die zum Hinsetzen einladen. An der Wand der Leseecke wurde außerdem ein Baum aufgemalt. Ausgeliehen wird noch mit Karte und Stempel, nicht digital. »Wir wollten uns den Charme der Handarbeit erhalten. Das war eine bewusste Entscheidung«, so Heike Rüther.

Keine Konkurrenz für Dorfbücherei

In der Notwendigkeit einer Schulbücherei seien sich Eltern und Lehrer größtenteils einig gewesen, berichtet die Schulleiterin. Zwar habe es das Argument, dass es im Ort bereits die Dorfbücherei im Pfarrheim gibt, gegeben, doch auch die dortigen Mitarbeiter hätten bekräftigt, dass die Schulbücherei keine Konkurrenz sei. In der Schule sei für die Kinder die Hemmschwelle, in den Raum zu gehen und zu stöbern, geringer. Wer sich in der Schule bereits Lesestoff ausgeliehen habe, mache sich eher auf den Weg in eine öffentliche Bücherei, weil er das Verfahren bereits kenne, so Vonde. Heutzutage sei es weiterhin wichtig, die Lesekompetenz zu schulen, denn auch die moderne, digitale Welt werde erst durch Lesen und Verstehen erschlossen.

Viel Herzblut hat Lehrerin Heike Rüther in das Projekt gesteckt. Sie hat die Bücher ausgesucht, sie gestempelt und beklebt. Im Vorfeld hatten viele Schüler gut erhaltende Lektüre von Zuhause mitgebracht, die ausgelesen war, aber der Großteil des Buchbestandes musste neu angeschafft werden. »Wir haben Ideen gesucht, wie wir an Geld kommen«, führte Schulleiterin Vonde weiter aus. »So kam es zum Sponsorenlauf – und wir haben unglaubliche 3500 Euro sammeln können.«

Auf die Frage, welche Bücher die Jungen und Mädchen denn nun ausleihen wollen, kamen die Antworten: »Was mit Fußball!«, »Das magische Baumhaus!« und »Die Schule der magischen Tiere!« – damit steht fest: Es wird ein magischer Lesespaß werden!

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