370 Oberstufenschüler der Warburger Gymnasien sprechen mit Parteienvertretern
Podiumsdiskussion zur Europawahl

Warburg (WB/dal). Urheberrechtsreform, die Zukunft der EU und die Bewegung »Fridays for future« waren einige der Themen, die gestern mit Blick auf die Europawahl am 26. Mai im Warburger PZ besprochen wurden. Vertreter verschiedener Parteien standen den Schülern dort Rede und Antwort.

Dienstag, 07.05.2019, 12:00 Uhr
Zur Podiumsdiskussion im Warburger PZ haben sich getroffen (von links) Jörg Volacek (Linke), Ricardo Blaszczyk (Grüne), Susanne Krekeler (Schulleiterin Hüffertgymnasium), Frank Scholle (Schulleiter Gymnasium Marianum), Moderatorin Frieda Ernst, Ingo Stucke (SPD), Moderatorin Franziska Wandura, Leonard Rexhepi (CDU), Jocelyne Lambert (FDP) und Norbert Senges (AfD). Foto: Daniel Lüns

370 Oberstufenschüler des Hüffertgymnasiums und des Gymnasiums Marianum verfolgten die Podiumsdiskussion, die immer vor Wahlen von einer der beiden Schulen organisiert wird. Nun war das Hüffertgymnasium der Gastgeber. »Schule hat den Auftrag zur Erziehung mündiger Bürger«, sagte Susanne Krekeler, Schulleiterin des Hüffertgymnasiums, zu Beginn. »Darum sind wir heute hier.« Bei der Veranstaltung erfahre man Infos aus erster Hand.

90 Sekunden Zeit für eine Antwort

Jörg Volacek (Linke), Ricardo Blaszczyk (Grüne), Ingo Stucke (SPD), Leonard Rexhepi (CDU), Jocelyne Lambert (FDP) und Norbert Senges (AfD) stellten sich den Fragen, welche die beiden Moderatorinnen Frieda Ernst und Franziska Wandura oder die Zuschauer stellten. Die Spielregeln waren klar: 90 Sekunden Zeit hatten die Politiker jeweils, um auf eine Frage zu antworten. »Und wir bitten Sie um einen respektvollen Umgang miteinander«, sagte Ernst.

Im Zuge der Diskussion wurde unter anderem das Thema CO 2 -Steuer angesprochen. Jörg Volacek zeigte sich von der CO 2 -Steuer angetan. »Das ist eine interessante Sache. Aber das wird nicht viel ändern«, sagte er. Vielmehr setzten die Linken auf einen Kohleausstieg. Der sei in Deutschland schnell umsetzbar – sofern der politische Wille vorhanden sei. Auch sprach sich Volacek gegen Massentierhaltung aus. Diese sei ein »KZ für Tiere«, sagte der Vertreter der Linken.

CO2-Steuer und Tierhaltung

Ingo Stucke widersprach dem energisch. »Wer von KZs für Tiere spricht, der verharmlost den Holocaust«, sagte der SPD-Vertreter. Stucke bezeichnete die Rettung des Klimas generell als schwieriges Thema. Den Klimawandel abzuwenden, »das geht nicht ohne die Änderung des eigenen Lebensstils«.

Ricardo Blaszczyk sah in der CO 2 -Steuer positive Aspekte. So könne diese ein Mittel sein, um einen geeigneten Druck auf Hersteller auszuüben, damit diese künftig klimaneutral produzierten. Er sprach sich auch für die »Fridays for future«-Bewegung aus. »Jede Generation muss ihre Form des Protest finden. Und Sie nehmen uns Ältere in die Pflicht.«

Norbert Senges sprach sich in diesem Kontext für einen Umweltschutz »auf Augenhöhe mit anderen Ländern« aus. In China zum Beispiel würden etliche Kilometer an Köhleflözen brennen. »Was wir hier in Deutschland haben, das ist ein Schneckenschiss dagegen.« Zudem sei der Diesel »der effizienteste Motor, den wir haben«.

Europa als Einheit zu erhalten

Leonard Rexhepi war gegen eine CO 2 -Steuer. »Wir im ländlichen Raum brauchen so etwas nicht. Man muss andere Wege finden, um vor allem mittelständische Unternehmen zu fördern«, sagte er.

Jocelyne Lambert sprach sich vor allem dafür aus, Europa als Einheit zu erhalten. »Wir leben seit Jahrzehnten in Frieden. Das ist ein hohes Gut«, betonte sie. Gleichwohl gebe es kein Patentrezept für Europa. »Europa muss sich entwickeln.« Themen wie der Klimaschutz müssten auch europaweit behandelt werden.

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