Ruben Timman stellt seine großformatigen Porträtfotos in Warburg aus
Gesicht zeigen in den Straßen

Warburg(WB). Menschen aus aller Welt werden ihr Gesicht in Warburg zeigen. Das »Museum der Menschheit – Museum of Humanity« ist der Wirklichkeit gewordene Traum des niederländischen Dokumentarfotografen Ruben Timman. In 16 Jahren hat er 3500 Menschen auf der ganzen Welt fotografiert. Und zwar bewusst von vorn, er bat um einen neutralen Gesichtsausdruck und versuchte die Fotos vor einem schwarzen Hintergrund zu machen. »Es gibt viel Dunkelheit auf der Welt, aber auch in uns«, sagt Timman dazu.

Samstag, 04.05.2019, 17:00 Uhr
Das Orgaanisationsteam der Freilichtausstellung mit großformatigen Porträtfotos und der Fotograf im Warburger Museum im »Stern« (von links): Vivien Tharun, der niederländische Dokumentarfotograf Ruben Timman, Gez Asafu-Agyei und Hilla Zabelberg-Simon Foto: Astrid E. Hoffmann

Das Ergebnis seiner langjährigen fotografischen Arbeit wird nun in Warburg vom 26. Mai an bis zum 13. Oktober in den Straßen und Gassen der Innenstadt zu sehen sein.

Die Freilichtausstellung

1,80 mal 1,12 Meter groß sind die wetterfesten Porträts, die zu zweit oder zu dritt nebeneinander gestellt auf die Betrachter warten. 35 Fotos bilden die Freilichtausstellung, die es so außerhalb der Niederlande erstmals zu betrachten gibt. Zeitgleich werden 20 Bilder in verschiedenen Gebäuden, wie zum Beispiel in der »Zweiten Heimat« in der Hauptstraße oder im Museum im »Stern«, zu sehen sein.

Die Schüler-Fotogruppe des Gymnasium Marianum will Führungen anbieten. Das Organisationsteam aus Holland, Berlin und Warburg arbeitet derzeit noch an verschiedenen Ideen, die rundherum Wirklichkeit werden können – genau so wie der Traum des Niederländers.

Der Fotograf

Ruben Timman erlebte als Krankenpfleger für die Vereinigten Nationen in Kambodscha die harte Wirklichkeit der Überlebenden der »Killing Fields« mit. Das löste etwas in ihm aus. Er begann sein Studium der Fotografie an der Königlichen Kunstakademie. Seit 1999 ist er freier Fotograf.

»Ich hatte einen Traum«, erzählt Timman von seinem Schlüsselerlebnis bei einem Aufenthalt für eine Reportage in Vietnam. Er träumte, er ginge mit Kofi Anan (1938 – 2018) durch ein verfallenes Gebäude, an dessen Wänden Bilder von Menschen hingen. Das Haus hieß »Museum der Menschheit« und Ruben Timman war erschüttert, dass es niemanden störte, dass dieses Haus zerfiel. Die Idee zum echten Museum war geboren.

Museum der Menschlichkeit

Erst 2015 fand er das Gebäude seines Traumes und die Umsetzung nahm Gestalt an. Die alte Munitionsfabrik steht in der Nähe seines Studios in Zaandam in Holland. »Es war das Gebäude meines Traumes, alles stimmte, das zerbrochene Glas, der Staub, die Verlassenheit.« Ruben Timman eröffnete im März 2019 sein »Museum der Menschheit – Museum of Humanity«. Kofi Anan, der Generalsekretär der Vereinten Nationen (1997 – 2006), kann leider nicht mehr als Museumsführer dabei sein, doch mit Gez Asafu-Agyei lernte Ruben Timman einen Menschen kennen, der Kofi Anan noch persönlich kennengelernt hatte.

Das Team

Gez Asafu-Agyei hat einige Jahre in Warburg gelebt, er wurde 1975 in London geboren und hat in acht verschiedenen Ländern gewohnt. Sein Vater, der bereits 1979 verstarb, kannte den Ghanaer Kofi Anan. So war es auch für Gez Asafu-Agyei ein Anliegen gewesen, diesen großen Afrikaner kennenzulernen. Vivien Tharun hat als Journalistin in Warburg gelebt und lernte Ruben Timman durch ihre Arbeit kennen. Hilla Zavelsberg-Simon war eine Nachbarin von Vivien Tharun, so kamen über verschiedene Wege diese Personen zusammen und gehören nun zum Team, dass sich um die komplette Organisation der Ausstellung in Warburg kümmert.

Die Sponsoren

Damit die Bilder überhaupt dem breiten Publikum vorgestellt werden konnten, war auch finanzielle Unterstützung nötig. Zahlreiche Firmen und Banken sowie die Stadt Warburg selbst zeigten sich spendabel. »Die Hansestadt hat 10.000 Euro dazu gegeben und wir haben es gern getan«, sagt Warburgs Bürgermeister Michael Stickeln. »Es ist ein besonderes Kunstformat, dass nun in die Hansestadt kommt, es wurde mit viel Herzblut daran gearbeitet«, erklärt das Stadtoberhaupt.

Die Fotos

Bei den gezeigten Fotos geht es um die Würde des Menschen, es ist die zentrale Botschaft. Ob in Calais unter der Brücke, im Flüchtlingslager in Dössel oder beim Kälkenfest in der Warburger Altstadt, überall wo Ruben Timman auf den Auslöser gedrückt hat, hat ihm ein Mensch seine Geschichte offenbart. »Nachdem ich in der ganzen Welt Fotos gemacht habe, habe ich meinen Traum weiter geträumt und auch die Menschen aus Warburg dazu genommen«, berichtet der vierfache Familienvater. So werden also die Warburger Gesichter mit denen aus aller Welt in den Warburger Straßen und Gassen ausgestellt.

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