Wie das Jugenddorf Petrus Damian das Thema Natur in den Mittelpunkt stellen wíll
Zurück zu den Wurzeln

Warburg (WB). Landluft statt Likes, Stall statt Selfies: Ein neues Projekt im Warburger Jugenddorf Petrus Damian soll Heranwachsenden das Thema Natur wieder nahebringen. Dabei soll helfen, was auch im ländlichen Raum seltener wird: ein traditioneller Bauernhof.

Samstag, 04.05.2019, 09:00 Uhr
Freuen sich über den Start des Bauernhof-Projekts: Mitarbeiter der Firma Swiss Life Select und des Jugenddorfes. Mit dabei sind Einrichtungsleiter Elmar Schäfer (vorne, von links), Pädagogische Leiterin Nicole Evers, Stefan Reitemeyer (Firma Swiss Life Select) und Architekt Jürgen Stieglitz. Foto: Timo Gemmeke

»Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Kinder und Jugendliche wieder mit der Natur in Berührung kommen«, erklärt Elmar Schäfer, Einrichtungsleiter und Geschäftsführer des Petrus Damian Jugenddorfs. Als Teil der »Spielräume-Projekte« – darunter ein Bistro, ein Spielcontainer und eine Kletterhalle – soll nun ein Bauernhof entstehen.

Gebäude, Pflanzen und sogar einige Tiere

Um Gebäude, Pflanzen und sogar einige Tiere sollen sich die Heranwachsenden dann vorrangig selbst kümmern. »Zwei Mitarbeiter werden das Projekt zwar dauerhaft begleiten. Wir wollen bei den Kindern und Jugendlichen aber auch Entwicklungschancen ausmachen und diese dann fördern«, so Schäfer.

Das Projekt sei somit nicht nur als neuer Spielraum, sondern als pädagogisches Mittel gedacht. »Kinder und Jugendliche brauchen Bewegung und Anregungen durch die Natur«, sagt Schäfer. »Wer ein frisch gelegtes Ei in die Hand nimmt oder eine selbst geerntete Möhre isst, der erlebt die Früchte seiner Arbeit und insgesamt: die Natur als lebendiges und schützenswertes Gut.«

Eineinhalbstöckiges Blockhaus als Mittelpunkt

Den Mittelpunkt des Bauernhofs soll ein eineinhalbstöckiges Blockhaus bilden, an den sich ein kleiner Stall anschließt. Im Erdgeschoss soll es neben Küche und Esszimmer auch eine Spiel- und Kaminecke geben. Das obere Geschoss ist derzeit – ganz traditionell – als Heuboden geplant. Draußen sollen Beete und ein Stall für Hühner oder Kaninchen entstehen. Für andere tierpädagogische Angebote kann die angrenzende Grünfläche genutzt werden.

Entstanden sei die Idee für den Bauernhof bei einem Betriebsauslug, erzählt Stefanie Peine, eine der beiden begleitenden Pädagogen. »Bei einer anderen Jugendhilfeeinrichtung haben wir gesehen, wie gut das Konzept Bauernhof funktionieren kann«, so Peine. »Wer heutzutage aufwächst ist häufig sehr medial geprägt – das hier ist mal ein ganz anderer Ansatz.« Als kirchliche Einrichtung sehe sich das Jugenddorf auch in der Verantwortung, den Gedanken der Schöpfung weiterzutragen.

80.000 Euro fließen in den Bau und die Unterhaltung

Finanziert wird das Projekt durch die Stiftung der Firma Swiss Life Select, die im Frühjahr eine Spende von 90.000 Euro an das Jugenddorf übergeben hatte. 80.000 Euro davon sollen jetzt in den Bau und die Unterhaltung des Bauernhofs fließen.

»Wir unterstützen dieses Anliegen sehr gerne, weil es einerseits ein wichtiges Thema anspricht und andererseits direkt in der Region liegt«, sagt Stefan Reitemeyer, Finanzberater für Swiss Life Select. In die Stiftung zahlen alle teilnehmenden Mitarbeiter pro Monat je einen Prozent ihres Gehalts ein. Anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums habe man sich für die Spende an das Jugenddorf entschieden.

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