Andreas Pinkwart besucht die Firma Formlight im Warburger Industriegebiet
Wenn der Minister mal mit anpackt

Warburg (WB). Ein paar Sägespäne unter den Schuhen dürfte Andreas Pinkwart mit zurück ins Düsseldorfer Büro genommen haben. Die Firma Formlight hat der NRW-Minister nämlich nicht am Konferenztisch kennengelernt – sondern in der Werkstatt, direkt zwischen Sägen und Fräsen.

Donnerstag, 25.04.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 16:56 Uhr
Für ein Gespräch immer zu haben: NRW-Minister Andreas Pinkwart lässt sich im von einem Mitarbeiter der Firma Formlight die verschiedenen Arbeitsschritte in der ­Möbelfertigung erklären. Das Arbeitsklima in dem Warburger Unternehmen hob der Minister besonders lobend hervor. Foto: Timo Gemmeke

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, NRW-Landesminister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie, war für einen Unternehmensbesuch ins Industriegebiet Warburg gekommen. Bei der Firma Formlight ließ er sich nicht nur die Trends in Sachen Wohnmobilinterieur zeigen – sondern auch, wie ein kleiner Betrieb in wenigen Jahren Umsatz und Mitarbeiterzahl verdoppeln konnte.

121 Angestellte – Tendenz steigend

Mit der 2013 beschlossenen Übernahme des einstigen Unternehmens Formatec durch die Hobby-Gruppe wurden die Weichen für den Erhalt der Firma gestellt. Seitdem werden im Warburger Industriegebiet unter dem Namen Formlight Möbelteile für Wohnmobile in spezieller Leichtbauweise entwickelt. 69 Arbeitsplätze mussten damals gerettet werden. Heute arbeiten im gesamten Unternehmen 121 Angestellte, darunter acht Auszubildende – Tendenz steigend.

»Wir haben hier gelernt, dass Unternehmen nicht immer nur Erfolg haben, und dass es auch mal schwierige Phasen geben kann«, sagte Pinkwart. Er habe sich jedoch als Wissenschaftler mit dem so genanntem Turnaround-Management beschäftigt – »und hier sehen wir den erfolgreichen Turnaround«.

NRW-Minister Andreas Pinkwart besucht Warburger Unternehmen

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»Rückgrat unserer Wirtschaft«

Mit dem Anschluss an die Hobby-Gruppe, sagte Pinkwart, habe das Unternehmen einen »starken Player« gefunden, der im Wohnmobilbereich in Europa marktführend ist. »Man sieht, dass viel investiert worden ist, und zwar besonders nachhaltig«. Investitionen in Infrastruktur, neue Maschinen und Qualifitkation der Mitarbeiter und Auszubildenden seien dabei am wichtigsten.

»Unternehmen wie dieses sind das Rückgrat unserer Wirtschaft«, sagte Pinkwart. Er lobte auch das Arbeitsklima, von dem er sich vor Ort ein Bild machen konnte. Werksleiter Ulrich Benkel führte den Minister zusammen mit Michael Krull (Betriebsratsvorsitzender) und Stefan Waldeyer (Leitung Fertigungsteuerung) durch die einzelnen Fertigungsbereiche. Pinkwart: »Man sieht: Hier macht arbeiten Spaß.«

Hochschule OWL: kein Kommentar

Zu anderen Projekten im Warburger Land äußerte sich der Minister nur vage – beispielsweise den Diskussionen um ein mögliches Werk des Elektroauto-Herstellers Tesla. »Es bemühen sich viele in Europa um Tesla – auch wir haben das getan. Offensichtlich gibt es aber noch keine Entscheidung für einen Standort.«

Auch die Schließung des Warburger Standorts der Hochschule OWL ließ Pinkwart größtenteils unkommentiert. »Ich bin zwar wieder in der Landesregierung, aber nicht mehr für Wissenschaft zuständig.« Er sei damals jedoch »sehr gerne« in Warburg gewesen und habe auch gerne des Startschuss für den Standort vor knapp zehn Jahren gegeben.

»Erfolg ist, wenn Glück auf Vorbereitung trifft.«

»Es passte hier gut hin und hat – aus meiner Sicht – auch immer eine gute Arbeit geleistet«. Pinkwart verwies aber auch auf das Potenzial anderer Standorte der Hochschule OWL: »Höxter ist in der Nähe, wo man sich – auch beim Thema Digitalisierung – mit dem Studiengang ›Precision Farming‹ sehr gut eingebracht hat. Auch so etwas unterstützt das Land sehr gerne.«

Generell müsse man sich als Unternehmen »immer neu positionieren und neu erfinden«, so Pinkwart. »Erfolg ist, wenn Glück auf Vorbereitung trifft. Ein Beispiel dafür konnten wir hier und heute in Warburg sehen.«

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