Arbeiten an St.-Johannes-Baptist-Kirche – Anbau ist abgängig
Grundmauern werden freigelegt

Warburg (WB). Ohne den Einsatz von Fachleuten wäre ein Anbau der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Warburg womöglich eingestürzt. Er verfügt über kein Fundament, lediglich gestampfte Erde stützt das Kirchenteil. Auch eindringendes Wasser sorgt für Schäden.

Freitag, 05.04.2019, 07:00 Uhr
An der Kirche St. Johannes Baptist sind zurzeit Dennis Soboll (vorne, links) und Wilhelm Hagemann tätig. Die Baustelle besuchen (hinten, von links) Klaus Stalze (Kirchenvorstand), Miriam Peitz und Raimund Busch (beide Architektengruppe Raimund Busch). Foto: Daniel Lüns

Der besagte Anbau steht an der Südseite der Kirche, zwischen Südportal und Haupteingang. Wann er genau entstanden ist, ist unklar. Er wurde vor die Seitenkapelle gesetzt, die um das Jahr 1450 angebaut wurde. Zuvor endete die Kirche in südlicher Richtung an der Außenmauer, die bis zum Südportal ging. Gegen 1260 wurde dieser Bauabschnitt vollendet.

Wendeltreppe führt ins Leere

Der schadhafte Anbau ist vergleichsweise klein. Er beinhaltet eine Wendeltreppe, die ins Leere führt. »Offenbar hatte man vor, hier eine riesige Kirche zu bauen, die über den Marktplatz hinausging«, erläutert Architekt Raimund Busch. Die Arbeiten seien aber abgebrochen worden, möglicherweise aus Geldmangel, vermutet Busch.

Um die Grundmauern vor Feuchtigkeit zu schützen, wurde gegen 1930 ein Lüftungsschacht gebaut. Er wurde im Abstand von etwa 40 Zentimetern vor die Grundmauern gebaut. Im Laufe der Jahre drang jedoch immer wieder Regenwasser ein. Der Schacht stürzte schließlich ein und hatte keine Funktion mehr. »Die Auswaschungen haben die Natursteine mit den Mörtelfugen geschädigt und statisch geschwächt«, erklärt Busch. Frostschäden hätten dazu beigetragen.

Senkrechter Riss ist acht Meter lang

»An einer Außenecke hat sich der Eckquader aus Kalkstein um zwei Zentimeter gesetzt. Es zeigt sich ein senkrechter Riss zwischen Zyklopenmauerwerk und Eckquadern, der etwa acht Meter lang ist«, erklärt der Architekt weiter. Der Mörtelvorsatz, den manche Eckquader hatten, sei abgeplatzt, stellt Busch fest.

An der Südseite der Kirche wird nun in zwei Bauabschnitten gearbeitet. Der erste Abschnitt führt etwa vom Südportal bis zum Anbau an der Ecke der Seitenkapelle. Der zweite Abschnitt führt weiter bis zum Haupteingang. Die Bauarbeiter legen zunächst die Grundmauern frei. Die entstandenen Hohlräume sollen mit Beton verfüllt werden. Zudem wurden Teile einer alten Wasserleitung ersetzt.

Maßnahme kostet einen fünfstelligen Betrag

»Vor Ostern soll der erste Bauabschnitt erledigt sein«, sagt Busch. Danach folge der zweite Bauabschnitt. In etwa vier Wochen könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Wie viel die Maßnahmen kosten werden, steht noch nicht fest. Busch schätzt die Kosten auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Die Kosten werden vom Erzbistum Paderborn getragen, die Kirchengemeinde zahlt einen Eigenanteil.

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