Ausstellung im Warburger Museum im »Stern« wird am nächsten Sonntag eröffnet
»Das letzte Abendmahl in der Kunst«

Warburg (WB/ben). Eine Ausstellung zum Thema »Das letzte Abendmahl in der Kunst« wird am Sonntag, 7. April, um 11 Uhr im Museum im »Stern« eröffnet. Im Mittelpunkt: die über vier Meter breite Abendmahlsdarstellung von Hans Kohlschein, die ansonsten im Arnoldihaus hängt, nun aber im Museum zu sehen ist.

Donnerstag, 04.04.2019, 14:00 Uhr
Im Mittelpunkt der Ausstellung im Warburger Museum im »Stern« steht die über vier Meter breite Abendmahlsdarstellung von Hans Kohlschein, die Rainer Mues hier betrachtet. Foto: Ralf Benner

Der Warburger Hans Kohlschein (1879-1948) hat dieses Abendmahl nach Bezug seines Hauses am Volkmarser Weg im Herbst 1944 geschaffen. Sein erstes Abendmahl hatte er 1925/26 in Düsseldorf gemalt. Bei der Bombardierung der Stadt im Juni 1943 wurde sein Haus zerstört und mit ihm auch die erste Darstellung.

Das neutestamentliche Thema »Das letzte Abendmahl« ist in der Kunst immer wieder gestaltet worden. Die Ausstellung im »Stern« zeigt Beispiele.

Leonardo da Vinci schuf die wohl bekannteste Version

In der Renaissance war das Abendmahl eines der häufigsten Motive der italienischen Kunst. Leonardo da Vinci (1452-1519) schuf die wohl bekannteste Version für das Mailänder Kloster Santa Maria delle Grazie. Sein Bild gilt als Meilenstein der Renaissance, denn es nahm wegen seiner korrekt wiedergegebenen perspektivischen Tiefe bahnbrechenden Einfluss auf die Malerei. Es zeigt Jesus mit den zwölf Aposteln, unmittelbar nachdem dieser ihnen beim letzten gemeinsamen Mahl sagt: »Einer von euch wird mich verraten« (Mt. 26,21).

Bekannt ist auch das um 1500 in der Soester Wiesenkirche zu sehende »Westfälische Abendmahl«, ein Glasfenster, das Jesus und seine Jünger beim Abendmahl darstellt. Der unbekannte Künstler hat die Handlung nach Westfalen verlegt. Anstelle von ungesäuertem Brot und Wein gibt es Spezialitäten der Soester Heimat.

Der Warburger Goldschmied und Kupferstecher Antonius Eisenhoit (1553/54-1603) hat in Silber einen Bucheinband für ein Missale geschaffen. Dem Betrachter wird auf dem rückseitigen Buchdeckel das letzte Abendmahl aus dem Neuen Testament gezeigt. Eine Kopie dieses Bucheinbandes befindet sich heute im Besitz des Museum im »Stern«.

Gemäldezyklus von Andy Warhol

Andy Warhol (1928-1977) war Sohn polnischer Einwanderer und gläubiger praktizierender Katholik. Seine letzten großformatigen Arbeiten waren Auseinandersetzungen mit Leonardo da Vincis Abendmahl. Warhol beschäftigte sich nicht mit dem Original, sondern legte das Foto einer billigen Reproduktion des Originalgemäldes zugrunde, die er in New York gefunden hatte. Daraus entstanden ein riesiger Gemäldezyklus und im Siebdruck umgesetzte druckgraphische Versionen.

Für das Refektorium der Dormitio-Abtei der Benediktiner in Jerusalem stellte Ernst Fuchs (1930-2015) einerseits grell, andererseits traditionell die Einsetzung der Eucharistie dar. Aber auch die Ankündigung des Verrats, die Fußwaschung und unerwartet der Geige spielende David sind in seinem Abendmahlsbild zu finden.

Zwei Skizzen zum »Warburger Abendmahl«

Zum »Warburger Abendmahl« von Hans Kohlschein konnten zwei Skizzen ausgeliehen werden, der Vorentwurf des gesamten Bildes und der Entwurf des Christuskopfes. Die Personen dieses Abendmahles soll Hans Kohlschein nach Vorbildern aus dem Warburger Umfeld gestaltet haben. Passend zu diesem Themenbereich wird eine Entwurfsskizze mit dem Motiv der Karfreitagsprozession von Sorrent aus dem Jahre 1924 gezeigt.

Die Gäste wird Rainer Mues, Vorsitzender des Museumsvereins, begrüßen. Er hat die Ausstellung konzipiert und gestaltet. Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung von Evelyn Reger. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. April 2019. Das Museum ist täglich außer montags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet.

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