Kaspar Drude aus Welda erhält Diamantenen Meisterbrief
Ein Leben für die Schafe

Warburg (WB). Ein Leben ohne Schafe kann sich Kaspar Drude nicht vorstellen. Der 90-Jährige schaut immer noch täglich nach den Tieren, obwohl der Betrieb längst von seinem Sohn Wendelin in der siebten Generation geführt wird. Am Montag hat der Schäfermeister aus Warburg-Welda den Diamantenen Meisterbrief erhalten.

Dienstag, 02.04.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 10:26 Uhr
Natürlich mitten zwischen seinen geliebten Tieren freut sich Schäfermeister Kaspar Drude über den Diamantenen Meisterbrief. Kreislandwirt Heinrich Gabriel (links) und Dr. Josef Lammers (Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer, rechts) überbrachten Brief und Glückwünsche. Sohn Wendelin Drude (hinten) hat vor einigen Jahren den Betrieb vom Vater übernommen. Foto: Astrid E. Hoffmann

»Das Archiv wurde vor 60 Jahren noch nicht so gut geführt und Münster ist weit weg von Welda«, sagte Heinrich Gabriel, Kreislandwirt des Kreises Höxter, in seiner kleinen Ansprache zur Übergabe des Meisterbriefes.

Kaspar Drude beendete 1943 die Schule und ging zu seinem Vater Josef in die Lehre. 1949 bestand Kaspar Drude seine Gesellenprüfung in Paderborn und besuchte in den Jahren danach weitere Fortbildungskurse. Am 2. April 1959 wurde dem Schäfer der Meisterbrief ausgehändigt. Die theoretische Prüfung hatte er in der Landwirtschaftsschule in Paderborn, den praktischen Teil im väterlichen Betrieb in Welda absolviert. »Alles Gute und Gesundheit«, wünschte Heinrich Gabriel.

Geschichte der Schäferfamilie Drude beginnt um 1787

Diesen Wünschen schloss sich Dr. Josef Lammers, Geschäftsführer der Landwirtschaftskammer Höxter-Lippe-Paderborn, an. »Dankeschön, das haben Sie gut gemacht«, erwiderte der Geehrte und nahm den Diamantenen Brief entgegen. Kaspar Drude hat zwei Töchter und einen Sohn und acht Enkelkinder.

Die Geschichte der Schäferfamilie Drude begann in Welda um 1787 mit Jacob Daniel Wilhelm Drude, dem Urururgroßvater von Kaspar Drude. Besagter Jacob war aus seinem Heimatort Viesebeck bei Wolfhagen geflohen, denn sein Landesherr wollte ihn als Söldner verkaufen. In Welda, auf dem Gut des Barons von Brackel, fand er eine Zuflucht und sein Auskommen als Schäfer.

Aber erst Kaspar Drudes Großvater Albert Drude wagte den Schritt in die Selbstständigkeit. Früher waren die Schäfer üblicherweise bei den großen Bauern angestellt. Die eigene Schäferei bedeutete natürlich, einen Beruf rund um die Uhr zu haben. »Es kam durchaus vor, dass ich mit der Familie Weihnachten am Christbaum gesessen, ein Lämmchen auf dem Arm und diesem die Pulle gegeben habe«, erinnerte sich Kaspar Drude. Der Meisterbrief wird einen Ehrenplatz bekommen und Kaspar Drude wünscht sich einfach: »Jeden Tag die Schafe sehen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6512327?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F
Behinderungen wegen bundesweiter Warnstreiks im Nahverkehr
Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) streiken vor einem BVG Betriebshof in der Stadt.
Nachrichten-Ticker