Zuckerfabrik: Tillmann fordert Prüfung aller Alternativen zur Standortschließung
Bauern protestieren in gelben Westen

Warburg (WB). Der Landwirtschaftliche Kreisverband will beim Vorstand und beim Aufsichtsrat der Südzucker AG gegen die ­geplante Schließung der Warburger Zuckerfabrik protestieren. Dazu soll bei einer Vorstandssitzung heute Abend eine Resolution verabschiedet werden.

Montag, 04.02.2019, 06:02 Uhr aktualisiert: 04.02.2019, 06:20 Uhr
Zuckerrübenernte im Warburger Land: Dieses Bild soll es auch künftig noch geben. Bauern wollen am Dienstag gegen die geplante Werksschließung protestieren. Dann treffen sich die Rübenanbauer in der Gemeindehalle Hohenwepel. Foto: Marius Thöne

»Wir dürfen nichts unversucht lassen«, sagte der Vorsitzende des Kreisverbandes, Antonius Tillmann, am Sonntag. »Wir fordern, dass alle Alternativen zur Standortschließung noch einmal geprüft werden. Außerdem fordern wir ein klares Bekenntnis zur Warburger Börde als Standort für die Zuckerrübe. Die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze müssen in der Region bleiben.«

Solidarität unter den Rübenanbauern gefragt

Keinesfalls dürften die geplanten Kürzungen der Produktionsmenge nur einzelne Regionen treffen. Hier sei auch die Solidarität unter den Rübenanbauern gefragt. Über die Form des Protests müssten die Rübenanbauer mit ihrem Anbauerverband entscheiden. Schließlich hielten diese auch die Mehrheit im Aufsichtsrat der Südzucker und würden die Entscheidungen fällen, so Tillmann.

Für den Kasseler Verband, dem auch die Rübenanbauer angehören, die zur Fabrik nach Warburg liefern, sitzt der Vorsitzende Georg Koch aus Wabern (Schwalm-Eder-Kreis) im Aufsichtsrat des größten deutschen Zuckerproduzenten. Zur Winterversammlung der Rübenanbauer morgen Abend um 19.30 Uhr in der Gemeindehalle Hohenwepel wird mit Dr. Thomas Kirchberg (Ochsenfurt, Landkreis Würzburg) einer der Südzucker-Vorstände erwartet, der den Vorschlag der Standortschließung mit zu verantworten hat.

Landwirte organisieren einen Treckerkorso

Landwirte aus der Region wollen einen Treckerkorso organisieren . Darüber hinaus planen Rübenbauern, mit gelben Westen und Protestplakaten gegen die vorgesehene Aufgabe des Warburger Werkes demonstrieren. Mit gelben Westen wenden sich derzeit in ganz Deutschland Landwirte gegen Wettbewerbsnachteile gegenüber Berufskollegen in europäischen Nachbarländern.

Auch der Bad Driburger Landtagsabgeordnete Matthias Goeken (CDU) will, dass diese ausgeschaltet werden. Die heimischen Bauern müssten die gleichen Beihilfen erhalten wie Bauern in anderen EU-Staaten. Zudem müsse der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln einheitlich geregelt werden.

Goeken setzt sich für Warburger Standort ein

Durch das Verbot von Neonicotinoid-haltiger Rübenbeize kommt es vermehrt zu Ertragsverlusten und Einkommenseinbußen bei den Rübenbauern in Deutschland. »Es muss eine ganzheitliche Lösung für diese Probleme gefunden werden. Ich werde die Stadt Warburg unterstützen und mich dafür einsetzen, dass die Zuckerfabrik dort erhalten bleibt«, sagt Goeken.

Er kündigte an, gemeinsam mit Landrat Friedhelm Spieker, Bürgermeister Michael Stickeln und dem Bundestagsabgeordneten Christian Hasse, zur Südzucker-Zentrale zu fahren, um dort ein Gespräch mit der Geschäftsleitung zu führen.

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