150 Kilometer langer Rundwanderweg soll 2019 die Kreise Höxter und Kassel verbinden Ein Paradies für Naturfreunde

Warburg (WB). Der Diemeltalsteig, der seit 2016 geplant und realisiert wird, nimmt Gestalt an. Im Mai/Juni 2019 soll der 150 Kilometer lange Rundweg, der die Landkreise Höxter und Kassel verbindet, fertig sein. Geplant ist, diesen zu 65 Prozent mit EU-Mitteln aus dem Leader-Förderprogramm zu finanzieren.

Von Ralf Benner
Der länderübergreifende Diemeltal-Steig verbindet acht Kommunen in den Kreisen Höxter und Kassel. Der Desenberg mit seiner Ruine gehört zu den kulturhistorischen Besonderheiten entlang des 150 Kilometer langen Weges.
Der länderübergreifende Diemeltal-Steig verbindet acht Kommunen in den Kreisen Höxter und Kassel. Der Desenberg mit seiner Ruine gehört zu den kulturhistorischen Besonderheiten entlang des 150 Kilometer langen Weges. Foto: Thorsten Fritz

In NRW wird der Fern-Rundwanderweg die drei Kommunen Warburg, Beverungen und Borgentreich und in Hessen die fünf Kommunen Trendelburg, Bad Karlshafen, Liebenau, Hofgeismar und Diemelstadt sowie den Gutsbezirk Reinhardswald durchlaufen. »Der Steig wird ausschließlich bereits bestehende Gemeindewanderwege der acht Kommunen zu einem Rundwanderweg auf den Höhenzügen des Diemeltales verbinden«, erklärt Christiane Sasse, Leader-Regionalmanagerin im Kreis Höxter. Sie hatte auch die Idee zu diesem Projekt.

Förderanträge werden auf den Weg gebracht

In wenigen Tagen wollen die beiden Leader-Regionen, also die Kreise Höxter und Kassel, ihre Förderanträge auf den Weg bringen. Christiane Sasse rechnet damit, dass die beiden Zuwendungsbescheide bereits im Juni vorliegen. »Die Antragsvorbereitungen waren bisher sehr umfangreich und aufwändig, denn es müssen acht Kommunen an einem Strang ziehen und bei der Planung auf gleicher Höhe sein«, berichtet sie. Zwischen den beiden Leader-Regionen und den acht Kommunen wird derzeit der Kooperationsvertrag besiegelt. Auch dieser ist Voraussetzung für die Förderung.

Liegen die Leader-Zuwendungsbescheide vor, können die Aufträge für das Wegeleitsystem und das Marketing vergeben werden. Denn es müssen Pfosten mit Wegemarkierungen und Zielwegweisern aufgestellt werden. »Allein auf NRW-Seite wird der Eggegebirgsverein etwa 3000 Alu-Plaketten entlang der Strecke anbringen«, erläutert Christiane Sasse. Derzeit werden die Genehmigungen der anliegenden Grundstückseigentümer für die Beschilderung des Rundwanderweges eingeholt.

Länderübergreifender Austausch

Der Diemeltalsteig als Ziel für Wander- und Naturfreunde, Gäste und Einheimische werde einen neuartigen Verbundcharakter zwischen NRW und Hessen begründen und zum länderübergreifenden Austausch beitragen, ist die Leader-Regionalmanagerin überzeugt. Der Steig soll in Bad Karlshafen starten und im Uhrzeigersinn durch Gebiete der Kommunen Gutsbezirk Reinhardswald, Trendelburg, Hofgeismar, Liebenau, Warburg bis zum Quast bei Diemelstadt-Rhoden führen. Von dort aus geht es dann über Warburg, Liebenau, Borgentreich, Trendelburg und Beverungen wieder zurück nach Bad Karlshafen.

Der inhaltliche Fokus des Rundwanderweges, für den auch Tagesetappen konzipiert werden sollen, liegt auf der erstmals einheitlichen Erschließung und Präsentation von FFH-Gebieten (Fauna-Flora-Habitate mit europäischem Schutzstatus). Mit mehr als 450 Hektar liegen zwischen Warburg und Bad Karlshafen die im Volksmund als Kalkmagerrasen und Wacholderheiden bezeichneten Flächen im Diemeltal in einer Größe vor, wie sie sonst nur in Thüringen, Bayern oder Baden-Württemberg anzutreffen sind.

Herrliche Ausblicke

Neben der Erschließung der einzigartigen Kalk-Halbtrockenrasen und Kalk-Buchenwälder, gepaart mit herrlichen Ausblicken auf das Tal der Diemel, spielen auch die kulturhistorischen Besonderheiten entlang des Weges eine große Rolle. Die Hugenottenstadt Bad Karlshafen, das ehemalige Kloster Helmarshausen, das Wasserschloss Wülmersen, die Schanzenanlagen aus dem Siebenjährigen Krieg, die Holsterburg bei Warburg oder der Desenberg mit seiner Ruine zählen zu den Sehenswürdigkeiten mit kulturgeschichtlicher Bedeutung.

Der Eigenanteil der Kommunen an den Gesamtkosten – etwa eine sechsstellige Summe – beträgt 35 Prozent, proportional verteilt auf die acht Gemeinden. 65 Prozent würden durch EU-Mittel aus dem Leader-Programm finanziert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5709802?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2516019%2F