450 Besucher begeistert von der »Kanzlerin-Souffleuse« Flüstertüte sucht Asyl in Warburg

Warburg (vsm). Zu einem Kabarettabend begrüßte Ruth Konerding 450 Gäste im Pädagogischen Zentrum in Warburg. »Eigentlich haben wir Zuhause ja jeden Tag Kabarett«, meinte die Vorsitzende der Warburger Landfrauen. Sie war sich sicher, dass die Anwesenden einen ganzen Abend mit eigenen Anek­doten füllen könnten.

Die »Kanzlerin-Souffleuse« Simone Solga bittet um Asyl bei den Warburger Landfrauen. Ihr Gepäck hatte die Kabarettistin in Tüten und Taschen dabei.
Die »Kanzlerin-Souffleuse« Simone Solga bittet um Asyl bei den Warburger Landfrauen. Ihr Gepäck hatte die Kabarettistin in Tüten und Taschen dabei. Foto: Verena Schäfers-Michels

Doch an diesem Abend wollten alle ein ganz anderes Programm sehen, und zwar das von Simone Solga, die zurzeit mit »Das gibt Ärger« durch das Land tourt und nun auch einen Zwischenstopp in Warburg einlegte. Es ist das sechste Soloprogramm der als »Souffleuse im Kanzleramt« bekanntgewordenen Kabarettistin. Berlin war für die 1963 in Gera geborene Künstlerin auch in Warburg ein großes Thema.

Offen gibt sie zu, dass die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles ihrer Ansicht nach keine Chance hat, die künftige Bundeskanzlerin zu werden, und zwar aus einem einfachen Grund: Die Namen von Kanzlerkandidaten der SPD müssten mit Sch anfangen, wie Schröder oder Schulz. Somit scheide die Politikerin aus.

Bei den Warburger Landfrauen um Asyl gebeten

Bisher sei die Kabarettistin Merkels willige Helferin gewesen, genau gesagt bis zum vorhergehenden Tag, doch nun habe sie alles weggeworfen und die Politik hinter sich gelassen, um in Warburg Asyl zu suchen, auch wenn sie wisse, dass die Kanzlerin ohne ihre Flüstertüte nur noch eine halbe Raute sei. »Ich bin die Balkanroute über Höxter und Brakel hierhergefahren«, berichtet die Solga von ihrer Flucht und versichert: »Ich werde Ihre Mundart lernen und Ihren Glauben respektieren.«

Hemmungslos spekuliert Simone Wolga in ihrem neuen Programm, wie es in der Politik weltweit weitergehen wird. Dabei zeigt sie ein genaues, brandaktuelles Detailwissen, das sie gekonnt in ihr Programm einwebt. Der Besuch bei Präsident Donald Trump, der für Angela Merkel nur frustrierend enden könne, wird ebenso aufs Korn genommen wie die angeblich »moralische Vorfahrt« der Grünen Partei, die das Wort »ich« aus ihrem Wortschatz gestrichen und stattdessen »wir« eingesetzt habe.

Bundesrepublik aus dem Griff des Satans befreit

»Ich wäre gerne positiv«, behauptet die Künstlerin, nachdem sie im PZ mit dem Bluessong »Für mich ist Leben wie Musik« gezeigt hat, dass sie auch als Sängerin überzeugen kann. Doch in der Beziehung komme man ums Lügen nicht herum. Natürlich würden Männer ihrer Frau sagen, sie trügen eine schicke Bluse, und dem Mann werde von der Frau versichert, dass er nicht dicker geworden sei, anstatt ihn mit der Wahrheit zu konfrontieren.

Immer komme ihr das schlechte Gewissen und der innere Schweinehund in den Weg. Zum Beispiel fahre sie einen bösen Diesel. »Aber stellen sie sich vor, die Pendler würden mit dem Pferd zur Arbeit reiten. Was würden die Leute über den Gestank schimpfen.«

Das Publikum war begeistert von Simone Solgas Wortwitz und ihren Gesangseinlagen und war auch gerne bereit, mit der nun ehemaligen Kanzlerin-Souffleuse einen nicht so ganz ernst gemeinten Exorzismus durchzuführen, um die Bundesrepublik aus dem Griff des Satans zu befreien.

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