Erste Job-Messe im Jugenddorf Petrus Damian in Warburg Fachkräfte gewinnen

Warburg (WB). Erstmals hat das Jugenddorf Petrus Damian am Freitag einen Job-Info-Tag für Studierende, Auszubildende, Erzieher und Schüler sowie interessierte Fachkräfte angeboten. Es wurden dabei die Arbeitsfelder in der Jugendhilfe vorgestellt und Einblicke in die Einrichtung ermöglicht.

Von Ralf Benner

»Der Fachkräftemangel wird auch in den pädagogischen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe immer deutlicher«, erläutert Elmar Schäfer, Leiter des Jugenddorfes, den Grund für diese Informationsveranstaltung in der Jugendhilfeeinrichtung. »Vor zehn Jahren war es noch nicht erforderlich, in Form einer solchen Job-Messe Fachkräfte in der Jugendhilfe zu gewinnen«, sagt Schäfer.

Talkrunde, Praxisbeispiele, pädagogische Angebote

Die Besucher erlebten ein vielfältiges Programm mit Talkrunde, Praxisbeispielen, pädagogischen Angeboten sowie eine individuelle Beratung zu Berufsprofil und Gehaltsfragen. In einer Talkrunde im neuen Bistro des Jugenddorfes, die Elmar Schäfer moderierte, sprachen Hartmut Peter, Leiter des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs, Klaus Braun, Erster Beigeordneter der Stadt Warburg, sowie Anja Stuhldreier, Erzieherin in der Mutter-Kind-Gruppe des Jugenddorfes, über Anforderungen an die Fachkräfte, Chancen in unterschiedlichen sozialpädagogischen Arbeitsbereichen sowie Perspektiven in der Jugendhilfe.

Als Erzieherin in der Jugendhilfe zu arbeiten, sei für sie »bereichernd und erfüllend« – trotz Schichtarbeit und Nachtbereitschaften, warb Anja Stuhldreier für dieses Berufsfeld. Man arbeite täglich mit den Menschen und könne die Erfolge der eigenen pädagogischen Arbeit miterleben.

Neben der immer älter werdenden Bevölkerung, die mehr soziale Betreuung und Beratung erfordert, hat vor allem der Ausbau der Kinder- und Jugendbetreuung durch Integration und Inklusion den Bedarf an Fachkräften angekurbelt. Sozialpädagogen und Sozialarbeiter gehören zu den gefragtesten Arbeitnehmern, wurde in der Gesprächsrunde deutlich.

Arbeitsmarkt im sozialpädagogischen Bereich boomt

Der Arbeitsmarkt im sozialpädagogischen Bereich boomt also, doch es fehlen die Fachkräfte. Drei wesentliche Gründe: Befristungen und niedrige Bezahlungen sowie fehlende Anerkennung. »Erzieher ist ein Notstandsberuf, wer ihn ergreift, kann mit seinem Gehalt kaum eine Familie ernähren«, sagt Hartmut Peter, Leiter des Theresia-Gerhardinger-Berufskollegs.

Deutlich besser sieht es da mit den Verdienstmöglichkeiten im Jugenddorf und bei der Stadt Warburg aus, die sich nach Angaben von Einrichtungsleiter Elmar Schäfer und Klaus Braun, Erster Beigeordneter der Stadt, an den tariflichen Regelungen des öffentlichen Dienstes orientieren. »In den Berufsfeldern für Erzieher zählt die Jugendhilfe zu dem Bereich mit der besten Vergütungsstruktur«, stellt Schäfer fest.

»Gehalt und arbeitsvertragliche Rahmenbedingungen sind bei uns durchaus attraktiv«, betont auch Klaus Braun. Die Hansestadt stockt derzeit ihr Personal im Bereich der Schulsozialarbeit von eineinhalb auf drei Stellen auf. Zum nächsten Schuljahr wird eine Vollzeitstelle für die Sekundarschule und eine halbe Stelle für die Grundschulen neu geschaffen.

Der Job-Info-Tag wurde in dieser Form erstmalig im Jugenddorf angeboten. »Es ist geplant, zukünftig ähnliche Veranstaltungen anzubieten«, sagt Elmar Schäfer.

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