Film über Hermann Klostermann feiert im Warburger Cineplex Premiere Kino zeigt Leben des Wilddiebs

Warburg (WB). Die Bevölkerung verehrte ihn, die Obrigkeit jagte ihn: Um den Wilddieb Hermann Klostermann ranken sich viele Legenden. Der Regisseur Peter Schanz bringt seine Geschichte nun auf die Leinwand. Am Mittwoch feiert »Jäger und Gejagter« im Cineplex in Warburg Premiere.

Von Daniel Lüns
Auf die Premiere in Warburg freuen sich die Kinoinhaber (von links) Judith und Ute Schlinker und Dr. Heribert Schlinker (rechts) mit Regisseur Peter Schanz und seiner Frau Anke.
Auf die Premiere in Warburg freuen sich die Kinoinhaber (von links) Judith und Ute Schlinker und Dr. Heribert Schlinker (rechts) mit Regisseur Peter Schanz und seiner Frau Anke. Foto: Daniel Lüns

Mischung aus Spielfilm und Dokumentation

Seit 17 Jahren lässt das Thema Peter Schanz nicht mehr los. Damals fiel ihm der Roman »Wildschütz Klostermann« von Georg Servais in die Hände. »Wir wollten das damals schon verfilmen. Aber wie fasst man das an?«, erklärt Schanz. Im Laufe der Jahre entschied er sich für eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, die auch an Originalschauplätzen im Warburger Land entstand.

»Wir haben lange recherchiert. Heimatromane über Hermann Klostermann kann man nicht nutzen. Das sind Räuberpistolen«, sagt der 72-Jährige. »Es war sehr schwer auseinanderzuhalten, was echt ist und was nicht.« Ein Gastwirt aus Lichtenau-Herbram, Helmut Ostmann, brachte den Regisseur schließlich auf die richtige Fährte. Der besaß die »Acta Klostermann«, ein Gerichtsprotokoll. »Das Dokument wurde unsere Grundlage.«

Ostmann konnte den Filmemachern anhand der Akten auch die Schauplätze zeigen, an denen der Wildschütz vor 150 Jahren sein Unwesen trieb. »Paderborn, Büren, Brilon, Warburg, Bad Arolsen – der Mann hatte einen riesigen Radius. Das haben wir dann abgeklappert.« Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW erteilte dem Team die Erlaubnis, im heimischen Forst drehen zu dürfen.

Nach Prozess in Paderborn verliert sich seine Spur

Die Regionalhistoriker Peter Böger und Hans-Dieter Hibbeln konnten Peter Schanz ebenfalls weiterhelfen. Von Hermann Klostermann ist bekannt, dass er 1839 in Brandenburg geboren wurde. Nach dem frühen Tod des Vaters heiratete seine Mutter einen preußischen Forstbeamten. So verschlug es die Familie 1855 nach Westfalen. Nach seinem Dienst beim Militär tauchte er als Wilderer im Eggegebirge, in Nordhessen und im Sauerland unter.

Dort lieferte er sich über Jahre Scharmützel mit der Obrigkeit, schoss auf Forstbedienstete und wurde mehrfach verhaftet. Bekannt ist auch, dass er der armen Landbevölkerung manchmal etwas von dem geschossenen Wild abgab, woraufhin diese ihn vor der verhassten Preußen schützte. Nach dem letzten Prozess 1885 in Paderborn verliert sich seine Spur. »Man kennt auch keine Grabstätte«, sagt der 72-Jährige.

In Heimatromanen wurde der gesetzlose Freigeist oft zu einem Robin Hood der Egge stilisiert. »Robin Hood war wohl eine Legende. Aber Klostermann war real«, erklärt Schanz. Das trage auch zu seiner Bekanntheit bei, die bis heute andauert. »Man kann ihn aber nicht als Vorbild nehmen«, stellt der Filmemacher fest. »Er war sympathisch. Aber er war eben ein Verbrecher.«

Film wird in zwei Sälen gespielt

»Das Thema wird ein Hit«, finden sowohl Peter Schanz als auch Dr. Heribert Schlinker, Inhaber des Cineplex in Warburg. Für die Premiere am Mittwoch, 11. April, seien bereits 60 Karten verkauft worden. Unter anderem habe Konstantin Freiherr von Wrede, Nachfahre des Oberförsters von Wrede, den Klostermann seinerzeit bekämpfte, sein Kommen zugesagt.

Gruppenweise kämen mittlerweile Anfragen herein, selbst aus Österreich würden Interessierte zum Warburger Kino anreisen. »Wir werden den Film in mindestens zwei Sälen spielen«, sagt Schlinker. Aufgrund der sehr großen Nachfrage werde der Film in Warburg statt der geplanten zwei Vorstellungen wohl zwei Wochen lang gezeigt.

Dort ist der Film zu sehen

Der Film »Jäger und Gejagter – der Wilddieb Hermann Klostermann« feiert Mittwoch, 11. April, 19.30 Uhr, im Cineplex in Warburg, Obere Hilgenstock 30, Telefon 05641/740888, Premiere. An diesem Termin und bei einer Vorführung am Sonntag, 15. April, 17 Uhr, wird Regisseur Peter Schanz in den Film einführen. Zudem soll der Streifen ab 12. April täglich gezeigt werden, geplant sind Termine um 17 Uhr. Voraussichtlich wird der Film auch nach dem 15. April gezeigt. Auch soll er auf DVD erscheinen.

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