Tobias Kleibrink ist Baumkontrolleur bei Straßen.NRW – Kreisweites Kataster erstellt 15.000 Bäume im Blick

Warburg (WB). Kaum Totholz, keine Pilze, gute Rindenstruktur – der etwa 100 Jahre alten Linde in Warburg stellt Tobias Kleibrink ein gutes Zeugnis aus. Sie ist einer von kreisweit 15.000 Bäumen, die der Baumkontrolleur von Straßen.NRW im Blick hat – und die er regelmäßig überprüft.

Von Daniel Lüns
Der Linde geht’s gut: Einem etwa 100 Jahre alten Baum an der Ecke Calenberger Straße/Wormelner Straße in Warburg stellt Tobias Kleibrink ein gutes Zeugnis aus. Das Ergebnis seiner Untersuchung erfasst der Baumkontrolleur vor Ort mit seinem Laptop. Die Daten werden einem Baumkataster hinzugefügt.
Der Linde geht’s gut: Einem etwa 100 Jahre alten Baum an der Ecke Calenberger Straße/Wormelner Straße in Warburg stellt Tobias Kleibrink ein gutes Zeugnis aus. Das Ergebnis seiner Untersuchung erfasst der Baumkontrolleur vor Ort mit seinem Laptop. Die Daten werden einem Baumkataster hinzugefügt. Foto: Daniel Lüns

Kleibrink ist als einziger Kon­trolleur für alle Bäume zuständig, die im Kreis Höxter an den Bundes- und Landesstraßen stehen. Er begutachtet die Gewächse und ordnet Maßnahmen an, um auf Schäden zu reagieren. Gewächse, die jünger als 50 Jahre sind, werden von ihm alle zwei Jahre untersucht. Bäume, die 50 bis 80 Jahre alt sind, sind ein Mal im Jahr fällig. Zwei Mal im Jahr sind Bäume dran, die mehr als 80 Jahresringe zählen. »Je nach Vitalität der Bäume kann dieser Turnus auch verändert werden«, erklärt er.

Tobias Kleibrink kontrolliert 60 bis 70 Pflanzen pro Tag

60 bis 70 Pflanzen untersucht Kleibrink pro Tag. Bei einer Kontrolle achtet er zunächst auf das Erscheinungsbild des Baumes. Was für ein Baum ist es? Wie vital ist er? Wo und in welchem Umfeld steht die Pflanze? Zeigt er Auffälligkeiten? Diese und andere Dinge werden begutachtet. »Abgebrochene Äste zum Beispiel – das sogenannte Totholz – können wir direkt sehen«, sagt der Fachmann.

Auch die Wurzeln und die Krone des Baumes werden untersucht. Dafür greift der Experte auf verschiedene Hilfsmittel zurück. Mit zum Beispiel einem Hammer können Hohlräume entdeckt werden. Mit einem Sondierstab wird geprüft, wie tief und stabil Astlöcher sind. Mit einem Stechbeitel kann Kleibrink Rinde ablösen oder auch den Stammfuß eines Baumes freilegen. Für Einsätze in luftiger Höhe greift Tobias Kleibrink auf einen Hubsteiger zurück.

Ergebnisse werden noch vor Ort mit dem Laptop erfasst

Die alte Linde, die an der Ecke Calenberger Straße/Wormelner Straße in Warburg steht, hat zwei Baumkronen. Eine Besonderheit, die sich auf die Standfestigkeit auswirken kann. Kleibrink ordnet daher an, dass zwischen den beiden Kronen ein Seil gespannt werden soll, um sie zu stabilisieren. Eine sogenannte Kronensicherung. »Der Baum kann und wird auch stehen bleiben. Aber es muss etwas getan werden«, sagt er.

Die Ergebnisse seiner Untersuchung erfasst Kleibrink noch vor Ort mit seinem Laptop. Seit ungefähr vier Jahren entsteht so kreisweit ein digitales Baumkataster, zuvor wurden alle Daten schriftlich festgehalten. In etwa drei Monaten soll das neue Kataster fertig sein. Den Fachleuten soll es die Arbeit erheblich erleichtern. »Die Informationen sind landesweit verfügbar«, sagt Tobias Kleibrink.

Gewächse werden auf einer digitalen Karte eingezeichnet

»Die Straßenmeistereien in Peckelsheim und Brakel zum Beispiel sehen das Ergebnis meiner Untersuchung und die Liste der Maßnahmen, die gemacht werden müssen, auf ihren Computern. Die Kollegen können das dann zeitnah umsetzen«, sagt er. Auf einer digitalen Karte werden die Gewächse eingezeichnet. Diverse Farben zeigen an, wie es den Bäumen geht.

Im Computerprogramm sind Bäume, die geprüft wurden, grüne Punkte. Rote Punkte stellen Bäume dar, die untersucht werden müssen. An diese Kontrolle erinnert das System auch automatisch. Zudem kann das Kataster bei der Straßenplanung mit einbezogen werden. Im nächsten Jahr soll ein NRW-weites Baumkataster vorliegen. Dafür sollen die Datensätze aller Landkreise zusammengefasst werden.

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