»Stern« will sich auf geänderte Sichtweisen und Anforderungen einstellen Museumskonzept auf dem Prüfstand

Warburg (WB). Die Mitglieder des Museumsvereins Warburg haben bei der Jahreshauptversammlung ihren bewährten Vorstand im Amt bestätigt.

Von Ulrich Schlottmann
Auf drei weitere Jahre wiedergewählt wurde von der Versammlung der Vorstand des Museumsvereins Warburg (von links): Beisitzer Josef Wertz, 2. Vorsitzender Markus Moors, Schatzmeister Peter Wolff, Vorsitzender Rainer Mues und Beisitzer Heinz-Josef Besse.
Auf drei weitere Jahre wiedergewählt wurde von der Versammlung der Vorstand des Museumsvereins Warburg (von links): Beisitzer Josef Wertz, 2. Vorsitzender Markus Moors, Schatzmeister Peter Wolff, Vorsitzender Rainer Mues und Beisitzer Heinz-Josef Besse. Foto: Astrid E. Hoffmann

Rainer Mues führt weiterhin den Verein

Der Verein wird also weiterhin von Rainer Mues geführt. Als Stellvertreter steht ihm Markus Moors zur Seite. Schatzmeister ist weiterhin Peter Wolff, und als Beisitzer fungieren Josef Wertz und Heinz-Josef Besse. Rainer Mues machte schon jetzt deutlich, dass dies seine letzte dreijährige Amtsperiode sein wird. 2021 werde er 73 Jahre alt sein und dann nicht noch einmal kandidieren, kündigte er an.

Nach den Worten von Mues hat das Museum im Stern, das der Verein inhaltlich betreibt, im vergangenen Jahr elf Ausstellungen gezeigt, in diesem Jahr werden es zehn sein. Das größte Interesse habe 2017 die Ausstellung »Vor 50 Jahren – Warburg und das Warburger Land 1967 in Fotografien von Erich Kesting« gefunden. »785 Besucher haben sich dafür interessiert, was sich in Stadt und Land vor einem halben Jahrhundert getan hat. Insgesamt hat das Warburger Museum 2017 4500 Besucher gehabt«, teilte der Vorsitzende mit.

Rainer Mues erinnerte daran, dass das Programm im laufenden Jahr mit der Ausstellung des Malers Dieter Laue unter dem Titel »Malstrom« begonnen hat und derzeit die Fotoausstellung von Hermann Tenge über romanische Kirchen in Waldeck läuft.

Für September ist eine Ausstellung über Märkte und Feste geplant

In der daran anschließenden Ausstellung werde der Maler Gottfried Beyer anlässlich sein 50. Todestages gewürdigt, kündigte Mues an. Die Stadt und ihr Umland seien für den am 17. April 1968 gestorbenen Künstler und Kunsterzieher immer wieder Motive seiner Arbeiten gewesen. »Mit einer testamentarischen Schenkung hat Gottfried Beyer gewissermaßen den Grundstein für das Museum im Stern gelegt, das 2018 30 Jahre besteht«, rief Mues in Erinnerung.

Rund 120 Aufnahmen aus dem reichhaltigen Negativnachlass des Altstädter Fotografen Erich Kesting würden das Leben in Warburg und im Warburger Land vor einem halben Jahrhundert ab dem 3. Juni vorstellen, wie der Vorsitzende weiter mitteilte. Gabriele Jankenberg aus Warburg zeige dann ab Ende Juli unter dem Titel »Augen-Blicke« eine Auswahl ihrer Fotografien.

Für den September ist nach den Worten von Mues eine Ausstellung über Märkte und Feste geplant, die seit Jahrhunderten Höhepunkte im Warburger Jahreslauf seien. Der Vorsitzende ging dabei auch auf die historischen Hintergründe ein: »Bei den Märkten und Festen spielten und spielen gesellige und wirtschaftliche Gründe eine Rolle. Die Verleihung des Marktprivilegs durch Bischof Heinrich II. im Jahre 1366 an die beiden Städte markiert den Beginn dieser Warburger Tradition. Während die Jahrmärkte im Laufe der Geschichte mehr und mehr an Bedeutung verloren, brachte das 20. Jahrhundert zum Beispiel mit der Oktoberwoche und dem Kälkenfest neue Formen. Und spätestens seit dem 19. Jahrhundert sind die alljährlichen Schützenfeste aus dem Gemeinschaftsleben nicht mehr wegzudenken.« Eine Ausstellung zu diesem Thema werde am 9. September beginnen.

Portraitaufnahmen stehen nach Mues’ Angaben im Mittelpunkt einer Ausstellung, die am 21. Oktober eröffnet wird: Die Fotografin Sandra Hancken aus Grimelsheim habe in der Vergangenheit in Ausstellungen im Museum bereits die Landschaft der Region und die sie prägende Landwirtschaft fotografisch präsentiert. Dieses Mal stünden die Menschen im Mittelpunkt.

Museum muss sich auf andere Anforderungen der Besucher einstellen

Das Programm wird dem Bericht des Vorsitzenden zufolge mit zwei Ausstellungen beendet: Die Galerieausstellung von Reinhard Püttmann ab dem 11. November wendet sich der Kunst der Ikonenmalerei zu, und am 2. Dezember soll die alljährliche Ausstellung »Einblicke. Aus dem Kunstunterricht Warburger Schulen« starten. Sie bietet alljährlich zum Jahresschluss den Schulen in der Stadt ein Forum, in dem sie sich mit Ausschnitten aus dem Kunstunterricht der Öffentlichkeit präsentieren können.

In der Versammlung gab Rainer Mues an die Mitglieder auch den Anstoß, sich mit der Zukunft des Museums zu befassen. Nach 30 Jahren ist nach seiner Meinung eine inhaltliche und didaktische Überarbeitung der Dauerausstellung notwendig. Das Museum müsse sich auf andere Sichtweisen und andere Anforderungen der Besucher einstellen. Überlegt werden müssen zudem, die Ausstellungshöhepunkte wie die gravierte steinzeitliche Grabplatte oder die Eisenhoit-Kunstwerke mehr in den Mittelpunkt zu stellen.

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