Initiative ruft zum Schutz des historischen Baubestandes auf »Jeder Böller ist eine Gefahr«

Warburg (WB). Die Initiative »Brot anstatt Böller« weitet ihre Aktivitäten aus: Lautete im vergangenen Jahr die Zielsetzung, den Brüderkirchhof raketen- und böllerfrei zu halten, so wird dieses Ziel nun zu Silvester auf den Altstädter Kirchplatz sowie den Altstädter- und den Neustädter Marktplatz ausgedehnt.

Von Ulrich Schlottmann
Sie werben für einen böllerfreien Altstadt-Markt und Spenden für den Mittagstisch der Diakonie (von links) Winfried Brosch und Rudi Ryll (Pfarrgemeinderat), Markus Müller (Feuerwehr), Anja Vorlicek-Auspurg (Diakonie), Ulrich Nolte (Ortsheimatpfleger), Klaus Stalze (Heimat- und Verkehrsverein) und Christian Voß (Bürgerstiftung und Presbyterium).
Sie werben für einen böllerfreien Altstadt-Markt und Spenden für den Mittagstisch der Diakonie (von links) Winfried Brosch und Rudi Ryll (Pfarrgemeinderat), Markus Müller (Feuerwehr), Anja Vorlicek-Auspurg (Diakonie), Ulrich Nolte (Ortsheimatpfleger), Klaus Stalze (Heimat- und Verkehrsverein) und Christian Voß (Bürgerstiftung und Presbyterium). Foto: Ulrich Schlottmann

»Der Erfolg des vergangenen Jahres hat uns ermutigt, nun auch andere, ebenso sensible Stadtbereiche einzubeziehen«, erklärte gestern Christian Voß bei der Vorstellung der Aktion. Geplant sei, dass Mitglieder der Initiative in der Silvesternacht in den genanten Bereichen auf die Menschen zugehen und sie darauf hinweisen, dass das Abfeuern von Raketen und das Zünden von Böllern im historischen Stadtkern verboten ist.

Die Initiatoren müssen es allerdings bei diesem Appell belassen, denn die Ordnungsbehörde wird auch in diesem Jahr nicht tätig werden, wie Bürgermeister Michael Stickeln auf Anfrage mitteilte. »Wir stehen voll hinter der Initiative, können es aber personell nicht leisten, das Böllerverbot im historischen Stadtkern zu überwachen«, so der Bürgermeister. Gleichwohl müsse jeder Bürger wissen, dass nach dem Sprengstoffgesetz das Abfeuern von Feuerwerk in der Nähe von Fachwerkhäusern verboten ist und mit einem Bußgeld geahndet werden kann.

»Wir wollen keinesfalls als Spielverderber auftreten«

»Das Abbrennen eines Silvesterfeuerwerks hat eine lange Tradition, und wir wollen keinesfalls als Spielverderber auftreten«, unterstreicht Christian Voß. »Uns geht es darum, den historischen Stadtkern zu schützen, denn jede Rakete und jeder Böller stellt eine Gefahr für den alten Baubestand dar.«

Den Kirchengemeinden, die diese Aktion ebenso mittragen wie der Heimat- und Verkehrsverein, ist es zudem wichtig, die Bereiche um die Kirchen auch in der Silvesternacht als Orte der Ruhe zu bewahren. Unterstützung bekommt die Initiative auch von der Warburger Feuerwehr, die naturgemäß um die Gefahren des Silvesterfeuerwerks weiß. »Wir sind zum Jahreswechsel in erhöhter Alarmbereitschaft, weil natürlich jederzeit etwas passieren kann«, sagt Markus Müller, Löschgruppenführer in Warburg.

Initiatoren hoffen auf die Einsicht der Feiernden

Nach dem ermutigenden Erfolg des vergangenen Jahres, als es durch das direkte Ansprechen von Personen gelang, den Brüderkirchhof böller- und raketenfrei zu halten (Voß: »Dort ist kein Schuss gefallen.«), hoffen die Initiatoren auch in diesem Jahr auf die Einsicht der Feiernden. In den nächsten Tagen sollen Plakate aufgehängt und Flyer verteilt werden, um für das Thema zu sensibilisieren. Auf dem Brüderkirchhof wird wieder ein Banner aufgehängt, und an den anderen Plätzen sollen eigens angefertigte Flaggen für das Anliegen werben.

Wie schon im vergangenen Jahr geht es der Initiative aber nicht nur darum, die historischen Gebäude vor Schaden zu bewahren, sondern es wird auch die Möglichkeit geboten, mit dem Verzicht auf Feuerwerk etwas Gutes zu tun. Nutznießer von Spenden soll wieder der Mittagstisch der Diakonie in Warburg und Rimbeck sein, der sich im vergangenen Jahr über 1200 Euro freuen konnte. »Diese Aktion ist eine tolle Gelegenheit für die Warburger, mit einer Spende vor Ort zu helfen«, meint Anja Vorlicek-Auspurg von der Diakonie. Das Spendenkonto steht auf den Plakaten und ist im Flyer enthalten.

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