Deutsches Rotes Kreuz zeichnet Wilhelm Albers in Berlin aus Scherfeder spendet seit 45 Jahren Blut

Warburg (WB). Ohne eine Blutspende wäre Wilhelm Albers’ Vater gestorben. Der Zufall rettete dem Kranken das Leben, dessen Bruder ermöglichte eine Transfusion. Eine passende Blutkonserve gab es damals im Krankenhaus nicht. Das Erlebnis hat Albers geprägt. Seit 45 Jahren spendet er Blut. Dafür wurde er nun geehrt.

Von Daniel Lüns
Eine goldene Ehrennadel samt Reversknopf und Urkunde hat ­Wilhelm Albers für sein Engagement erhalten. 129 Mal hat der ­Scherfeder bislang Blut gespendet. Dafür wurde er nun ausgezeichnet.
Eine goldene Ehrennadel samt Reversknopf und Urkunde hat ­Wilhelm Albers für sein Engagement erhalten. 129 Mal hat der ­Scherfeder bislang Blut gespendet. Dafür wurde er nun ausgezeichnet. Foto: Daniel Lüns

Beim 14. Internationalen Weltblutspendertag wurden in Berlin 65 ehrenamtliche Helfer oder Blutspender ausgezeichnet, die sich beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) besonders engagiert hatten. Zu der zwölf Personen starken Gruppe aus Nordrhein-Westfalen gehörte auch Wilhelm Albers.

Der hatte mit der Einladung gar nicht gerechnet. Als zum ersten Mal ein Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes West aus Münster anrief und zur Gala in die Hauptstadt einlud, da dachte der 64-Jährige noch an einen Telefonstreich. Ein Bekannter, der zum DRK-Ortsverein Ossendorf gehört, konnte Albers aber von der Echtheit des Anrufes überzeugen – der Ossendorfer hatte den Scherfeder nämlich für die Ehrung vorgeschlagen.

129 Mal Blut gespendet

Seit seiner Bundeswehrzeit, 1972 war das, spendet Wilhelm Albers Blut. Anfangs eher aus eigenem Interesse. »Damals war nach der Spende dienstfrei. Zudem gab es einen Tag Sonderurlaub«, erinnert sich der Scherfeder und schmunzelt. Doch auch nach seiner Dienstzeit kam er nicht von der Blutspende los. Spätestens seit dem Vorfall, bei dem das Leben seines Vaters auf dem Spiel stand, spendet Wilhelm Albers aus Überzeugung. 129 Mal hat der ­Scherfeder bislang Blut gespendet.

Zurückhaltend und bescheiden reagiert er daher auch auf seine Auszeichnungen und die Einladung nach Berlin. »Blut braucht man einfach immer. Blut zu spenden ist nichts Besonderes für mich«, sagt der 64-Jährige. »Das tut nicht weh und kostet nur eine halbe Stunde Zeit.« Gefreut hat er sich über den Trip in die Hauptstadt natürlich trotzdem. Drei Tage lang weilte er in Berlin – auf Kosten des Deutschen Roten Kreuzes.

Dampferfahrt auf der Spree

Für die Geehrten wurden eine Dampferfahrt auf der Spree, ein Stadtrundgang und ein Besuch des Reichstagsgebäudes organisiert. Im Schloss Charlottenburg schließlich folgte die Gala, der auch Fernsehmoderatorin Carmen Nebel beiwohnte. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, überreichte Wilhelm Albers schließlich eine goldene Ehrennadel samt Reversknopf und Urkunde.

Für Albers ist das eine schöne Bestätigung seines Engagements. Solange er darf, möchte er weiter Blut spenden. Auch die Reise nach Berlin wird er in guter Erinnerung behalten. »Das nächste Mal kommt meine Frau aber mit«, sagt Albers. Sie hatte aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Berlin fahren können.

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